Der weltweit größte Markt versteckt sich vor aller Augen
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Der Devisenmarkt (FX) ist der weltweit größte Finanzmarkt mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 9,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2025, das die Aktienmärkte in den Schatten stellt und die globalen Handels-, Investitions- und Kapitalströme untermauert.
- Der US-Dollar steht weiterhin im Zentrum der globalen Finanzwelt: Er ist an fast 90 % aller Devisentransaktionen beteiligt und festigt damit seine Rolle als weltweit dominierende Reserve- und Handelswährung.
- Währungsschwankungen werden durch eine Kombination aus Zinssätzen, Inflation, Handelsströmen und politischen Entwicklungen bestimmt, sodass Devisenmärkte zu den reaktionsschnellsten Indikatoren für sich verändernde Wirtschaftsbedingungen zählen.
- Internationale Anleger sind sowohl einem Anlagerisiko als auch einem Währungsrisiko ausgesetzt. Wechselkursschwankungen können daher die Renditen erheblich steigern oder schmälern – unabhängig von der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Anlageobjekts.
- Währungsabgesicherte börsengehandelte Produkte (ETPs) bieten eine praktische Möglichkeit, das Wechselkursrisiko zu steuern. So können sich Anleger auf die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Anlage konzentrieren und gleichzeitig die Auswirkungen von Währungsschwankungen abfedern.
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Auf dem Devisenmarkt (FX) werden täglich etwa 9,6 Billionen US-Dollar gehandelt.1 Das ist kein Tippfehler: 9,6 Billionen US-Dollar, nicht Milliarden.
Abbildung 1: Das tägliche Devisenhandelsvolumen erreichte 2025 einen Rekordwert von 9,6 Billionen US-Dollar

Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Over-the-counter (OTC) foreign exchange turnover in April 2025. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Um das in Relation zu setzen: An der New Yorker Börse wird das tägliche Handelsvolumen generell in Zehnmilliarden US-Dollar gemessen. Der Devisenmarkt ist etwa 100-mal größer. Fragt man jedoch den Durchschnittsbürger, was „Forex“ ist, können viele den Begriff nicht erklären.
Warum also findet der größte Finanzmarkt der Welt so wenig Beachtung?
Was ist der FX-Markt?
Auf dem Devisenmarkt, auch als Forex oder FX bezeichnet, werden Währungen gekauft und verkauft.
Wenn ein US-Unternehmen einen Lieferanten in Deutschland bezahlt, müssen US-Dollar in Euro umgetauscht werden. Wenn ein britischer Tourist nach Japan reist, werden Pfund in Yen gewechselt. Wenn Anleger Geld zwischen Ländern transferieren, werden hinter den Kulissen Währungen umgetauscht.
Kurz gesagt: Fast jede internationale Transaktion hängt vom FX-Markt ab.
Im Gegensatz zu den Aktienmärkten gibt es keine zentrale Börse. Der Devisenhandel findet elektronisch über ein globales Netzwerk aus Banken, Finanzinstituten, Unternehmen und Anlegern statt. Der Markt ist 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche geöffnet und bewegt sich von Asien über Europa nach Nordamerika, während der Handel der Sonne rund um den Globus folgt.
Die Währungspaare, die die globalen Märkte bestimmen
Währungen werden immer als Paare gehandelt. Sie kaufen nicht einfach nur eine Währung. Sie kaufen sie im Verhältnis zu einer anderen.
Abbildung 2: Fast 90 % der weltweiten Devisengeschäfte umfassen den US-Dollar

Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. OTC foreign exchange turnover in April 2025. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Zu den am häufigsten gehandelten Währungspaaren gehören:
- EUR/USD: Dies ist das weltweit am meisten gehandelte Währungspaar und macht etwa ein Fünftel des gesamten FX-Handelsvolumens aus.2
- USD/JPY: Anleger beobachten dieses Paar oft sehr genau, da der Yen als traditionelle Fluchtwährung gilt.
- GBP/USD: Händler bezeichnen dieses Währungspaar oft als „Cable“ – ein Spitzname, der auf die transatlantischen Telegrafenkabel zurückgeht, über die einst Wechselkursinformationen übertragen wurden.
- USD/CHF: Ähnlich wie der Yen gilt auch der Schweizer Franken in Zeiten von Marktstress oft als sicherer Hafen.
Neben diesen Hauptwährungen gibt es Währungen aus Schwellenländern wie den mexikanischen Peso, den südafrikanischen Rand und die türkische Lira, bei denen es zu stärkeren und volatileren Kursschwankungen kommen kann.
Was beeinflusst den Preis einer Währung?
Die Wechselkurse ändern sich ständig, da Anleger auf wirtschaftliche und politische Entwicklungen reagieren. Dabei haben in der Regel mehrere Faktoren den größten Einfluss:
- Zinssätze sind oft der wichtigste Treiber für Wechselkursbewegungen. Wenn eine Zentralbank die Zinsen anhebt, können Anleger durch das Halten von Vermögenswerten in diesem Land potenziell höhere Renditen erzielen. Das steigert häufig die Nachfrage nach der Währung und lässt ihren Wert in die Höhe klettern.
- Die Inflation beeinflusst das weitere Vorgehen der Zentralbanken. Eine über den Erwartungen liegende Inflation kann Anleger dazu veranlassen, mit zukünftigen Zinserhöhungen zu rechnen, was die Währung stärken kann. Eine niedrigere Inflation kann den gegenteiligen Effekt haben.
- Politische Unsicherheit kann starke Währungsschwankungen auslösen. Wahlen, finanzpolitische Entscheidungen und geopolitische Spannungen können das Vertrauen der Anleger und die Wechselkurse beeinflussen.
- Länder, die mehr exportieren als importieren, profitieren oft von einer langfristig stärkeren Nachfrage nach ihrer Währung. Länder mit anhaltenden Handelsdefiziten können im Laufe der Zeit Abwärtsdruck ausgesetzt sein.
Diese Faktoren wirken selten isoliert. Die Devisenmärkte spiegeln Millionen von Entscheidungen wider, die von Anlegern auf der ganzen Welt getroffen werden, sodass sie zu den wettbewerbsintensivsten und effizientesten Märkten der Finanzwelt zählen.
FX spielt auch dann eine Rolle, wenn Sie selbst nie mit Währungen handeln
Die meisten Menschen werden niemals einen Devisenhandel tätigen. Dennoch wirken sich Wechselkursschwankungen stärker auf sie aus, als ihnen bewusst ist.
Wechselkurse beeinflussen die Kosten für Urlaubsreisen ins Ausland und für importierte Waren. Sie wirken sich zudem auf die Inflation aus, da sie die Preise von Waren aus dem Ausland verändern.
Für Anleger können Wechselkursschwankungen sogar noch größere Auswirkungen haben.
Nehmen wir beispielsweise einen deutschen Anleger, der US-Aktien besitzt. Selbst wenn diese Aktien an Wert gewinnen, könnte ein erstarkender Euro die Rendite schmälern, wenn die Gewinne wieder in Euro umgerechnet werden. Umgekehrt könnte ein schwächerer Euro die Rendite aus Auslandsinvestitionen verbessern.
Mit anderen Worten: Wenn Sie international anlegen, tätigen Sie oft zwei Investitionen gleichzeitig:
- Den Basiswert
- Die Fremdwährung
Viele Anleger konzentrieren sich auf den ersten Aspekt und übersehen dabei den zweiten.
Die wachsende Bedeutung von währungsabgesicherten ETPs
Hier können währungsabgesicherte börsengehandelte Produkte (ETPs) eine wichtige Rolle spielen.
Die Währungsabsicherung zielt darauf ab, die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf Anlagerenditen einzudämmen. Anstatt sowohl ein Anlagerisiko als auch ein Währungsrisiko einzugehen, können Anleger sich in erster Linie auf die Wertentwicklung des von ihnen gewählten Anlageinstruments fokussieren.
Beispielsweise möchte ein britischer Anleger, der US-Aktien kauft, möglicherweise ein Engagement im Wachstum amerikanischer Unternehmen, aber nicht unbedingt ein Engagement in den Kursschwankungen des US-Dollar eingehen. Ein währungsabgesichertes ETP kann dazu beitragen, diese beiden Renditequellen zu trennen.
Das kann insbesondere dann von großem Wert sein, wenn die Währungsschwankungen so stark sind, dass sie die Anlageperformance dominieren. Denn währungsabgesicherte ETPs bieten Anlegern ein zusätzliches Instrument, um das Währungsrisiko zu steuern und ihre Portfolios auf ihre Anlageziele abzustimmen.
Dabei ist zu beachten, dass eine Absicherung nicht immer die richtige Wahl ist. Ein Währungsengagement kann unter Umständen die Renditen steigern und Diversifikationsvorteile bieten. Anleger sollten jedoch aktiv entscheiden, ob sie ein Währungsengagement wünschen, anstatt es unbeabsichtigt in Kauf zu nehmen.
Das Fazit
Der Devisenmarkt ist der verborgene Motor des Finanzsystems. Er wickelt die durch internationalen Handel, Investitionen und Reisen entstehenden Währungsströme in einem Ausmaß ab, das kein anderer Markt erreicht.
Das Verständnis von Währungen liefert wertvolle Einblicke in Inflation, Zinssätze, Wirtschaftswachstum und globale Kapitalströme. Es hilft Anlegern zudem, die mit internationalen Portfolios verbundenen Risiken besser zu verstehen.
Unabhängig davon, ob Sie jemals mit einem Währungspaar handeln oder nicht – Wechselkurse beeinflussen bereits Ihre Finanzen und Investitionen.
Anlagen in börsengehandelten Produkten sind mit Risiken verbunden, einschließlich eines möglichen Kapitalverlusts. Anlagen, die ein Engagement an internationalen Märkten bieten, können von Wechselkursschwankungen beeinflusst werden. Eine Währungsabsicherung zielt darauf ab, die Auswirkungen von Währungsschwankungen zu verringern, kann das Währungsrisiko jedoch möglicherweise nicht vollständig beseitigen und Gewinne aus vorteilhaften Wechselkursschwankungen beschneiden. Anleger sollten vor einer Anlage die Anlageziele, Risiken und Kosten eines Produkts erwägen.
1 Quelle: Bank for International Settlements. Global FX trading hits $9.6 trillion per day in April 2025 and OTC interest rate derivatives surge to $7.9 trillion: Triennial Survey.
2 Bank for International Settlements. OTC foreign exchange turnover in April 2025.
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