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ETPedia - Leitfaden für Exchange Traded Products (ETPs)

WisdomTree ist der Ansicht, dass Anleger mit allen Risiken vertraut sein sollten, die mit ihrer Anlage verbunden sind. Aus diesem Grund haben wir den vorliegenden Leitfaden verfasst. Wir möchten Anlegern damit einen objektiven Überblick über Exchange Traded Products (börsengehandelte Wertpapiere) ermöglichen.

 

Investoren können sich mit unseren sechs animierten Videos einen Überblick zu ETPs verschaffen oder das entsprechende Kapitel in unserem ETPedia online für weitere Informationen auswählen.

Einführung in ETPs

Seit der Auflegung des ersten Exchange Traded Product (ETP) im Jahr 1993 hat die Branche ein beachtliches Wachstum erfahren. Das in weltweit über 4.500 ETPs angelegte Vermögen beläuft sich mittlerweile auf mehr als 2 Bio. USD1.

Ursprünglich kombinierten ETPs die kostengünstige Strategie von Aktien-Indexfonds zur Nachbildung eines Referenzindex mit dem Handel notierter Anteile. Mit der Evolution des Marktes haben sich auch die ETPProdukte weiterentwickelt und decken nun eine zunehmende Anzahl an Anlageklassen ab. Neben der Nachbildung eines Aktienindex bieten ETPs den Anlegern inzwischen auch die Möglichkeit, ihr Portfolio mit zuvor schwer zugänglichen Anlagen zu diversifizieren.

Die Popularität von ETPs scheint ungebrochen. Obwohl sich das in Europa verwaltete Anlagevermögen in ETPs im letzten Jahrzehnt verdreifacht hat, bleibt der europäische Markt nach wie vor hinter dem US-amerikanischen Markt zurück. In den USA machen ETPs 20 % aller passiven Anlagen aus, verglichen mit lediglich 8,7 % in Europe2.

 

Überblick über passive Anlagen in den USA und Europa zwischen 2008 und 2012

   2008 2009  2010 2011  30.06.2012 
Passive Anlagen – USA (%)  13.1 15.4  18.0  19.2  20.1 
Passive Anlagen – Europa (%) 6.5  7.7  8.4  8.5  8.7 

Quelle: Vanguard, Evolution of ETFs (November 2012).

 

Da ETPs immer bekannter werden, dürften auch Privatanleger zunehmend auf diese Produkte zurückgreifen. Im Vergleich zum US-amerikanischen Markt werden ETPs in Europa weiterhin hauptsächlich von institutionellen Anlegern genutzt. Nur 15 % der ETPs in Kontinentaleuropa werden von Privatanlegern und ihren Beratern gehalten. In den USA dagegen sind 50 % aller ETP-Produkte im Besitz dieser Anlegergruppen. Wenn sich das Wachstum des ETP-Marktes entwickelt wie in den USA, kann davon ausgegangen werden, dass Privatanleger ihre Investitionen in ETPs deutlich erhöhen.

 

Weltweite ETP-Anlagen

   Institutional (%) Advisor (%)  Retail (%) 
USA 50  45 
Kanada 37  34  28 
Großbritannien  90 
Kontinentaleuropa  85  10 
Asien  90 
Australien  10  30  60 

Quelle: Vanguard, Evolution of ETFs (November 2012).

 

Durch den Boom des ETP-Marktes wurden schnell Innovationen auf den Markt gebracht. Das Tempo dieser Entwicklungen hat jedoch auch für Verwirrung gesorgt. So wurden Bedenken laut, dass die unterschiedlichen Produkttypen und die damit verbundenen Risiken nicht von allen Anlegern verstanden werden. Darüber hinaus wurden Anlageprodukte unter der Sammelbezeichnung „ETP“ von Medien und Aufsichtsbehörden zunehmend kritisch betrachtet.

Deshalb kommt der Aufklärung der Anleger eine entscheidende Bedeutung zu. Mit diesem Leitfaden möchten wir interessierten Anlegern einen informativen Überblick über die Chancen und Risiken von Exchange Traded Products (ETPs) geben.

Der Erfolg traditioneller, passiv gemanagter Indexfonds war teilweise auf ihre niedrigen Kosten zurückzuführen sowie auf die uneinheitlichen Erträge vieler aktiv verwalteter Fonds. Traditionelle Indexfonds haben jedoch verschiedene Nachteile: Mindestanlagebeträge, Gebühren für eine vorzeitige Rücknahme und der fehlende Intraday-Handel3.

Wie traditionelle Indexfonds bilden auch ETPs einen Referenzindex nach. ETPs ermöglichen jedoch auch den Intraday-Handel und erfordern keine Mindestanlagebeträge oder Gebühren bei einer vorzeitigen Rücknahme. Darüber hinaus können sich ETPs im Hinblick auf ihre Kosten und Performance mit herkömmlichen Indexfonds messen4.


ETPs gegenüber traditionellen Indexfonds

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* Bereinigte 3-Jahres-Rendite, annualisiert, einfacher Durchschnitt (31. Dezember 2010).

 

Quelle: McKinsey & Company, The Second Act Begins for ETFs (August 2011).

In der Vergangenheit war der Zugang zu Gold für Anleger schwierig, da Ressourcen für die Lagerung der Goldbarren oder die entsprechenden Fachkenntnisse benötigt wurden, um sich mit Futures den Zugang zu Gold zu erschließen. Heute können Anleger nun anhand von ETPs am Goldmarkt partizipieren. ETPs sind genauso leicht handelbar wie Aktien und erfordern keine physische Auslieferung des Edelmetalls. Die weltweiten ETP-Anlagen in Gold belaufen sich auf über 96 Mrd. €5.

Die Möglichkeit, in Gold und andere Rohstoffe investieren zu können, ist deshalb so attraktiv, weil Rohstoffe seit jeher eine niedrige Korrelation6 mit anderen Assetklassen aufweisen. Beispielsweise wird Gold von Anlegern häufig als Absicherung verwendet, um sich im Falle einer hohen Marktvolatilität vor Risiken zu schützen. In den letzten fünf Jahren lag die Rendite von Gold bei 49 %, verglichen mit 22 % des EURO STOXX 50®7.

Vergleich zwischen der Wertentwicklung von Gold und dem EURO STOXX 50®

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Quelle: Bloomberg (Okt 2008 - Okt 2013).
  • 1 Quelle: BlackRock, ETP Landscape: Industry Highlights (January 2013).
  • 2 Quelle: Vanguard, Evolution of ETFs (November 2012).
  • 3 Intraday = Handel zu jeder Zeit während Börsenöffnungszeiten möglich.
  • 4 Quelle: McKinsey & Company, The Second Act Begins for ETFs (August 2011).
  • 5 Quelle: Financial Times (12. April 2013).
  • 6 Quelle: Preisverlauf analog anderer Anlageklassen.
  • 7 Quelle: WisdomTree (Oktober 2013).

Related Materials 

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Aktive und passive Anlagen

Aktives Fondsmanagement


Fondsmanager aktiv verwalteter Fonds investieren in ausgewählte Anlagen8 (Aktien, Anleihen, Rohstoffe etc.). Ihr Ziel besteht darin, den Marktdurchschnitt zu übertreffen (der üblicherweise anhand eines Referenzindex, wie dem DAX 30 oder EURO STOXX 50®, dargestellt wird).

Passives Fondsmanagement


Bei passiv verwalteten Fonds oder Anlagen besteht das Ziel nicht darin, besser als der Markt abzuschneiden. Stattdessen versuchen passive Anleger, die Wertentwicklung des Referenzindex so präzise wie möglich nachzubilden.

Die meisten ETP-Produkte sind passive Anlagen, da mit ihnen ein Referenzindex oder Basiswert nachgebildet wird.

Weshalb sollte man passive Anlagen gegenüber aktiven Anlagen bevorzugen und sich damit zufriedengeben, lediglich die Marktrendite zu erzielen, anstatt diese zu übertreffen? Diese Frage ist berechtigt, erscheint diese Herangehensweise doch etwas pessimistisch. Zu verlockend ist die Vorstellung kontinuierlicher, überdurchschnittlicher Renditen, die aus dem ursprünglich investierten Betrag langsam ein Vermögen machen.

Auch wenn aktive Anlagen attraktive Chancen versprechen, kann eine überdurchschnittliche Wertentwicklung nicht garantiert werden. Viele Anleger entscheiden sich für eine passive Anlagestrategie, weil zahlreiche aktive Fondsmanager den Markt nicht dauerhaft übertreffen konnten. Anleger sollten sich nicht vorbehaltlos auf aktiv verwaltete Fonds, sondern die historischen Performancedaten aktiver und passiver Anlagen miteinander vergleichen.

Weitere Informationen über aktive und passive Anlagen finden Sie auf "Aktive und passive Anlagen".

8 Verschiedene Anlageklassen (auch gerne Assetklassen genannt) sind:
Liquide Mittel, Aktien, Rohstoffe,Währungen, Immobilien und Private Equity


Was ist ein ETP?

Bei einem Exchange Traded Product (ETP) handelt es sich um ein Finanzinstrument, das an der Börse gehandelt wird. Das Ziel besteht normalerweise darin, dieselbe Rendite zu erzielen wie ein bestimmter Referenzindex oder Basiswert (vor Gebühren). Auch wenn ETPs verschiedene Formen annehmen können, weisen sie gemeinsame Merkmale auf.

 

Merkmale Vorteile 
Börsennotierung Genaue Nachvollziehbarkeit der Performance
Handelbar wie Aktien ETPs können während Börsenzeiten genauso leicht gekauft und verkauft werden wie Aktien (= Intraday-Handel)
Liquide Anlage Autorisierte Marktteilnehmer und Market Maker stellen Liquidität bereit
Nachbildung eines Referenzindex oder Basiswerts Strebt dieselbe Rendite an wie der Referenzindex oder Basiswert
Passive Anlage  Da die Verwaltungsgebühren in der Regel geringer ausfallen, sind ETPs eine günstige Methode, um an einem Referenzindex oder Basiswert zu partizipieren

 

Welche Arten von ETPs gibt es?

In Europa werden ETPs üblicherweise in drei Kategorien eingeteilt: Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs) und Exchange Traded Notes (ETNs).

Ermöglicht u.a. den Zugang zu:
  • Aktienindizes
  • Rohstoffindizes
  • Anleihen
  • Geldmarktinstrumenten
  • Private-Equity-Indizes
  • Dach-Hedgefonds-Indizes
Ermöglicht u.a. den Zugang zu:
  • Einzelnen Rohstoffen (z. B. Gold, Öl, Landwirtschaft, Industriemetalle etc.)
  • Rohstoffkörben
  • Währungen
Ermöglicht Zugang zu einer Anlage oder einem Referenzindex in Form einer unbesicherten Schuldverschreibung.
ETPs bilden die Rendite eines zugrunde liegenden Index oder Basiswerts nach und sind genauso leicht zugänglich und handelbar wie Aktien. Anleger können so von der breiten Streuung eines Aktienindex profitieren und in einer einzigen Transaktion an Hunderten oder Tausenden von Einzeltiteln partizipieren. Das breite Anlagespektrum von ETPs eröffnet darüber hinaus den Zugang zu exotischeren Anlagen, die zuvor nur institutionellen Anlegern zur Verfügung standen (z. B. einzelne Rohstoffe oder Schwellenländer). Hierfür fällt bei ETPs in der Regel eine geringere Gebühr an als bei aktiv verwalteten Fonds. Deshalb können sich ETPs im Hinblick auf ihre Kosten mit traditionellen Indexfonds messen.

Welche Vorteile bieten ETPs?

01 Einfach

ETPs werden ähnlich notiert und gehandelt wie Aktien, wobei dieselben Broker und Plattformen zum Einsatz kommen

02 Frei handelbar

Da die Kurse von ETPs während des Handelstages fortlaufend ermittelt werden, können sie jederzeit gekauft oder verkauft werden, wenn die Börse geöffnet ist.

03 Flexibel

ETPs können für zahlreiche Anlagestrategien verwendet werden und werden auch von aktiven Managern eingesetzt.

04 Kostengünstig

ETPs sind ein günstiges Mittel, um über einen Referenzindex oder Basiswert das Engagement in zuvor schwer zugänglichen Anlagen zu erreichen.
05  Transparenz
Im Gegensatz zu anderen Anlageinstrumenten wird die Zusammensetzung des ETP täglich veröffentlicht. Dank dieser Transparenz können sich die Anleger jederzeit einen genauen Überblick über ihre Anlage verschaffen.

06 Diversifizerung

ETPs können mit einer einzigen Transaktion den Zugang zu einem gesamten Index oder zu alternativen Anlageklassen (z. B. zu Rohstoffen) ermöglichen.

ETP-Arten

Exchange traded funds (ETFs) - overview


Exchange Traded Funds sind Investmentfonds, die als einzelnes Wertpapier an einer Börse gehandelt werden. Ihr Ziel besteht in der Nachbildung eines zugrunde liegenden Index. ETFs sind offene Investmentfonds. Das bedeutet, dass ETF-Anteile bedarfsweise je nach Nachfrage ausgegeben werden können. Nach der Auflegung des ersten ETF im Jahr 1993 hat die Anzahl und Vielfalt der ETFs deutlich zugenommen. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele für die verschiedenen Anlageklassen, die ETFs heute bieten.


Exchange Traded Funds (ETFs) – Beispiele für Anlageklassen


Aktien Anleihen  Geldmarktinstrumente  Alternative Anlagen 
Global  Staatsanleihen EONIA  Private equity 
Sektoren  Unternehmensanleihen  LIBOR  Hedgefonds 
Schwellenländer  Inflationsgebundene Anleihen   Federal Reserve funds  Volatilität 
Einzelländer  Hochzinsanleihen    Immobilien 
  Hypothekenbesicherte Anleihen  Rohstoffe   
  Schwellenländer-Anleihen   Diversifizierte Indizes    

In der Europäischen Union unterliegen die meisten Wisdom Tree den OGAW-Richtlinien (Rechtsvorschriften für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren9). Die OGAW-Richtlinien halten für Anleger wichtige Schutzmechanismen bereit:
  • Sondervermögen: Damit wird das Risiko der Anleger im Falle einer Insolvenz des ETP-Anbieters gemindert.
  • Höhere Transparenz: Den Anlegern müssen bestimmte Informationen vorgelegt werden.
  • Bestimmtes Maß an Diversifizierung: Damit wird verhindert, dass das Vermögen in einem einzelnen Vermögenswert gebündelt wird. Diese Schutzmechanismen haben dazu beigetragen, dass ETFs sowohl bei Anlegern als auch bei Anbietern beliebt sind.

Exchange traded commodities (ETCs)


Exchange Traded Commodities sind unverzinste Schuldverschreibungen. Damit können Anleger in einzelne Rohstoffe, Rohstoffkörbe oder Währungen investieren.


Exchange Traded Commodities (ETCs) – Beispiele für Anlageklassen


Edelmetalle Energie  Landwirtschaft  Industriemetalle  Breit Diversifiziert 
Gold  Rohöl (Sorte Brent, WTI)  Getreide  Aluminium  Diversifizierte Rohstoffe 
Silber  West Texas Benzin  Kakao  Kupfer  Diversifiziert ohne Landwirtschaft 
Platin  Emissionsrechte  Kaffee  Blei  Diversifiziert ohne Energie 
Palladium  Erdgas  Mais  Nickel   
  Heizöl  Baumwolle  Zinn   
Vieh    Sojabohnen  Zink   
Magerschwein    Zucker     
Lebendvieh    Weizen     

Da die OGAW-Richtlinie für kollektive Anlageinstrumente ein Mindestmaß an Diversifizierung vorsieht und die zulässigen Vermögenswerte begrenzt, waren die Anbieter auf eine alternative Struktur angewiesen, um den Anlegern einen Zugang zu einzelnen Rohstoffen zu ermöglichen. In Europa bestand die Lösung darin, auf eine Schuldverschreibung zurückzugreifen, die von einer Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle – SPV) mit Sondervermögen emittiert wird:
  • Finanzierungsstruktur: Das bedeutet, dass ETCs aufsichtsrechtlich anders behandelt werden als ETFs und nicht die Diversifikationsanforderungen der OGAWRichtlinie erfüllen müssen. Auf diese Weise können Anleger in einzelne Rohstoffe oder in eine geringe Anzahl an Rohstoffen investieren.
  • Zweckgesellschaft (SPV)10: Die Emission über eine Zweckgesellschaft bedeutet, dass das im Rahmen des Produkts verwaltete Vermögen vom Vermögen des Anbieters getrennt ist und bei einer Insolvenz des Anbieters nicht verwendet werden kann, um dessen Verbindlichkeiten zu tilgen.
  • Besicherung: ETCs werden häufig mit dem physischen Vermögenswert unterlegt oder mit einem Derivat besichert, mit dem ein Engagement in der Anlage aufgebaut wird. Die Verpflichtungen aus einem Derivatekontrakt für ETCs werden in der Regel besichert. ETCs werden auch verwendet, um Anlegern den Zugang zu Währungen zu ermöglichen, entweder anhand einzelner Währungspaare (gehebelt oder ungehebelt) oder über einen Währungskorb.
Types -ETP01Wie ETCs sind ETNs unverzinsliche Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Index oder Basiswerts nachbilden. Während ETCs von Zweckgesellschaften mit Sondervermögen ausgegeben werden, erfolgt die Emission von ETNs normalerweise über Banken. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass ETNs unbesichert sind und keine Vermögenswerte gehalten werden. Auch wenn die Wertentwicklung von ETNs von einem zugrunde liegenden Index oder Basiswert abhängig ist, sind ETNs ähnlich strukturiert wie unbesicherte, börsennotierte Anleihen.
Deshalb sind ETNs abhängig von der Bonität des Emittenten. Wenn sich die Kreditwürdigkeit des Emittenten ändert, kann dies den Wert des ETN negativ beeinflussen – ungeachtet der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index oder Basiswerts. In extremen Fällen kann ein Zahlungsausfall des Emittenten dazu führen, dass der Anleger als unbesicherter Gläubiger Ansprüche gegen den Emittenten geltend machen muss.

Der wesentliche Vorteil von ETNs besteht darin, dass der Zugang zu einem Referenzindex oder zur Rendite einer Anlage (abzüglich Gebühren) auch dann garantiert wird, wenn die zugrunde liegenden Märkte oder Sektoren Liquiditätsengpässe aufweisen. Die Rendite wird vom Emittenten garantiert und hängt nicht vom Zugang (direkt oder per Anordnung) zu den Basiswerten ab.

Da ETNs in der Regel unbesichert sind und keine Vermögenswerte gehalten werden, unterscheiden sie sich erheblich von ETFs und ETCs. Viele Aussagen in diesem Leitfaden, die sich auf ETPs beziehen, gelten deshalb nur für ETFs und ETCs, nicht jedoch für ETNs.
  ETF ETC  ETN 
Art des Wertpapiers  Sondervermögen  Schuldverschreibung  Schuldverschreibung 
Untersteht der OGAW-Richtlinie  Ja  Nein  Nein 
Zugang zu Rohstoffen  Begrenzt11  Ja  Ja 
Kreditrisiko des Emittenten   Begrenzt  Begrenzt  Ja 
OGAW-geeignet  Ja  Ja  Ja 

 

9 - Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW).

10 - engl.: Special Purpose Vehicles.

11 - Gemäß der OGAW-Richtlinie dürfen ETFs keine physischen Rohstoffe halten und müssen ein Mindestmaß an Diversifizierung gewährleisten. Das bedeutet, dass ETFs lediglich einen Zugang zu bestimmten diversifizierten Rohstoffindizes ermöglichen können.


Short-ETPs und gehebelte ETPs

Anleger können mit dem taktischen Einsatz von Short- und gehebelten ETPs sowohl Short-Positionen als auch gehebelte Positionen in verschiedenen Anlageklassen eingehen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Short- und gehebelten Positionen in Aktien werden zur Erzielung von Renditen keine Fremdmittel aufgenommen, sondern Derivate eingesetzt. Da ETPs in der Regel als Aktien oder Schuldverschreibungen strukturiert sind, können die Verluste nicht über dem ursprünglich investierten Betrag liegen.

 

Pfadabhängigkeit und Volatilität

 

Short- und gehebelte ETPs erzielen ihre erwartete Rendite nur über einen festen Zeitraum hinweg (z. B. täglich oder monatlich). Wenn Sie Short- und gehebelte ETPs für einen längeren Zeitraum halten, kann die erwartete Rendite durch die Pfadabhängigkeit und Volatilität verzerrt werden. Dies gilt insbesondere bei einem volatilen Marktumfeld.

Zur Veranschaulichung soll das Beispiel auf der rechten Seite dienen. Hier werden 100 € in ein 2-fach gehebeltes Short-ETP investiert, das einen volatilen Index abbildet. Da der Index nach fünf Tagen 5 % eingebüßt hat, könnte der Anleger davon ausgehen, dass der Wert des ETP um 10 % gestiegen ist. Wir müssen jedoch die Wertentwicklung des ETP und des zugrunde liegenden Referenzindex im jeweils angegebenen Zeitraum betrachten. Da wir für unser Beispiel ein ETP mit einer täglichen Pfadabhängigkeit der Erträge verwenden, betrachten wir die tägliche Wertentwicklung des ETP und des Index.

Am Ende von Tag 1 ist der Indexwert um 2,9 % auf 97,10 gesunken. Um den entsprechenden Wert des ETP zu ermitteln, wird der 2-fache Short-Faktor mit der täglichen Veränderung des Index multipliziert.

In diesem Beispiel erhöht sich der Wert des 2-fach gehebelten Short-ETP um 5,8 % auf 105,80 (2 x 2,9 % = 5,8 %). An Tag 2 legt der Index um 1,9 % zu und steigt von 97,10 auf 98,94. Der Wert des ETP geht um 3,8 % zurück (2 x 1,9 % = 3,8 %) und fällt von 105,80 auf 101,78. Der 2-fache Short-Faktor wird also mit der täglichen Kursbewegung des Index multipliziert, dann mit der Veränderung des nächsten Tages usw. Dies ist ein Beispiel für ein ETP mit kumulierendem Effekt.

Am Ende von Tag 5 ist der Wert des ETP um 9,48 % gestiegen, obwohl der Index einen Wertverlust von 5 % verzeichnet hat. Die 5-Tages-Performance des Index sollte also nicht mit -2 multipliziert werden, um den Ertrag des 2-fachen Short-ETP abzuschätzen. Short- und/oder gehebelte ETPs sollten aufgrund der möglichen Volatilität des jeweiligen Engagements aktiv überwacht werden.


Short- und gehebelte ETPs mit kumulierendem Effekt – ein Zahlenbeispiel

Tag  Indexwert  Tägliche Kursbewegung  Wert 2-fach gehebeltes Short-ETP (€) 
100    100 
97.10  -2.9%  105.80 
98.94  1.9%  101.78 
95.98  -3.0%  107.89 
98.47  2.6%  102.28 
95.00  -3.5%  109.48 
Performance  -5.00%    9.48% 

Quelle: Wisdom Tree, hypothetisches Beispiel.


Short Leveraged 01

Quelle: Wisdom Tree, hypothetisches Beispiel.

Long-Position


Bei einer Long-Position profitiert der Anleger von einer Wertsteigerung der Anlage.
Beispiel: Ein Anleger erwirbt Unternehmensaktien. Wenn der Wert der Aktien steigt, können diese mit Gewinn verkauft werden.

Short-Position


Bei einer Short-Position profitiert der Anleger, wenn der Wert der Anlage sinkt.
Beispiel: Ein Anleger leiht sich von einem Broker Aktien aus, um diese zu verkaufen. Diese Aktien müssen zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgegeben werden. Wenn der Wert der Aktien nach dem Verkauf sinkt, kann der Anleger diese zu einem niedrigeren Preis als dem erhaltenen Verkaufspreis zurückkaufen und dem Broker zurückgeben.

Gehebelte Position


Bei einer gehebelten Position (Leverage) werden Finanzinstrumente eingesetzt oder Kredite aufgenommen, um das Ertragspotenzial einer Anlage zu steigern. Sowohl Short- als auch Long-Positionen können mit einem Hebel versehen sein.
Beispiel: Ein Anleger investiert 500 € in Unternehmensaktien. Dabei bringt er 250 € Eigenkapital ein und nimmt bei einem Broker einen zinsfreien Kredit in Höhe von 250 € auf.
Wenn die Aktien eine Wertsteigerung von 20 % erfahren, erhält der Anleger 600 €. Nach Rückgabe des Kredits in Höhe von 250 € bleiben dem Anleger noch 350 €. Dies entspricht einem Gewinn von 100 €. Wenn der Anleger lediglich seine eigenen Mittel investiert hätte, läge der Gewinn bei nur 50 € (Wertzuwachs um 20 % von 250 € auf 300 €).
Wenn die Aktien einen Wertverlust von 20 % erleiden, erhält der Anleger 400 €. Nach Rückgabe des Kredits in Höhe von 250 € bleiben dem Anleger noch 150 €. Dies entspricht einem Verlust von 100 €. Wenn der Anleger lediglich seine eigenen Mittel investiert hätte, wäre ihm ein Verlust von 50 € entstanden.

CURRENCY ETPs

Die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf Investitionen


Mit dem Währungsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass der Wert einer Anlage, die auf eine andere Währung als die Landeswährung des Anlegers lautet, aufgrund von Wechselkursschwankungen zwischen den beiden Währungen beeinträchtigt werden kann. Anleger vernachlässigen oft das Währungsrisiko bei ihren Anlagen. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass sich das Währungsrisiko erheblich auf den Wert einer Anlage auswirken kann. Praktisch jede Investition im Ausland ist von Währungsschwankungen betroffen: der erworbene Ruhesitz in Kalifornien genauso wie Aktien von Unternehmen, die an US-amerikanischen Börsen notiert sind.

Auch Investitionen im Heimatmarkt eines Anlegers können Währungsschwankungen unterliegen, wenn diese Anlagen auf Fremdwährungen lauten (z. B. Rohstoffe, die normalerweise in US-Dollar bewertet werden). Die Anleger fürchten häufig, dass der Wert ihrer Anlagen fallen könnte. Das Risiko einer Auf- oder Abwertung ihrer Währung bleibt jedoch meistens unberücksichtigt.

Währungsschwankungen können die Erträge eines Basiswerts zunichte machen. Wie aus der Abbildung rechts ersichtlich wird, hätte ein europäischer Anleger, der in US-Aktien investiert, zwischen Juli 2012 und Januar 2013 einen Wertzuwachs von rund 9,41 % verzeichnen können. Im gleichen Zeitraum legte der Euro gegenüber dem USDollar jedoch um 9,86 % zu. Aufgrund dieses Währungseinflusses wurden die Aktiengewinne vollständig neutralisiert, wodurch die Anlage insgesamt einen geringen Verlust hinnehmen musste.

Währungseinfluss auf Aktienrenditen

  US-Aktien (MSCI US)  Rendite in USD  EUR/USD  Währungsrendite (nicht abgesichert) Gesamtertrag 
31 Juli 2012  3343    1.2304     
31 Aug  3419  2.25%  1.2579  -2.21%  0.04%
28 Sep  3505  2.48%  1.2860  -2.21%  0.27% 
31 Okt 3440  -1.87%  1.2960  -0.77%  -2.65% 
30 Nov  3459  0.55%  1.2986  -0.20%  0.35% 
31 Dez  3489  0.86%  1.3193  -1.58%  -0.72% 
31 Jan 2013  3673  5.14%  1.3579  -2.88%  2.26% 
Gesamt    9.41%    -9.86%  -0.45% 

Quelle: Bloomberg, MSCI USD (Juli 2012 - Januar 2013).

Währungs-ETPs als Absicherung gegen eine Währungsabwertung


Währungs-ETPs können als Absicherung gegen eine Währungsabwertung eingesetzt werden. Im Beispiel auf der rechten Seite hätte sich der Anleger mit einem Währungs-ETP vor einer Abwertung der Währung schützen können. Ein Währungs-ETP mit einer Short-Position in USD und einer Long-Position in EUR hätte es dem Anleger ermöglicht, die Gewinne zu bewahren, die mit dem ursprünglich investierten Betrag erzielt wurden. Zwischen Ende Juli und Ende Januar wäre mit dem ETP ein Wertzuwachs von 9,14 % erzielt worden.

Währungs-ETPs als Anlageklasse: EUR/USD: Renditen zwischen August 2012 und Januar 2013

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Quelle: WisdomTree (August 2012 – Januar 2013).

Währungen als Renditequelle


Währungs-ETPs können auch als Anlageklasse zur Erzielung von Renditen eingesetzt werden. Währungen bieten als Anlageklasse die folgenden Vorteile:
  • Diversifikation: Währungen weisen häufig eine geringe oder sogar negative Korrelation mit herkömmlichen Anlageklassen auf. Beispiel: Im Zehn-Jahres-Zeitraum bis Dezember 2012 lag die Korrelation von EUR / USD gegenüber globalen Aktien bei 0,47 und gegenüber globalen Anleihen bei 0,29. Gleichermaßen betrug die Korrelation von USD / JPY gegenüber Aktien 0,27 und gegenüber Anleihen -0,32. Je nach beobachtetem Zeithorizont können diese Korrelationswerte natürlich schwanken. Wenn man Währungen zu einem Portfolio traditioneller Anlagen beimischt, kann dies im Hinblick auf die Korrelation eine stärkere Diversifizierung des Portfolios zur Folge haben12.
  • Makroökonomische Faktoren: Währungen können eingesetzt werden, um von makroökonomischen Entwicklungen zu profitieren. In den letzten Jahren haben die Eingriffe der Zentralbanken einen starken Einfluss auf die Währungsschwankungen ausgeübt.
  • Geringe Volatilität: Die meisten Währungspaare aus den Industriestaaten weisen seit jeher eine geringere Volatilität auf als Aktien.
  • Passive Anlagen: Passive Anlagen in Währungen können ungeachtet dessen, ob sie über verschiedene Währungen oder Anlagestile hinweg diversifiziert werden (oder beides), ein wirkungsvolles Mittel darstellen, um die Risiken dieser Anlagen zu reduzieren und Renditen zu generieren. Im letzten Jahrzehnt wurde mit typischen Währungsstrategien, bei denen in mehrere Währungen investiert wurde, eine bessere Wertentwicklung erzielt als mit Aktien, Anleihen und diversifizierten Rohstoffen13.
Jährliche Volatilität der wichtigsten Währungspaare aus Industrieländern gegenüber Aktien
Anlageklasse Volatilität 
Währungen   
EUR/USD  11.04% 
GBP/USD  9.88% 
AUD/USD  14.76% 
Aktienindizes   
FTSE100  20.49% 
S&P 500  21.69% 
MSCI EM  21.22% 
Euro Stoxx 50  25.62% 

Quelle: Bloomberg, Jährliche Volatilität der täglichen Renditen (Mai 2008 - Mai 2013).


Indexvergleich über einen Zeitraum von 10 Jahren

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Quelle: Bloomberg, Tageswerte (2002 - 2012).

12 Die Korrelationsstatistik basiert auf Monatswerten, wobei der MSCI World Index als Vergleichswert für globale Aktien und der Barcap Bonds Composite Global Index als Referenzwert für globale Anleihen herangezogen wird.
13 WisdomTree (Juni 2013).

Währungsgesicherte ETPs

Wie bereits ersichtlich wurde, können Währungsschwankungen die Erträge von Anlagen beeinflussen, die nicht auf die Lokalwährung des Anlegers lauten. Ein gutes Beispiel hierfür sind Anlagen in Rohstoffe, die meistens in US-Dollar bewertet werden. Das bedeutet, dass Anleger außerhalb der USA von den Kursunterschieden zwischen ihrer jeweiligen Lokalwährung und dem US-Dollar betroffen sind. Diese Kursunterschiede können positiv oder negativ sein. Aufgrund der seit zehn Jahren anhaltenden Schwäche des US-Dollar gegenüber den wichtigsten anderen Währungen mussten Anleger außerhalb der USA jedoch eine Schmälerung ihrer Gewinne hinnehmen.

THE DJ-UBS Commodity Index


Der DJ-UBS Commodity Index ist ein Index, der 22 Rohstoff-Futures14 nachbildet. Die jeweilige Gewichtung erfolgt unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Bedeutung und der Marktliquidität. Der Hauptindex ist in USD denominiert.

Währungsgesicherte ETPs auf einen Blick


Mit einer Währungsabsicherung können die Auswirkungen von Währungsschwankungen gemindert werden. In der Vergangenheit erforderten diese Strategien umfassende Fachkenntnisse und eine entsprechende Infrastruktur, um die Währungsabsicherung durchzuführen und eine präzise Abstimmung mit dem Rohstoff-Engagement zu gewährleisten. Deshalb konnten diese Strategien nur von institutionellen Anlegern angewendet werden.

Währungsgesicherte ETPs ermöglichen jedoch nicht nur ein Engagement im zugrunde liegenden Basiswert, sondern verfügen auch über eine integrierte Währungsabsicherung, die den Einfluss von Währungseffekten mindert. Auf diese Weise können sich die Anleger darauf konzentrieren, den Basiswert auf Grundlage seiner Fundamentaldaten zu analysieren, und müssen sich nicht um das Währungsrisiko kümmern.

Currency Hedged

Rendite aus Rohstoffanlagen mit und ohne Währungsabsicherung für EUR-Anleger

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Quelle: Bloomberg, Tageswerte (2001 - 2012)

Tracking-Differenz zwischen währungsgesicherten Rohstoffindizes mit täglicher und monatlicher Absicherung


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* Differenz zwischen den Varianten des DJ-UBS Commodity Index mit täglicher und monatlicher Absicherung in EUR und der nicht abgesicherten USD-Version.
Quelle: Bloomberg, Tageswerte (2005 - 2012).

                                       14börslich gehandelte Warentermingeschäfte.


ETPs und andere Anlageinstrumente


In Deutschland gibt es neben ETPs eine Reihe von Anlageinstrumenten, die unterschiedlich strukturiert sind. Um zu entscheiden, welches Anlageinstrument ihren Bedürfnissen am besten entspricht, sollten Anleger wissen, worin sich diese Anlageinstrumente unterscheiden.
Im Gegensatz zu OGAW-Fonds können Anleger nur während eines bestimmten Zeitraums in diese Art von Anlagefonds investieren. Die Anzahl der Anteile ist begrenzt und die Anlagen werden zusammengeführt sowie für die Allokation in verschiedene Anlageklassen von Immobilien- über Schiffsfonds bis hin zu Projekten im Bereich erneuerbare Energie und vieles mehr verwendet. Anleger werden grundsätzlich zu Teilhabern des Fonds (je nach Rechtsform des Fonds).
Zertifikate werden unter dem Sammelbegriff strukturierte Produkte zusammengefasst und sind Schuldverschreibungen. Diese bieten Anlegern vorgefertigte Anlagestrategien für verschiedene zugrunde liegende Anlageklassen durch den Einsatz von Derivaten. Die Anleger sind bei Investitionen in Zertifikate dem Kreditrisiko des Emittenten oder der Finanzinstitution, die den Emittenten unterstützen, ausgesetzt. Die Anlagen werden in der Bilanz der ausgebenden Bank zusammengefasst und stellen kein Sondervermögen dar. Der Handel erfolgt üblicherweise außerbörslich und Liquidität wird durch die ausgebende Bank bereitgestellt. Die wichtigsten Börsen in Deutschland sind EUWAX, Scoach sowie die Börsen in Berlin und Düsseldorf. Der Emittent erhebt eine Gebühr, die bei der Erstausgabe im Produkt eingepreist ist und die wiederum teilweise dafür eingesetzt wird, externe Fondsverwalter für die Produktplatzierung bei Privatkunden zu bezahlen.
OGAW-Fonds sind Anlagefonds und entsprechen der EU-Richtlinie des Rates zur Koordinierung der Rechtsund Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren („OGAW“). Die zuständige nationale Aufsichtsbehörde hat die Aufsicht über den Fonds und sobald der Fonds registriert ist, kann dieser in der EU frei vertrieben werden. Das Instrument ist offen (neue Anteile können ausgegeben und bestehende an den Emittenten zurückgegeben werden, üblicherweise an jedem Geschäftstag), unbefristet und dessen Anlagen stellen ein „Sondervermögen“ dar. In Bezug auf den Anlageansatz des Fonds gelten die allgemeinen Diversifizierungsregeln.
(einschließlich ETFs, ETCs, und ETNs)
Spezialfonds sind Anlagefonds, die nicht für den öffentlichen Vertrieb, sondern für institutionelle Anleger vorgesehen sind (normalerweise ein Einzelanleger). Spezialfonds fallen unter das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und die BaFin15-Richtlinien, sind aber üblicherweise weniger stark reguliert als OGAW-Fonds. Spezialfonds können durch ein Master-KAG verwaltet werden, wenn die Vermögensverwaltung ausgegliedert wurde.
Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist grundsätzlich ein Fondssparplan in einem Versicherungsmantel. Im Gegensatz zu normalen oder aktiengebundenen Versicherungsprodukten fließen die Sparanteile in die Fonds, die vom Versicherungsnehmer ausgewählt werden können. Nur wenige Policen bieten eine breite Auswahl an Fonds, in die zu diesem Zeitpunkt investiert werden kann. Da der Versicherungsnehmer ein Anlagerisiko trägt, besteht keine Zinsgarantie.

Comparing ETPs with Investment Trusts, Open-Ended Investment Companies (OEIC) and Unit Trusts


  ETP  Geschlossener Investmentfonds  OGAW-Fonds   Zertifikate
Rechtliche Struktur Sondervermögen oder Schuldverschreibung  meist GmbH & Co. KG  Inhaberschuldverschreibung 
Offen oder geschlossen  Offen  Geschlossen  Offen  Offen 
Preis  Bleibt durch Arbitrage nahe am NAV  Je nach Anlageart nicht täglich feststellbar  Direkt auf den NAV bezogen  Bleibt durch Arbitrage nahe am NAV 
Geld-Brief-Spanne   Ja  Ja, an spezialisierten Zweitmarktbörsen  Nein Einheitspreis  Ja 
Handel  Zu Börsenzeiten zum notierten Kurs  Nur an spezialisierten Zweitmarktbörsen, ansonsten vorher festgelegte Haltedauer  Höchstens einmal täglich  Zu Börsenzeiten zum notierten Kurs 
Zugang  An der Börse, meist mehrere Market-Maker  Direkt über Emissionsgesellschaft  Direkt über den Fondsmanager  An der Börse, Emittent einziger Market-Maker 
Anlageansatz  Passiv (selten aktiv)  Aktiv (selten passiv)  Aktiv oder passiv  Passiv (selten aktiv) 

15 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

ETP-Struktur


Um eine fundierte Anlageentscheidung treffen zu können, sollten Anleger mit den verschiedenen Anlageinstrumenten vertraut sein, die auf dem Markt erhältlich sind. In diesem Kapitel möchten wir Anlegern die verschiedenen ETP-Strukturen erklären, die gegenwärtig auf dem Markt für Exchange Traded Products (ETP) verwendet werden.
Physische Replikation
Bei der physischen Replikation (Nachbildung) werden die Basiswerte des nachgebildeten Index erworben. Hierbei kann es leichte Unterschiede geben, je nachdem, ob das jeweilige Produkt einen Index (üblicherweise ETFs) oder einen Rohstoff (üblicherweise ETCs) nachbildet.
Synthetische Replikation
Anders als bei der physischen Replikation werden mit einem synthetischen ETP nicht die Basiswerte erworben, die mit dem Produkt nachgebildet werden sollen. Stattdessen schließt der Emittent des ETPs mit einer Gegenpartei ein Swap-Geschäft ab, bei dem die Gegenpartei die Rendite des Basiswerts garantiert.

Replikationsmethoden auf einen Blick

 

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Physische Replikation

Bei der physischen Replikation (Nachbildung) werden die Basiswerte des nachgebildeten Index erworben. Hierbei kann es leichte Unterschiede geben, je nachdem, ob das jeweilige Produkt einen Index (üblicherweise ETFs) oder einen Rohstoff (üblicherweise ETCs) nachbildet.

Physische ETFs
ETFs mit physischer Replikation erwerben entweder alle oder eine Auswahl der Anlagen, aus denen sich der zugrunde liegende Index zusammensetzt. Die bei diesen ETFs angewendete Technik wird jeweils als „vollständige Nachbildung“ oder als „Nachbildung durch Sampling“ bezeichnet.

Vollständige Nachbildung


Alle Basiswerte werden gemäß ihrer Gewichtung im nachgebildeten Index im Fondsvermögen gehalten.

Diese Methode wird dann verwendet, wenn alle Indexwerte frei handelbar sind, eine überschaubare Anzahl darstellen und keinen erheblichen Änderungen unterliegen (z.B. die 50 Aktien des EURO STOXX 50®, dessen Zusammensetzung jährlich überprüft wird).

Nachbildung durch Sampling


Bei der Nachbildung durch Sampling (Sampling-Methode) werden nicht alle Titel eines Index erworben, sondern nur ein Teil.

Diese Methode kann sich als sinnvoll erweisen, wenn der Referenzindex sehr umfangreich ist und häufig geändert wird (beispielsweise der MSCI World Index, wo pro Jahr zuweilen 300 der 1.600 enthaltenen Titel ausgetauscht werden). Dieser Ansatz ist auch dann geeignet, wenn einzelne Bestandteile des Index eine geringe Liquidität aufweisen, da sonst zu hohe Kosten entstehen.
Der Hauptvorteil der vollständigen Replikation besteht darin, dass die mit dem Produkt gehaltenen Basiswerte identisch sind mit den Bestandteilen des Index. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass der Index sehr präzise nachgebildet wird. Ein Nachteil sind die potenziell hohen Transaktionskosten, die anfallen, wenn sich die Indexzusammensetzung häufig ändert und eine große Anzahl von Aktien ausgetauscht wird.

Bei der Nachbildung durch Sampling fallen die Transaktionskosten geringer aus. Da die Positionen des ETP allerdings nicht identisch sind mit den Bestandteilen des Index, weicht die Rendite des Produkts möglicherweise von der Indexrendite ab.

Die physische Replikation kann mit einem Kontrahentenrisiko einhergehen, wenn Wertpapierleihgeschäfte durchgeführt werden.

Wertpapierleihe


Hierbei wird ein Wertpapier von dessen Eigentümer an einen Verleiher verliehen, der im Gegenzug eine Gebühr entrichtet. Der Verleiher muss eventuell Sicherheiten hinterlegen, um seine mit dem Leihgeschäft einhergehenden Verpflichtungen abzusichern.

Die bei einem Leihgeschäft erhobene Gebühr kann zwar die Kosten eines ETP senken, gleichzeitig entsteht auf diese Weise jedoch ein Kontrahentenrisiko. Damit wird das Risiko bezeichnet, dass die entliehenen Wertpapiere bei einem Zahlungsausfall des Verleihers uneinbringlich sind. Unter diesen Umständen können im Vermögen des ETP Titel enthalten sein, die in keinerlei Zusammenhang mit den Werten des nachgebildeten Index stehen.

Physische ETCs

Physische ETCs sind mit einer bestimmten Menge des jeweiligen Rohstoffs besichert. Das ist nur dann möglich, wenn der jeweilige Vermögenswert über einen längeren Zeitraum hinweg problemlos gelagert werden kann. Deshalb kann die physische Replikation nur bei Edel- und Industriemetallen angewendet werden.

Der Wert eines physischen ETC setzt sich folgendermaßen zusammen:

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Physische ETCs sind mit der entsprechenden Anzahl an Barren besichert, die in einem Tresor (Edelmetalle) oder in einem Lagerhaus (Industriemetalle) aufbewahrt werden. Der jeweilige Barren ist ausschließlich dem Produkt zugeteilt und wird getrennt von den anderen Metallen aufbewahrt, die sich in diesem Tresor oder Lagerhaus befinden. Es gibt verschiedene Organisationen, die den Handel mit Edel- und Industriemetallen beaufsichtigen und für einheitliche Standards sorgen, darunter die London Bullion Market Association (LBMA), der London Platinum and Palladium Market (LPPM) und die London Metal Exchange (LME). Diese Organisationen sorgen dafür, dass der Markt für den Metallhandel einheitlichen Standards entspricht, indem sie die Qualität der Metalle gewährleisten und in den Lagerhäusern Inspektionen durchführen. Edelmetalle werden in Tresoren in London, Zürich oder Singapur aufbewahrt. Industriemetalle werden in Lagerhäusern verwahrt, die von der London Metal Exchange geprüft werden.

Der größte Vorteil einer Anlage in physisch besicherte ETCs besteht darin, dass sie eine Partizipation an der Entwicklung der Rohstoffpreise ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit bieten, dass jedes ETC einen Anspruch auf physisches Metall verbrieft, das sicher verwahrt wird und eine hohe Qualität aufweist.

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Synthetische Replikation

Anders als bei der physischen Replikation werden mit einem synthetischen ETP nicht die Basiswerte erworben, die mit dem Produkt nachgebildet werden sollen. Stattdessen schließt der Emittent des ETPs mit einer Gegenpartei ein Swap-Geschäft ab, bei dem die Gegenpartei die Rendite des Basiswerts garantiert.

Ein ETP-Anbieter kann sich aus verschiedenen Gründen für eine Swap-Struktur entscheiden:
  • Präzision: Da die Rendite eines synthetischen ETP von einer Gegenpartei garantiert wird, ist diese mit der Wertentwicklung des Basiswerts identisch.
  • Niedrige Kosten: Synthetische ETPs gehen mit niedrigeren Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf der Basiswerte einher.
  • Rohstoffe: Der Zugang zu Nichtmetallen ist aufgrund ihrer schwierigen Lagerung nur anhand der synthetischen Nachbildung möglich.
  • Vielfalt:Mit synthetischen ETP-Strukturen können Produkte realisiert werden, die physisch nicht möglich wären, darunter Short- und gehebelte Produkte, Volatilitätsindizes und Wertpapiere aus Schwellenländern.

Das größte Risiko synthetischer ETPs besteht in einem Zahlungsausfall der Gegenpartei, dem so genannten Kontrahentenrisiko. Wenn eine Gegenpartei ihren Verpflichtungen aus dem Swap-Geschäft nicht nachkommt, kann das ETP nicht die Rendite des nachgebildeten Index erzielen, wodurch auch den Anlegern Verluste entstehen können.

Um die Auswirkungen eines Zahlungsausfalls zu minimieren, werden die meisten synthetischen ETFs und ETCs mit Sicherheiten unterlegt.


Typen von Synthetischer Replikation
Die synthetische Replikation kann je nach Art des Swaps auf zwei Arten strukturiert sein: funded oder unfunded.

Synthetic Replication 01

Synthetic Replication 02

Synthetic Replication 03

Synthetic Replication 04

Swap


Eine Vereinbarung, bei der die Vertragsparteien die Rendite einer Anlage gegen die Rendite einer anderen Anlage tauschen. Alternativ zahlt eine Vertragspartei eine Gebühr für den Ertrag einer bestimmten Anlage.

Beispiel: Es wird vereinbart, dass ein ETP eine Gebühr für die Wertentwicklung des EURO STOXX 50® zahlt. Wenn der EURO STOXX 50® um 1 % steigt, enthält der ETP-Anbieter von der Gegenpartei eine entsprechende Zahlung. Wenn der Index um 1 % sinkt, erhält die Gegenpartei vom ETP den Differenzbetrag.

Sicherheiten


Im Allgemeinen werden damit ein odermehrere Vermögenswerte bezeichnet, die ein Verleiher als Sicherheit für eine Verbindlichkeit anbietet.

Im Zusammenhang mit ETPs werden damit üblicherweise Vermögenswerte bezeichnet, die von Swap-Anbietern zur Verfügung gestellt werden. So werden ihre Zahlungsverpflichtungen aus einer Swap-Vereinbarung besichert und das Kontrahentenrisiko minimiert.

Funded Swap-Struktur

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Sicherheitsabschlag (Haircut) 

Prozentualer Sicherheitsabschlag, der auf den Marktwert eines als Sicherheit dienenden Vermögenswerts erhoben wird.

Sicherheitsabschläge dienen als Polster, die den Emittenten eines ETP schützen, falls der Marktwert der Sicherheit fällt.
Bei einem funded Swap wird das Geld, das die Anleger für den Kauf des ETP bezahlt haben, dem Swap- ontrahenten übertragen (deshalb wird diese Form des Swap-Geschäfts auch als „gedeckt“ bezeichnet). Im Gegenzug investiert die Gegenpartei in dieser Höhe in den Basiswert und hinterlegt bei einer Depotbank Sicherheiten, die mindestens diesem Betrag entsprechen. Bei funded Swaps liegt das Eigentumsrecht an der Sicherheit je nach Ausgestaltung des ETP-Produkts bei der Gegenpartei oder beim ETP. Bei einem Zahlungsausfall des Kontrahenten gilt in beiden Fällen, dass die Sicherheit in den Besitz des ETP übergeht und verkauft werden kann, um den Erlös den Anlegern zufließen zu lassen.

Gemäß der OGAW-Richtlinie muss die vom Swap-Kontrahenten hinterlegte Sicherheit bei ETFs gewisse Anforderungen im Hinblick auf die Anlageklasse, die Liquidität und die Diversifikation erfüllen. Um einen Schutz vor Kursschwankungen zu gewährleisten, müssen darüber hinaus angemessene Sicherheitsabschläge vorgenommen werden (sogenannte „Haircuts“). Die Höhe des jeweiligen Sicherheitsabschlags ist abhängig vom Anlagetyp und von den Rechtsvorschriften des Landes, in dem das Produkt registriert ist. Die Sicherheit wird täglich zum Marktwert bewertet.
Funded Swap 
Funded Swap  Tag 1 Tag 2 Tag 3 
Indexwert  100  105  105 
Swap-Wert  100  105  105 
    Davor  Danach  Davor  Danach 
Besicherungswert  111  111  117  108  117 
Erläuterung  Der Index legt um fünf Punkte zu. Um nach dem Sicherheitsabschlag ein ausreichendes Besicherungsniveau zu gewährleisten, muss die Gegenpartei mehr Sicherheiten hinterlegen. Die Gegenpartei muss den Wert der Sicherheiten auf 117 aufstocken (105 / 90 % = 117). Auch wenn der Indexwert unverändert bleibt, ist der Wert der Sicherheit gefallen. Die Gegenpartei muss erneut zusätzliche Sicherheiten hinterlegen.


Unfunded Swap-Struktur

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Bei einem unfunded Swap wird das Geld, das die Anleger für den Kauf des ETP bezahlt haben, nicht direkt an den Swap-Kontrahenten übertragen. Stattdessen wird ein Teil des Geldes verwendet, um die Swap-Gebühr zu bezahlen. Das restliche Vermögen wird vom ETP-Anbieter verwaltet. Je nach Anbieter wird das Vermögen anders verwaltet:
  • Referenzkorb: Manche Anbieter erwerben mit dem Geld einen Korb an Vermögenswerten (normalerweise vom Swap-Kontrahenten), die in keiner Beziehung zu den nachgebildeten Vermögenswerten stehen. Die Wertentwicklung des Korbs wird dann gegen die Wertentwicklung der Vermögenswerte getauscht, die mit dem ETP nachgebildet werden.
  • Repogeschäft: Manche Anbieter schließen mit dem Geld ein umgekehrtes Pensionsgeschäft mit dem Swap-Kontrahenten ab, um eine Rendite zu erzielen.
Das mit ETFs oder ETCs verbundene Kontrahenten-Risiko wird in der Regel abgesichert – unabhängig davon, wie das Geld der Anleger verwaltet wird.
Pensionsgeschäft (Repo)

Eine Vereinbarung, bei der sich eine Vertragspartei dazu verpflichtet, einen Vermögenswert vorübergehend zu verkaufen und diesen später wieder zurückzuerwerben.

Umgekehrtes Repogeschäft

Dieselbe Vereinbarung, jedoch aus der Perspektive des Käufers, der den Vermögenswert erwirbt und später wieder verkauft.

OGAW und ETPs

OGAW („Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“) steht für eine Reihe von EU-Richtlinien, die innerhalb der Europäischen Union ein gemeinsames Rahmenwerk für die Regulierung von Organismen für gemeinsame Anlagen schaffen. Die OGAW-Richtlinien werden von den ETP-Anbietern begrüßt, da sie nach der Registrierung in einem EU-Land eine einfache und kostengünstige Möglichkeit bieten, um im fragmentierten europäischen Markt Anteile zu vertreiben.

Da die OGAW-Richtlinien bestimmte Diversifizierungskriterien vorschreiben, können nur ETFs OGAW-konform sein

OGAW-Richtlinie: Vorteile für Anleger
Im Falle von Marktstörungen kann der Wert eines OGAW-ETF von seinem NAV abweichen, z. B. wenn keine Market Maker bereit sind, Kauf- und Verkaufskurse zu stellen. Weicht ein ETF deutlich von seinem an der Börse ermittelten NAV ab, können Anleger, die im Verzeichnis der Anteilsinhaber des ETF eingetragen sind, ihre Anteile direkt beim ETF-Anbieter einlösen. Wenn ein Anleger seine Anteile über einen Broker bezogen hat, muss er beantragen, dass dieser die Anteile im Auftrag des Anlegers direkt einlöst
Die Vermögenswerte eines OGAW-Fonds müssen zur sicheren Verwahrung einer unabhängigen Depotbank anvertraut und getrennt von den Vermögenswerten der Depotbank und des Emittenten des ETF aufbewahrt werden. Diese Vermögenswerte können nicht verwendet werden, um die Verbindlichkeiten der Depotbank oder des Emittenten des Fonds zu tilgen. Das bedeutet, dass die Vermögenswerte des Fonds nicht herangezogen werden können, um bei einem Zahlungsausfall des Fondsanbieters dessen Gläubiger zu bezahlen.
Ein ETF ist nur dann OGAW-konform, wenn der nachgebildete Index eine ausreichende Diversifizierung aufweist. Höchstens 20 % des Nettovermögens eines Fonds dürfen in Wertpapiere eines einzelnen Emittenten investiert werden. Unter bestimmten Marktbedingungen kann diese Zahl auf 35 % angehoben werden.
Wenn ein Wisdom Tree Derivate (z. B. Swaps) einsetzt, verlangen die OGAW-Richtlinien, dass die Höhe des Engagements in einer einzelnen Gegenpartei begrenzt wird. Der in einen Derivatekontrakt investierte Betrag darf je nach Art der Gegenpartei 5 % oder 10 % des NAV nicht übersteigen.

Darüber hinaus ist der Fonds gemäß der OGAW-Richtlinie dazu verpflichtet, sein Engagement in allen Gegenparteien zu reduzieren, die ihren Verpflichtungen aus den Derivatekontrakt nicht nachkommen. Dies kann unter anderem durch die Hinterlegung von Sicherheiten erfolgen. Diese Sicherheiten sollten bestimmte Mindestkriterien erfüllen. So muss die Sicherheit mindestens einmal täglich bewertet werden. Darüber hinaus sollten Vermögenswerte, die hohen Preisschwankungen ausgesetzt sind, erst dann als Sicherheiten akzeptiert werden, wenn angemessene konservative Abschläge (so genannte „Haircuts“) vorgenommen wurden.
OGAW-konforme Wisdom Tree sind dazu verpflichtet, verschiedene Dokumente zu veröffentlichen, um die Anleger über die Merkmale des Produkts zu informieren. Unter anderem sind die folgenden Dokumente erforderlich: (i) der Verkaufsprospekt, (ii) die wesentlichen Anlegerinformationen (Key Investor Information Document – KIID) und (iii) die Jahres- und Halbjahresberichte.

Der Verkaufsprospekt muss verschiedene Informationen beinhalten, darunter eine Beschreibung des nachzubildenden Index, der Replikationsmethode sowie der Faktoren, die sich auf die Wertentwicklung des Wisdom Tree auswirken. Der Umfang der im Verkaufsprospekt erforderlichen Informationen fällt je nach Wisdom Tree-Typ unterschiedlich aus.

Da Verkaufsprospekte äußerst umfangreich und komplex sein können, wird mit den wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) eine übersichtliche und knappe Zusammenfassung bereitgestellt, in der die wichtigsten Informationen über einen Wisdom Tree gebündelt sind. Normalerweise werden diese Informationen auf zwei DIN A4-Seiten dargestellt. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass gewisse Informationen nicht in den wesentlichen Anlegerinformationen enthalten sind. Deshalb sollten Anleger immer auch den vollständigen Verkaufsprospekt lesen.

Die Jahres- und Halbjahresberichte enthalten Informationen über die einzelnen Anlagen und die Wertentwicklung. Die Berichte sind mit einem Kommentar des Fondsemittenten versehen, in dem die Entwicklung im Geschäftsjahr erläutert wird.
OGAW, ETCs und ETNs

ETCs und ETNs werden nicht als Fondsanteile, sondern als Schuldverschreibungen ausgegeben. Deshalb stellen sie im Sinne der OGAW-Richtlinie keine Organismen für gemeinsame Anlagen dar und unterliegen nicht den OGAWVorschriften. Auch wenn diese Anlagen nicht OGAW-konform sind, können sie trotzdem OGAW-geeignet sein. Das bedeutet, dass die Anlagen an sich zwar nicht OGAW-konform sind, sich jedoch als Anlagen für andere OGAW Fonds eignen.

Risiken von ETPs


Wir hoffen, dass Sie die Vorteile von ETP-Anlagen nun etwas besser nachvollziehen können. Wie bei allen Anlagen sind jedoch auch hier gewisse Risiken gegeben. Vor einer Anlage sollte daher geklärt werden, mit welchen Risiken die einzelnen ETP-Produkte verbunden sind.


  Physische ETFs Synthetische ETFs Physische ETCs; Synthetische ETFs ETNs 
Marktrisik •  •  •  •  • 
Tracking-Differenz •  •  •  •  • 
Steuern •  •  •  • 
Kosten •  •  •  •  • 
Währungsrisiken •  •  •  •  • 
Wertpapierleihe (•)         
Sampling  (•)         
Kontrahentenrisiko (•)*  •    •  • 
Kreditrisiko          • 

Wenn Wertpapierleihgeschäfte durchgeführt werden.
( ) = soweit zutreffend.

Physische ETFs
Marktrisiko
Da ETPs die Kursbewegungen ihres zugrunde liegenden Index oder Basiswerts nachbilden, kann ihre Wertentwicklung durch die Volatilität der jeweiligen Märkte beeinträchtigt werden.

Tracking-Differenz
Aufgrund ihrer Struktur und Kosten können ETPs ihre Basiswerte möglicherweise nicht präzise nachbilden.

Steuern
Wie die meisten Anlagen unterliegen ETPs normalerweise einer gewissen Besteuerung. Anleger sollten daher eine unabhängige Steuerberatung in Anspruch nehmen.

Kosten
Bei allen ETPs fallen interne (produktbezogene) oder externe (handelsbezogene) Kosten an.

Währungsrisiken
Alle Anlagen in Fremdwährungen werden von Wechselkursschwankungen beeinflusst (sofern das Produkt nicht mit einer Währungsabsicherung versehen ist).
Wertpapierleihe
Wenn physische ETFs Wertpapierleihgeschäfte durchführen, können die Kosten des Produkts damit gesenkt werden. Durch die Wertpapierleihe entsteht jedoch ein Kontrahentenrisiko.

Sampling
Physische ETFs, die eine Replikation durch Sampling betreiben, können zwar unter Umständen niedrigere Transaktionskosten aufweisen. Möglicherweise bilden diese ETFs ihren Referenzindex jedoch nicht so präzise nach wie ETFs mit synthetischer oder vollständiger Replikation.
Kontrahentenrisiko
Bei synthetischen ETPs erfolgt die Nachbildung ihres Basiswerts anhand von Swaps. Bei einem Ausfall der Gegenpartei ist es wahrscheinlich, dass diese die Rendite nicht erbringen kann. Um dieses Risiko zu mindern, werden synthetische ETFs und ETCs mit Sicherheiten hinterlegt.
Kreditrisiko
Da ETNs nicht als Sondervermögen strukturiert sind und normalerweise keine Hinterlegung von Sicherheiten erfolgt, sind diese Produkte von der Bonität ihres Emittenten abhängig.

Handel und Preise

Anleger beurteilen die Liquidität von ETPs häufig nach dem gehandelten Börsenvolumen. Tatsächlich stammt die Liquidität von ETPs aus zwei Quellen:

  1. dem gehandelten Börsenvolumen
  2. der Liquidität des Basiswerts
Dies liegt daran, dass ETPs im Austausch gegen den Basiswert oder Geld ausgegeben werden können. ETPs können sich daher Liquidität von den Basiswerten beschaffen, die sie nachbilden. Anders als bei Aktien wird der Preis nicht von Angebot und Nachfrage einer festen Anzahl von Aktien bestimmt, da bei zusätzlicher Nachfrage neue ETP-Anteile ausgegeben werden können. Die Preisfindung bei ETPs erfolgt vielmehr abhängig vom Basiswert. Durch Arbitrage wird sichergestellt, dass ETPs den entsprechenden Basiswert genau abbilden.

Ausgabe

Anleger in Exchange Traded Products kaufen und verkaufen Wertpapiere an der Börse. Dieser Handel wird als Sekundärmarkt bezeichnet. Daneben gibt es einen Primärmarkt, auf dem Autorisierte Marktteilnehmer (Authorised Participants = APs) direkt mit dem ETP-Anbieter handeln können, und der im Folgenden zu Informationszwecken dargestellt ist. Privatanleger können mit ETPs allerdings ausschließlich auf dem Sekundärmarkt über die Börse handeln.


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Wenn ein AP Anteile vom ETP-Anbieter kaufen (d. h. „ausgeben“) will, liefert er dem ETP-Anbieter normalerweise die jeweiligen Basiswerte (oder den entsprechenden Geldbetrag). Dafür erhält der AP vom ETP-Anbieter die ETP-Anteile. Diese Transaktionen erfolgen in der Regel in großen Blöcken (z. B. 50.000 Anteile). Sobald der AP die Anteile erhalten hat, kann er sie über die Börse an Finanzvermittler und Anleger verkaufen.

Authorised Participant (AP)


APs are financial institutions that source the underlying assets or cash needed to create the ETP. Only APs can create or redeem ETPs.

They are typically investment banks or specialist market makers.

Der Ausgabeprozess


1. Der AP beantragt beim ETP-Anbieter den Kauf (d. h. die „Ausgabe“) von Anteilen.

2. Der AP händigt dem ETP-Anbieter dann den entsprechenden Basiswert oder das Geld aus (wenn das ETP z. B. den EURO STOXX 50® abbildet, liefert der AP die EURO STOXX 50®-Aktien gemäß ihrer Gewichtung im Index oder den Geldwert der Aktien).

3. Im Gegenzug erhält der AP vom ETP-Anbieter die ETP-Anteile in Höhe des entsprechenden Gegenwerts.

3. Im Gegenzug erhält der AP vom ETP-Anbieter die ETP-Anteile in Höhe des entsprechenden Gegenwerts.

Rücknahme

Der Rücknahmeprozess bildet das Gegenstück zum Ausgabeprozess. Wenn Anleger Anteile eines ETP verkaufen, behält der AP sie entweder im eigenen Bestand oder gibt sie an den ETP-Anbieter zurück. Beschließt der AP, die Anteile zurückzugeben, stellt er einen Rücknahmeantrag beim ETP-Anbieter, der dann entweder den jeweiligen Basiswert zurückgibt oder einen entsprechenden Geldbetrag für die Anteile auszahlt, die dann storniert werden.

Der Ausgabeprozess


1. Der AP beantragt beim ETP-Anbieter den Kauf (d. h. die „Ausgabe“) von Anteilen.

2. Der AP händigt dem ETP-Anbieter dann den entsprechenden Basiswert oder das Geld aus (wenn das ETP z. B. den EURO STOXX 50® abbildet, liefert der AP die EURO STOXX 50®-Aktien gemäß ihrer Gewichtung im Index oder den Geldwert der Aktien).

3. Im Gegenzug erhält der AP vom ETP-Anbieter die ETP-Anteile in Höhe des entsprechenden Gegenwerts.

3. Im Gegenzug erhält der AP vom ETP-Anbieter die ETP-Anteile in Höhe des entsprechenden Gegenwerts.

Preise und NAV

NAV oder Nettoinventarwert


Der NAV (engl. Net Asset Value) entspricht generell dem Wert der Aktiva eines Organismus abzüglich seiner Verbindlichkeiten.

Bei ETFs entspricht der NAV dem Wert der vom ETF gehaltenen Anlagen (Aktien, Anleihen, Swaps, Barmittel etc.) abzüglich seiner Verbindlichkeiten Verwaltungsgebühr, Swap-Gebühr etc.). ETCs werden nach ihrem Preis bewertet, da sie als Schuldverschreibungen ausgegeben werden und nicht als Anteile. Dieser Preis wird nach einer Formel mit Bezugnahme auf den jeweiligen Basiswert berechnet. Der Preis eines ETC wird manchmal der Einfachheit halber als NAV bezeichnet.

ETPs können abhängig von der Nachfrage ausgegeben und zurückgenommen werden, was bedeutet, dass die Anzahl der ausgegebenen ETP-Anteile anders als bei Aktien variabel ist. Unternehmen geben eine feste Anzahl von Aktien aus (Ausnahmen bilden hier Kapitalmaßnahmen, bei denen zusätzliche Aktien emittiert werden), deren Preis dann abhängig von Angebot und Nachfrage schwankt. Dies ist wichtig, denn das Ziel eines ETP besteht darin, einen zugrunde liegenden Referenzindex oder Vermögenswert nachzubilden. Würde der Preis eines ETP je nach Angebot und Nachfrage schwanken, könnte es seinen Basiswert nicht mehr akkurat nachbilden.

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Theoretisch sollte der Preis eines ETP seinem Nettoinventarwert (NAV) geteilt durch die Anzahl der Anteile entsprechen. Der NAV verändert sich abhängig von den Preisschwankungen des Basiswerts, wodurch sich wiederum der Preis jedes ETP-Anteils verändert.

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Physisch unterlegte ETCs haben keinen NAV. Ihr Preis entspricht stattdessen dem Metallanspruch multipliziert mit dem Spotpreis des jeweiligen Metalls. Dieser Spotpreis ändert sich je nach Angebot und Nachfrage des Metalls.


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ARBITRAGE

Wenn sich der Preis eines ETP aufgrund von Angebot und Nachfrage von seinem NAV entfernt, eröffnen sich Arbitrage-Möglichkeiten.


Wenn ETP-Preis > Basiswert

Der AP kann die Basiswerte kaufen und sie gegen ETP-Anteile eintauschen. Diese Anteile können dann an Finanzvermittler und Anleger verkauft werden. Da die ETP-Anteile mehr wert sind als die Basiswerte, erzielt der AP einen Gewinn.

Wenn ETP-Preis <>

Der AP kann ETP-Anteile kaufen und sie gegen den Basiswert eintauschen. Diese Basiswerte können dann an Finanzvermittler und Anleger verkauft werden. Da die Basiswerte mehr wert sind als die ETP-Anteile, erzielt der AP einen Gewinn.

Bei ETPs ermöglicht der Ausgabe- und Rücknahmeprozess Arbitrage-Möglichkeiten. Der AP kann die Arbitragegeschäfte solange fortsetzen, bis kein Preisunterschied zwischen dem ETP und dem Basiswert mehr besteht und der Arbitrageprozess damit unrentabel wird. Damit wird sichergestellt, dass die Notierung eines ETP nur kurzfristig von seinem NAV abweicht.

Arbitrage


Der Kauf und Verkauf einer Anlage, um Preisunterschiede auszunutzen..

So kostet z. B. Brot in München 2 € und in Hamburg 1 €. Der Transport des Brots von Hamburg nach München kostet 50 Cent. Damit bietet sich nun die Möglichkeit, das Brot in Hamburg zu kaufen und in München mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Der Arbitrageprozess


Angenommen, ein physischer ETP auf den DAX 30 notiert zu 20 €, und der Basiswert, der das ETP bildet, wird zu 25 EUR gehandelt. Der AP kann jetzt das ETP an der Börse kaufen und gegen die DAX-Aktien eintauschen. Durch diesen Verkauf erzielt der AP einen Gewinn von 5 €. Da er das ETP kauft und den zugrunde liegenden Basiswert verkauft, reduziert sich der Preisunterschied zwischen beiden. Mit der Zeit laufen die Preise schließlich zusammen, und die Arbitrage wird unrentabel. Durch diesen Prozess hat der AP dafür gesorgt, dass sich der Preis des ETP und seines NAV wieder angleichen.

Liquidität

Da ETPs die Liquidität ihrer zugrunde liegenden Basiswerte ausnutzen können, lassen sich große Transaktionen ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Kosten durchführen. Hierzu ein Beispiel: Das durchschnittliche Tagesvolumen aller DAX 30 notierten ETPs, die den DAX 30 nachbilden, beläuft sich auf rund 110 Mio. €. Anleger, die nur diesen Wert betrachten, könnten zu dem Schluss gelangen, dass die Liquidität dieser Produkte begrenzt ist. Die verfügbare Liquidität für ETPs auf den DAX 30 ist allerdings deutlich höher, da das durchschnittliche Tagesvolumen aller DAX-30-Aktien mehr als 3,3 Mrd. € beträgt. Das ETP-Volumen macht lediglich 3,3 % des Volumens der zugrunde liegenden Anlagen aus.

ETP-Liquidität

  DAX-30-ETPs DAX-30-Aktien ETP-Volumen in % des Basiswerts
Tagesvolumen (€)  49,317,790  3,782,304,887  1,3% 

Quelle: Bloomberg, durchschnittliches Tagesvolumen per Monatsende (März 2013).

Anleger, die ein ETP-Investment in Erwägung ziehen, sollten zur Messung der Liquidität des ETP daher die Liquidität der zugrunde liegenden Anlagen betrachten und nicht nur das Börsenvolumen.

Überblick über die verschiedenen Orderarten

ETPs können genau wie Aktien an der Börse ge- und verkauft werden. Sie können über eine Online-Plattform oder einen Broker gehandelt werden. Das bedeutet, dass ein Anleger sein Portfolio in nur einer Transaktion und mit nur wenigen Mausklicks über ein Rohstoff-ETC diversifizieren oder an einem kompletten Referenzindex partizipieren kann.

Kauf eines ETP


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Differenz zwischen Order- und Ausführungskurs


Da ETPs an der Börse gehandelt werden, kann es bei der Ausführung zu Kursabweichungen kommen, d. h. zu einem Unterschied zwischen dem bestmöglichen Kurs einer Anlage und dem tatsächlich erzielten Kurs.

An einer Börse werden die besten Geld- und Briefkurse aller Market Maker für eine bestimmte Anlage in einem Orderbuch verzeichnet. In dem unten dargestellten hypothetischen Orderbuch werden in der Spalte „Briefkurs“ die Preise angezeigt, zu denen ein ETP-Anteil gekauft werden kann. Die Spalte „Größe“ zeigt, wie viele Anteile am Markt verfügbar sind, und die Spalte „Order“ enthält die Zahl der Market Maker, die die Anteile zum jeweiligen Briefkurs verkaufen. Um dies zu veranschaulichen, haben wir unten ein hypothetisches Orderbuch dargestellt. Angenommen, ein Anleger

Ein hypothetisches Orderbuch

 

Briefkurs (€)  Größe  Order  Summe 
10.83  2,000  2,000 
15.50  180  2,180 
16.30  100  2,280 
17.25  120  2,400 
20  160  2,560 
21.10  1,000  3,560 

Quelle: ETF Securities, hypothetisches Beispiel.

Die Order eines Anlegers wird ausgeführt, indem zuerst die billigsten Wertpapiere und danach schrittweise die teureren erworben werden. Wenn ein Anleger beispielsweise die Order über 3.000 Papiere sofort ausführen will, kauft er zunächst die 2.000 verfügbaren Wertpapiere zu 10,83 €, da sie am billigsten sind. Der Rest der Order wird ausgeführt, indem die 180 Wertpapiere gekauft werden, die zum zweitbesten Briefkurs angeboten werden (15,50 €). Anschließend werden die nächstteureren Papiere erworben. Dies geht so lange weiter, bis alle 3.000 Wertpapiere gekauft sind und die Order damit ausgeführt ist. Hierbei sollte erwähnt werden, dass zu 21,10 € zwar 1.000 Anteile des ETP angeboten werden, aber nur 440 Anteile gekauft werden müssen.

Der durchschnittliche Preis eines ETP-Anteils wird ermittelt, indem die einzelnen Briefkurse mit der Anzahl der Anteile multipliziert werden, die zu diesem Kurs gekauft werden, und die Summe dieser Werte durch die gesamte Ordergröße (3.000) dividiert wird. Wie in der Tabelle links dargestellt, würde die gesamte Order von 3.000 Papieren zu einem durchschnittlichen Kurs von 13,54 € ausgeführt, während der billigste Kurs 10,83 € beträgt. Der Anleger würde also einen deutlichen Aufschlag für die Anlage zahlen, der seinen erwarteten Gewinn schmälern würde.

Anleger können sich jedoch durch die Verwendung verschiedener Orderarten gegen diese Abweichungen absichern.

Berechnung des Durchschnittskurses eines ETP-Anteils

Briefkurs (€)    Gekaufte Anteile   Orderkosten(£) 
10.83  2,000  21,660 
15.50  180  2,790 
16.30  100  1,630 
17.25  120  2,070 
20  160  3,200 
21.10  440  9,284 
Total        40,634 


Kosten der gesamten Order (€)   40,634
Ordergröße 3,000 
Durchschnittskurs (€ ) 40,634 / 3,000= 13.54 

Orderarten


Es gibt vier wesentliche Orderarten; Market-Order; Limit-Order; Stop-Loss-Order; und Stop-Limit-Order.

Market-Orders werden unverzüglich ausgeführt, die Ausführung kann jedoch zu einem abweichenden Kurs erfolgen. Eine Market-Order ist im obigen Beispiel dargestellt.


Market-Order  Vorteile Nachteile Wird oft genutzt, wenn... 

Sofortige Ausführungzum besten Marktkurs

Unverzügliche Transaktion Kein garantierter Kurs und Gefahr der Ausführung zu einem abweichenden Kurse ein schneller Abschluss der Transaktion wichtiger ist als der konkrete Kurs
Limit-Order  Vorteile  Nachteile  Wird oft genutzt, wenn ... 

Ausführung erfolgt mindestens zum festgelegten Kursr

Ausführung erfolgt nur zu einem konkreten Kurs, den der Anleger bestimmt hat Wird dieser Kurs nicht erreicht, kommt keine Transaktion zustande eine Transaktion zu einem bestimmten Kurs ausgeführt werden soll 

Anleger, die möchten, dass ihre Aufträge zu einem bestimmten Kurs ausgeführt werden, verwenden häufig eine Limit-Order. Limit-Orders werden nach einer bestimmten Zeit gelöscht (normalerweise am Ende des Tages), können aber auch für längere Zeiträume erteilt werden. Solange sie noch nicht ausgeführt wurden, können sie geändert oder gelöscht werden. Andere Orderarten sind u. a.:

 Stop-Loss-Order Vorteile Nachteile Wird oft genutzt, wenn...

Ausführung als Market- Order, sobald der festgelegte Stopp-Kurs erreicht wird

Größere Aussicht auf Zustandekommen der Transaktion als Limit- Order, wenn der Kurs nahe dem festgelegten Kurs liegt Geringe Gefahr einer abweichenden Ausführung (Kurs kann sich nach Auslösung der Order ändern) ein Gewinn gesichert oder ein Verlust begrenzt werden soll
 
 
Stop-Limit-Order  Vorteile  Nachteile  Wird oft genutzt, wenn... 

Auslösung einer Limit- Order bei Erreichen des festgelegten Stopp-Kurses (d. h. Kombination aus Stopp- und Limit- Kurs)

Auslösung einer Limit- Order bei Erreichen des festgelegten Stopp-Kurses (d. h. Kombination aus Stopp- und Limit- Kurs Kurs muss zwei festgelegte Limits erreichen, bevor es zu einer Transaktion kommt ein Gewinn gesichert oder ein Verlust begrenzt werden soll und kein Zeitdruck vorliegt

Kosten und Performance

Die Kosten sind einer der wichtigsten Faktoren, die bei einer Anlage berücksichtigt werden müssen. Im Gegensatz zur Performance lassen sie sich leicht bestimmen.

Leider sind die Kosten für ETPs nicht immer eindeutig. Die am weitesten verbreitete Kostenkennzahl, die Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote, enthält häufig nicht alle Kosten. So sind verschiedene interne und externe Kosten, wie Transaktionskosten, Swap-Gebühren oder Geld-Brief-Spannen an Börsen nicht immer berücksichtigt.

In diesem Leitfaden versuchen wir, die gängigsten Kostenbestandteile zu beschreiben, die in den Gesamtkosten einer ETP-Anlage enthalten sind, und unterteilen diese in interne Kosten (Kosten im Zusammenhang mit dem Produkt) und externe Kosten (Kosten, die durch den Handel des Produkts entstehen).


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Interne Kosten

Die internen Kosten eines ETP werden vor allem von drei Faktoren beeinflusst;Gesamtkostenquote (TER18), Kosten für die Neugewichtung und Swap-Spreads.

Gesamtkostenquote (TER)

Die Gesamtkostenquote gibt die jährlichen Kosten für das Management des Produkts wieder. Sie wird als Prozentwert angegeben. Die in der TER berücksichtigten Kosten können je nach Anbieter variieren, umfassen aber in der Regel die folgenden Bestandteile:


Verwaltungskostensatz (MER) 
Administrative Kosten
Index-Lizenzgebühr
Lagerungskosten (bei physischen ETCs)
Kosten für Neugewichtung

Die Kosten, die einem physisch unterlegten ETP für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren entstehen.

Wenn der dem ETP zugrunde liegende Index seine Zusammensetzung ändert, muss dies auch der ETP tun. Die Transaktionskosten hängen davon ab, wie viele der Indexbestandteile wie oft geändert werden: je größer die Zahl der Änderungen und je häufiger die Änderungen, desto höher die Kosten für die Neugewichtung.
Swap-Gebühr

Die Gebühr, die der Anbieter eines synthetischen ETP für die Swap-Vereinbarungen an die Swap-Kontrahenten zahlen muss.

Die Swap-Gebühr wird zwischen ETPBetreiber und Kontrahenten ausgehandelt, wobei wirtschaftliche Faktoren wie die Absicherungskosten des Kontrahenten für das Swap-Geschäft, die Kosten für die Sicherheiten, das Bonitätsrating und die eigene Gewinnmarge berücksichtigt werden. Im Allgemeinen sind die Swap-Gebühren bei illiquiden oder exotischen Basiswerten höher.

In einigen Fällen wird die Swap-Gebühr in die TER der ETPs mit einbezogen.

Externe Kosten

Geld-Brief-Spanne
Wie bei jeder anderen gehandelten Anlage gibt es auch bei ETPs eine Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis.

 


Geldkurs  Briefkurs  Geld-Brief-Spanne 
Der Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, eine Anlage zu kaufen.  Der Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, eine Anlage zu verkaufen. Die Differenz zwischen dem Geld- und Briefkurs. 

Geld-Brief-Spannen werden von Market Makern gestellt, die dadurch sicherstellen, dass es immer einen Kauf- oder Verkaufspreis für die ETPs gibt. Market Maker werben um Kunden, indem sie versuchen, die günstigsten Kurse zu stellen. Bei einem ETP berücksichtigen Market Maker die Kosten für die Ausgabe und Rücknahme von Anleilen, die Market-Maker-Spanne sowie den Basiswert-Spread.


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Wenn einer dieser drei Kostenbestandteile steigt, weiten die Market Maker die Geld-Brief-Spanne aus, um weiterhin einen Gewinn zu erzielen.

Je mehr Market-Maker Geld-Brief-Kurse für einen ETP stellen, desto geringer ist in der Regel die Geld-Brief Spanne. Die Preise von ETPs, für die es viele Market Maker gibt, liegen generell näher an den Preisen der von ihnen abgebildeten Basiswerte. Dies bedeutet wiederum, dass die Anleger für den Kauf des Produkts weniger bezahlen und beim Verkauf mehr verdienen. 

Brokerage-Gebühr
Kosten, die ein Anleger für den Kauf oder Verkauf eines ETP an einen Broker zahlt.

Steuern
Für die verschiedenen ETPs fallen je nach Art des Produkts, Domizil und den persönlichen Umständen der Anleger unterschiedliche Steuern an. Den Anlegern wird empfohlen, die genaue Steuerbelastung von Steuerexperten in ihrem jeweiligen Land prüfen zu lassen.

Market Maker (MM)


Market Maker sind Firmen, die für Liquidität am Markt sorgen, indem sie Geld- und Briefkurse stellen. Ihr Gewinn resultiert aus dem Kauf einer Anlage zu einem Kurs, der unter dem Verkaufskurs liegt, oder umgekehrt aus dem Verkauf einer Anlage zu einem höheren Kurs als der Kaufkurs. Die Market Maker versuchen dabei, die Anlage nur so kurz wie möglich zu halten, und sie im Idealfall gleichzeitig zu kaufen und zu verkaufen.

Ein Beispiel: Für ETP 1 könnte ein Market Maker einen Briefkurs (Verkaufskurs) von 100 € und einen Geldkurs (Kaufkurs) von 99 € stellen. Wenn Sie Ihre Anteile an ETP 1 zu 99 € verkaufen, kann der Market Maker sie für 100 € an einen anderen Käufer weiterverkaufen und erzielt so einen Gewinn von 1 €.

Ausgabe- /Rücknahmegebühr


Die Gebühr, die der ETP-Anbieter für die Ausgabe (Creation) oder Rücknahme (Redemption) von Anteilen berechnet.

Market maker spread


MMs do not attempt to profit from changes in an asset's price; what most investors consider investment exposure is actually risk to the MM. Instead, they attempt to buy and sell simultaneously. This is not always possible, therefore the MM will hedge against the price fluctuation of an asset. The cost of doing so is the market maker spread passed on to the investor.

Basiswert-Spread


Die Kosten für den Kauf des Basiswertes, der für die Schaffung eines physisch besicherten ETP erforderlich ist (Basiswerte weisen ebenfalls Geld-Brief-Spannen auf). Diese Kosten sind bei illiquiden Basiswerten höher als bei liquiden.

Kosten jenseits der Gesamtkostenquote

Die Gesamtkostenquote (TER) eines Produkts stellt lediglich einen Teil der Gesamtkosten dar. Man sollte den Begriff „Gesamt“, daher nicht wörtlich nehmen: Hat ein Produkt eine niedrigere TER als ein anderes, bedeutet dies nicht unbedingt, dass dieses Produkt billiger ist.

Im folgenden vereinfachten Beispiel ist die TER von ETP A 15 Basispunkte niedriger als die von ETP B. Berücksichtigt man jedoch alle Produktkosten, zeigt sich, dass ETP A um 9 Basispunkte teurer ist. Die Anleger sollten ein ETP also nicht allein auf Grundlage seiner TER bewerten, sondern die gesamten Kosten berücksichtigen.

Beispiele für Kosten der Gesamtkostenquote

  TER (Bp.)  Swap-Spread (Bp.) Wertpapierleihe(Bp.) Geld-Brief-Spanne (Bp.) Gesamt-kosten (Bp.)
ETP A  25 15  -5  10  45 
ETP B  40  -15  36 

Quelle: ETF Securities, hypothetisches Beispiel.

Basispunkt / BPS


100 Basispunkte entsprechen 1 Prozentpunkt
(1 Basispunkt = 0.01%)

TRACKING

Both internal cost and replication method can affect how the product tracks the underlying. Even if the product tracked its underlying perfectly, it would still underperform its benchmark by the internal cost.

Tracking Error und Tracking-Differenz

The two most common methods of defining how well an ETP tracks its benchmark are tracking error and tracking difference are:

Tracking error


Die Volatilität der Performanceunterschiede zwischen einem Produkt und seinem Referenzindex.

Der Tracking Error ist die Standardabweichung der Performance eines Produkts von der Performance seines Referenzindex. Er gibt an, wie beständig das ETP seinen Index nachbildet.

Tracking Differenz


Der Performanceunterschied zwischen einem Produkt und seinem Referenzindex über einen bestimmten Zeitraum.

Die Tracking Differenz wird gemessen, indem die Unterschiede zwischen der Performance eines Referenzindex und der Performance des ETP gemessen werden, das diesen Index nachbildet. Sie zeigt, wie groß die negative Performance ausfällt. Aufgrund der Gebühren gibt es immer eine Tracking Differenz.

Die Tracking Differenz ist normalerweise negativ, d. h. dass das ETP hinter seinem Referenzindex zurückbleibt. Allerdings kann die Tracking Differenz bei physisch besicherten ETPs aufgrund eines Sampling-Ansatzes bei der Replikation und Erlösen aus der Wertpapierleihe positiv sein, was bedeutet, dass das ETP besser abschneidet als sein Index.

Berechnung des Tracking Error bei ETPs

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Quelle: Wisdom Tree, hypothetisches Beispiel.

In dem hypothetischen Beispiel unten liegt die Ursache für den Tracking Error in der Volatilität der Performanceunterschiede zwischen Index und Produkt. Werden jedoch die Ergebnisse zwischen Tag 1 und Tag 36 verglichen, ist keine Tracking Differenz zu erkennen, da sowohl der Index als auch das Produkt in diesem 3-Tage-Zeitraum das gleiche Ergebnis erzielen. Misst man dagegen die Performance über einen anderen Zeitraum, z. B. nicht über 36, sondern über 20 Tage, dann läge eine Tracking Differenz vor.

Die Tracking Differenz schwankt in der Regel im Verlauf der Zeit und hängt daher vom gewählten Zeithorizont ab. Der Tracking Error muss sich somit nicht unbedingt auf die Tracking Differenz über einen bestimmten Zeitraum auswirken.

Während sich die Tracking Differenz leicht messen lässt, ist die Ermittlung des Tracking Error weitaus komplexer, da die Anbieter zahlreiche Methoden zu seiner Messung verwenden.

Abweichungen beim Tracking Error können auf die folgenden Faktoren zurückgehen:
  • Häufigkeit der verwendeten Daten (täglich, wöchentlich, monatlich)
  • Zeitraum (ein Jahr, drei Jahre, fünf Jahre)
  • Rundungsabweichungen
  • Feiertagsbedingte Abweichungen

Gegenwärtig gibt es kein standardisiertes Verfahren zur Berechnung des Tracking Error. Das bedeutet, dass sich die von den ETP-Anbietern gelieferten Zahlen unter Umständen nicht eins zu eins vergleichen lassen.

Ursachen für Tracking Error und Tracking Differenz

Die Kosten haben einen wesentlichen Einfluss auf Tracking Error und Tracking Differenz. Da sich die Gesamtkosten für das Halten einer Anlage sowohl aus festen Kostenbestandteilen (TER) als auch aus variablen Elementen (Geld-Brief-Spannen) zusammensetzen, können diese Kosten zur absoluten Renditedifferenz (Tracking Differenz) zwischen einem Produkt und seinem Referenzindex sowie zur Volatilität dieser Differenz (Tracking Error) beitragen. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Reihe von Ursachen für den Tracking Error und die Tracking Differenz, die sich nicht auf die Kosten zurückführen lassen.


Kostenfaktoren mit Einfluss auf die Abbildungsqualität Kostenfremde Faktoren mit Einfluss auf die Abbildungsqualität
TER  Wiederanlage der Dividende
Kosten für Neugewichtung Quellensteuern
Swap-Gebühren Sampling
Steuern Wertpapierleihe

Wiederanlage der Dividende
Bei physischen ETPs, die Aktienindizes nachbilden, können die unterschiedlichen Annahmen zur Wiederanlage der Dividende im Index und im Produkt das Tracking beeinflussen.

Bei einigen Indizes wird eine unverzügliche Wiederanlage der Dividendenerlöse am Ex-Dividenden-Datum zugrunde gelegt, während ein Produkt die Dividende vor einer Wiederanlage erst erhalten muss. In dieser Zeit kommt es daher zu Unterschieden zwischen der Performance des ETP und seines Referenzindex.

Quellensteuern
Steuern, die auf Dividenden- oder Zinszahlungen aus Anlagen in einen Index erhoben werden, können die Abbildungsqualität beeinflussen.

Diese Steuern werden zwar bei der Indexberechnung berücksichtigt, betreffen jedoch möglicherweise nicht alle Anleger. Lassen Sie bitte von einem unabhängigen Finanzberater prüfen, welche steuerlichen Konsequenzen sich für Ihre Anlage ergeben.

Sampling
ETPs, bei denen die physische Replikation ihres Referenzindex auf dem Sampling-Ansatz basiert, weisen in der Regel einen höheren Tracking Error und eine höhere Tracking Differenz auf als ETPs, die auf eine volle oder synthetische Replikation setzen, da ihre Anlagen nicht genau mit denen des Index übereinstimmen.

Wertpapierleihe
Die Erlöse aus der Wertpapierleihe können die Kosten eines ETP senken und in einigen Fällen die internen Kosten des Produkts vollständig aufwiegen. Die Wertpapierleihe wird auf Seite 24 umfassend erklärt.

Wie gut entwickeln sich ETPs?


  Euro STOXX 50 Dax 30  S&P 500  MSCI Emerging Markets  Gold (physisch)
Tracking error (%)  0.06%  0.04%  0.04%  0.57%  0.00%1 
Tracking differenz (%) 0.46%  0.23%  0.02%  0.95%  0.40% 

Source: Morningstar, On the Right Track: Measuring Tracking Efficiency in ETFs (February 2013); WisdomTree (February 2013).

Die Tabelle zeigt, dass die Abbildungsqualität je nach Anlageklasse unterschiedlich ausfällt. Die Anleger sollten ihre Erwartungen daher an die jeweilige Anlage anpassen. So wäre eine Tracking Differenz von 1 % bei einem ETF aus Aktien der Industrieländer schwach, während dies bei einem Schwellenmarktprodukt durchaus akzeptabel wäre.

1 - Der annualisierte Tracking Error eines phyischen Gold-ETC im Zeitraum von Juli 2010 bis September 2012 lag bei 0,00024%.

Wichtigkeit von Tracking Error und Tracking Differenz

Anleger fragen oft, was wichtiger ist: der Tracking Error oder die Tracking Differenz? Die Antwort hängt davon ab, welches Ziel mit einer Anlage verfolgt wird. Bei renditeorientierten Anlagen ist die Tracking Differenz als Kennzahl sinnvoller, da die Anleger hier die Renditen maximieren und die Kosten gleichzeitig minimieren wollen. Der Tracking Error ist unter Umständen geeigneter, wenn die Anlage der Absicherung dient, da die Genauigkeit der Abbildung hierbei wichtiger ist als die Performance. Langfristig orientierte Anleger interessieren sich möglicherweise mehr für die Tracking Differenz, während Anleger, die kurzfristige Wertschwankungen ausnutzen möchten, vermutlich stärker auf den Tracking Error achten.

Indizes verstehen

Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Aktienindizes.

Total return index (TR)


An index in which any cash distributions from the underlying assets are reinvested.

For instance, the FTSE 100 total return index (Bloomberg code: TUKXG). There are also total return indices for bonds and commodities, which are calculated in a slightly different way.

Price return index (PR)


An index which only tracks the price movements of the underlying assets and does not reinvest cash distributions.

For instance, the FTSE 100 price return index (Bloomberg code: UKX).

EURO STOXX 50® Total Return Index (TR) ggü. EURO STOXX 50® Price Return Index (PR) von Oktober 2010 bis Oktober 2013

P49_etpedia -Brochure _EN_chart1

Quelle: Bloomberg (Oktober 2010 – Oktober 2013).

Diese Unterscheidung ist wichtig: Werden nämlich Bardividenden ausgeschüttet, sinken Kursindizes, während Performanceindizes von den Ausschüttungen nicht beeinflusst werden. Ein Beispiel: Wenn mehrere Unternehmen aus dem EURO STOXX 50® an einem bestimmten Datum Dividenden ausschütten, würde der SX5E-Index infolge der Dividendenausschüttungen nachgeben, wohingegen der SX5T-Index davon nicht betroffen wäre. Daher hat der SX5T-Index in den letzten drei Jahren eine Outperformance von mehr als 11 % gegenüber dem SX5E-Index erzielt21. Da in den Medien fast ausschließlich Kursindizes angegeben werden, kann dies für Verwirrung sorgen, wenn Anleger in ein ETP investieren, das einen Performanceindex nachbildet. Künftige Anleger sollten daher wissen, welche Art von Index (Performance- oder Kursindex) ein ETP nachbildet.


21 Bloomberg (April 2013).


FUTURES, CONTANGO AND BACKWARDATION

Eine der größten Anlageklassen, die ETPs einen Großteil von Anlegern zugänglich machen, sind Rohstoffe. Die meisten Nichtmetallrohstoffe können jedoch nicht physisch gehandelt werden, da ihre Lagerung teuer und schwierig ist. So sind Agrarrohstoffe und Vieh verderblich, und bei Öl besteht Explosionsgefahr. Daher greifen Anleger, die in Rohstoffe investieren wollen, ohne sich um den physischen Rohstoff selbst kümmern zu müssen, traditionell auf Futures-Kontrakte zurück. Wenn in den Medien also Rohstoffnotierungen angegeben sind, beziehen sich diese auf den Preis der Front-Month-Futures, d. h. auf diejenigen Terminkontrakte mit dem nächsten Verfallstermin.

ETCs auf Nichtmetallrohstoffe bilden daher in der Regel Futures-Indizes nach. Mit Futures sind jedoch bestimmte Kosten verbunden, über die sich die Anleger im Klaren sein sollten, wenn sie ETPs auf diese Kontrakte erwerben. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die Folgen von Contango und Backwardation.

Futures (Kontrakte)


Eine Vereinbarung, dass eine Anlage zu einem zukünftigen Termin und einem festgelegten Preis von einer Partei gekauft und von einer anderen Partei verkauft wird.

Futures-Kontrakte sind standardisiert, d.h. die Menge und Qualität der dem Kontrakt zugrunde liegenden Anlage wird im Voraus definiert. So entspricht ein Weizen-Future an der New Yorker Warenterminbörse NYMEX beispielsweise 5.000 Scheffel der Qualität Nr. 1 und der Sorte Soft Red Winter. Auf diese Weise wird die Entstehung eines liquiden Markts erleichtert, da Käufer und Verkäufer genau wissen, was sie handeln.

Futures-Kontrakte haben unterschiedliche Verfallstermine (der Zeitpunkt, zu dem der Rohstoff geliefert werden muss), die von einem Monat bis drei Jahren oder länger reichen.

FUTURES

Der Preis eines Futures-Kontrakts setzt sich aus dem Kassakurs (Spotpreis) des Basiswerts sowie den Haltekosten (Costs of Carry) zusammen, die weiter unten erklärt werden. Anstatt den Futures-Kontrakt zu kaufen, könnte der Anleger den Rohstoff erwerben und ihn über die Laufzeit des Kontrakts lagern. So könnte ein Anleger, der in drei Monaten 1.000 Barrel Öl erhalten will, entweder einen entsprechenden Futures-Kontrakt kaufen oder direkt die 1.000 Barrel Öl erwerben und sie drei Monate lang lagern.

Der sofortige Kauf des Rohstoffs verursacht jedoch Extrakosten, nämlich Zinsen sowie Lager- und Versicherungskosten. Diese Kosten werden als Haltekosten (Cost of Carry) bezeichnet.


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Unlike futures contracts, which expire, futures indices are constructed to simulate a continuous exposure to a commodity future of a particular maturity.
Rollrendite
Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf glattgestellt, um anschließend in einen neuen Kontrakt mit längerer Laufzeit zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des betreffenden Rohstoffs vermieden und ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht werden.

Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was einem Anleger in Rohstoff-Futures Verluste bescheren würde. Dieser Markttrend ist unter dem Namen „Contango“ bekannt, und der Preisunterschied wird allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet. Da die Rollrendite bei der Berechnung des Indexwerts berücksichtigt wird, hat sie negative Auswirkungen auf den Wert des Index.

Ein Beispiel: Angenommen ein Anleger hält 100 Front-Month-Kontrakte in Erdöl, die kurz vor dem Verfall stehen und daher gerollt werden müssen. Gemäß der Abbildung rechts können sie für 79 USD verkauft werden, was einen Gewinn von 7.900 USD bedeuten würde. Dieses Geld wird dann in Futures investiert, die einen Monat später verfallen (M2-Futures) und 79,4 USD kosten. Mit den 7.900 USD können jedoch nur 99 M2-Futures erworben werden. Der Anleger hat also aufgrund der Rollkosten 1 % seiner Anlage verloren.

Oil futures curve in contango

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Sources: WisdomTree, hypothetical example

P52_etpedia -Brochure _EN_chart2

Der Kauf von Kontrakten kann auch günstiger sein als der Verkauf, was einem Anleger einen zusätzlichen Gewinn bescheren würde. Diese Situation wird als „Backwardation“ bezeichnet. Befindet sich der Markt in Backwardation, erzielt ein Anleger durch das Rollen der Futures Gewinne. Grund dafür ist, dass der Verkaufspreis des aktuellen Futures-Kontrakts über dem Kaufpreis des neuen Kontrakts liegt.

Oil futures curve in backwardation

P52_etpedia -Brochure _EN_chart1 

Sources: WisdomTree, hypothetical example

P52_etpedia -Brochure _EN_chart2

Collateral yield
Bei einem Futures-Kontrakt wird der Großteil des bei der Lieferung des Rohstoffs fälligen Betrags nicht sofort gezahlt. Bei Futures-Indizes gilt dagegen, dass der gesamte Kontraktwert im Voraus bezahlt wird. Das würde allerdings bedeuten, dass Anleger, die in einen Futures-Index investieren, auf Zinsen verzichten müssten, die sie beim Kauf eines Futures-Kontrakts verdient hätten. Aus diesem Grund wird bei der Indexberechnung eine Collateral Yield berücksichtigt, um dem Rollprozess bei Anlagen in Futures besser Rechnung zu tragen.

Somit kann man sagen, dass ein Futures-Index aus drei Elementen besteht: der Spotrendite, der Rollrendite und der Zinsrendite (Collateral Yield). Ein Rohstoffindex, der alle drei Elemente umfasst, wird als Performanceindex bezeichnet.

P53_etpedia -Brochure _EN_chart1


Zusammensetzung der Rendite – DJ-UBS Crude Oil: jährliche Rendite von 1991 bis 2012

P53_etpedia -Brochure _EN_chart2

Quelle: Wisdom Tree, DJ-UBS, Bloomberg (1992 - 2012).

Es gibt allerdings ETPs, die Kursindizes nachbilden. In diesen Indizes ist die Collateral Yield nicht enthalten.


P53_etpedia -Brochure _EN_chart3


Die Folgen von Contango und Backwardation

Da ETCs auf Nichtmetalle Futures-Indizes nachbilden, wird sich auch die Rendite eines ETC aus den drei oben genannten Elementen Spotrendite, Rollrendite und Collateral Yield zusammensetzen. Aus der unteren Abbildung geht hervor, dass vor allem die Rollrendite dafür verantwortlich ist, dass ein Rohstoff-ETC die Spotrendite nicht erreicht. Die Rollrendite hängt davon ab, ob sich der Terminmarkt in Contango oder Backwardation befindet. Das Ausmaß der Auswirkungen dieser Marktsituation auf die Renditen von ETCs sollten nicht unterschätzt werden. Ein Beispiel dafür liefert das Jahr 2009: Obwohl der Spotpreis von Rohöl um über 50 % stieg, zehrte ein Contango diese Zugewinne fast vollständig auf.

ETCs können Futures-Indizes nachbilden, die Engagements in kurz- sowie in langfristigen Kontrakten simulieren. Eine Möglichkeit, die Auswirkungen von Contango und Backwardation kurzfristig abzuschwächen, besteht darin, in länger laufende Kontrakte zu investieren. ETCs, die kurzfristige Futures-Indizes nachbilden, müssen die Kontrakte häufiger rollen als ETCs auf langfristige Futures. Dadurch haben kurzfristige Preisänderungen und der Verlauf der Terminkurve eine stärkere Wirkung auf die Anleger. Der Preis von langfristigen Futures wird normalerweise vor allem von strukturellen Aspekten in Bezug auf die Angebots- und Nachfragesituation beeinflusst. In der Abbildung auf der nächsten Seite lässt sich erkennen, dass die Rollrendite des ETP, das den längerfristigen Futures-Index nachbildet, näher an Null liegt. Bei ETPs auf kürzer laufende Futures-Indizes können die Schwankungen der Rollrendite deutlich höher sein.

Kurzfristige Impulsgeber Langfristige Impulsgeber

Unmittelbare Angebots-/Nachfrage- Probleme aufgrund von:

  • Naturkatastrophen

  • Infrastruktur

  • Aktuelle Lagerbestände

Strukturelle Angebots-/Nachfrage- Probleme aufgrund von:

  • Nachfrage der Schwellenmärkte

  • Verbleibende Ressourcen


Ein Anleger kann versuchen, die Auswirkungen von Contango und Backwardation zu begrenzen und – in Einzelfällen – davon zu profitieren. Um Futures-Kontrakte möglichst wenig rollen zu müssen und die Spotpreise möglicherweise genauer nachzubilden, kann ein ETP einen länger laufenden Kontrakt nachbilden. Hierbei sollte angemerkt werden, dass ein ETC-Anleger mit einer langfristigen Ausrichtung bei einer Terminkurve in Backwardation von einer positiven Rollrendite profitieren kann. Einige ETCs bilden Indizes nach, in denen die Laufzeit der Futures zur Optimierung der Rollrendite dynamisch angepasst wird. Nicht alle dieser Strategien weisen jedoch eine bessere Performance auf.
Contango / Backwardation von ETFS Brent (1 M. & 2 J.) ggü. US Öl-Lagerbestände

(durchschn. rollierende 3-M-Renditen, März 1998 - Mai 2011)

Brent


Letztlich muss Anlegern klar sein, mit welchem Ziel sie investieren. Wenn ein Anleger versuchen will, kurzfristige Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage auszunutzen, empfiehlt sich hierfür möglicherweise ein ETP auf einen kurzfristigen Futures-Index. Will er dagegen von strukturellen Verschiebungen profitieren, dann ist unter Umständen ein längerfristiges ETP besser geeignet.

Aktive und passive Anlagen

Bei der Wahl eines Investmentfonds muss sich der Anleger zwischen zwei grundlegenden Strategien entscheiden: einem aktiven oder einem passiven Management. Wir analysieren in der Folge die Faktoren, die Anleger bei ihrer Entscheidung zwischen diesen beiden Strategien berücksichtigen sollten.
Fondsmanager aktiv verwalteter Fonds investieren in ausgewählte Anlagen1 (Aktien, Anleihen, Rohstoffe etc.). Ihr Ziel besteht darin, den Marktdurchschnitt zu übertreffen (der üblicherweise anhand eines Referenzindex, wie dem DAX 30 oder EURO STOXX 50®, dargestellt wird).
Bei passiv verwalteten Fonds oder Anlagen besteht das Ziel nicht darin, besser als der Markt abzuschneiden. Stattdessen versuchen passive Anleger, die Wertentwicklung des Referenzindex so präzise wie möglich nachzubilden.

Die meisten ETP-Produkte sind passive Anlagen, da mit ihnen ein Referenzindex oder Basiswert nachgebildet wird.


Die Kosten aktiver Fonds

Die meisten aktiven Fonds schaffen es nicht, ihre Benchmarks dauerhaft zu übertreffen, so dass passive Fonds eine attraktive Alternative darstellen. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies: Angenommen, 10.000 € werden in einen aktiven Fonds und in ein ETP investiert, und keines der beiden Produkte erzielt eine Rendite. Der aktive Fonds erhebt eine Gebühr von 2 %, während das ETP nur 0,5 % berechnet. Die folgende Tabelle zeigt, wie viel Kapital in den einzelnen Zeiträumen verbleiben würde:


1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre  10 Jahre  20 Jahre 
Aktiver Fonds (Gebühr: 2 %)  £9,800  9,411.92€  9,039.21€  8,170.73€  6,676.08€ 
ETP (Gebühr: 0,5 %)  9,950€  9,850.75€  9,752.49€  9,511.10€  9,046.10€ 

Quelle: WisdomTree, hypothetisches Beispiel.

Über 20 Jahre wären die Kosten für den aktiv verwalteten Fonds um fast 2.500 € höher gewesen als für das ETP. Dies ist natürlich ein extremes Beispiel, aber die Einsparungen sind erheblich, sogar über kürzere Zeiträume.

In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Gesamtkostenquoten (TER) für aktiv verwaltete Fonds und ETPs in denselben Anlageklassen aufgeführt. Im Schnitt berechnen ETPs geringere Gebühren als aktiv verwaltete Fonds. Im Oktober 2013 zahlten deutsche Anleger für einen aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds durchschnittlich 34 Basispunkte mehr als für ein ETP. In Nischen-Anlageklassen sind die Unterschiede noch größer. So sind Schwellenmarktaktienfonds im Schnitt 110 Basispunkte teurer als entsprechende ETPs. Die Daten zeigen also, dass ETPs in der Regel günstiger sind als aktiv verwaltete Fonds.
Sektor Aktiv (%) ETP (%)
 Aktien DEU  1.23  0.33 
 Aktien global  1.18  0.45 
Aktien Schwellenmärkte  1.74  0.64 
Diversifizierte Anleihen GBP  0.68  0.20 
Diversifizierte Anleihen EUR  0.94  0.21 
Diversifizierte Anleihen USD  0.92  0.23 

Quelle: Wisdom Tree (März 2013).

Risiken passiver Anlagen

Ein passives Management birgt gewisse Risiken.

Indexverzerrung


Die Anlage in einen passiven Indexfonds hat den Vorteil, dass man an einer breiten Zahl von Basiswerten partizipiert. Ein Indexengagement garantiert jedoch nicht immer automatisch auch eine Diversifikation. So können Indizes stark in einem bestimmten Sektor konzentriert sein. Im Juli 2007, auf dem Höhepunkt des Booms vor der Krise, machten Finanzdienstleistungen 36 % des EURO STOXX 50® aus. In den folgenden zwei Jahren ging dieser Anteil auf 31 % zurück und die Marktkapitalisierung sank um 479. Mrd. € was zu einem Rückgang des EURO STOXX 50® von 41 % in diesem Zeitraum beitrug.

Ein kompetenter aktiver Manager wäre möglicherweise in der Lage gewesen, seine Verluste zu reduzieren, indem er sein Engagement im Finanzsektor verringert. Für einen passiven Anleger hätte diese Möglichkeit nicht bestanden. Viele Verfahren zur Zusammenstellung von Indizes begrenzen allerdings die Sektor- und Einzeltitelgewichtungen, um dieses Risiko zu senken.

Tracking-Ungenauigkeit


ETPs versuchen zwar, Indizes so genau wie möglich nachzubilden, sind dabei jedoch nicht hundertprozentig erfolgreich. In der Praxis kommt es normalerweise zu Tracking Differenzen zwischen dem Index und dem Produkt. In den liquidesten Märkten sind diese Differenzen allerdings begrenzt. So beträgt die durchschnittliche Tracking Differenz von ETPs auf den EURO STOXX 50® nur 0,47%. Bei einzelnen ETPs kann sie dagegen deutlich höher ausfallen, vor allem in weniger liquiden Marktsegmenten. Ein ETP, das stark hinter seinem Index zurückbleibt, erzielt unter Umständen weniger Rendite als ein aktiver Fonds.

Kombination von aktiven und passiven Anlagen


ETPs sollten als Bausteine innerhalb eines Anlageportfolios genutzt werden. Die Kombination von aktiven und passiven Anlagen in einem einzigen Portfolio kann sich für die Anleger als positiv erweisen. Durch die Beimischung eines passiven Fonds zu einem Kernportfolio lassen sich die Gesamtkosten und die Volatilität des Portfolios senken. Zusätzliche Positionen (die als Satelliten-Anlagen bezeichnet werden) nutzen die Möglichkeit aktiver Fonds, zukunftsgerichtete Prognosen umzusetzen und den Markt möglicherweise zu übertreffen. Mit diesem flexiblen Portfolioaufbau aus Kern- und Satelliten-Anlagen sollen die Vorteile aktiver und passiver Strategien optimal kombiniert werden.

Die Zukunft von ETPs

Obwohl es bereits vorher Prototypen gab, gilt die Notierung des SPDR S&P 500 (SPY) an der NYSE am 22. Januar 1993 allgemein als Geburtsstunde der ETP-Branche.

Europa zog im Jahr 2001 mit der Notierung des Euro STOXX 50 an der Frankfurter Börse nach.

Seitdem hat sich die Branche schnell weiterentwickelt. Das verwaltete Vermögen des SPY beläuft sich mittlerweile auf rund 155 Mrd. USD22 , und in der Branche als Ganzes beträgt es heute über 2 Bio.23

Wachstum des ETP-Markts
Der ETP-Markt wächst weiter, da die Anbieter immer neue Produkte entwickeln. Ursprünglich waren ETPs auf long-only Aktienprodukte beschränkt, aber mittlerweile decken sie auch verschiedene exotische Sektoren ab. Schwellenmarkt-, Anleihen- und Rohstoff-ETPs sind heute gang und gebe, und auch Short- und Hebel-Produkte sowie Volatilitäts- und währungsgesicherte ETPs werden von vielen Anlegern genutzt.

McKinsey & Company 24 prognostizieren bis 2015 ein kräftiges globales ETP-Wachstum, wie die folgende Abbildung zeigt:

ETPs: Wachstumsprognose

ETP growth forecast

Quelle: McKinsey & Company, The Second Act Begins for ETFs (August 2011), WisdomTree (June 2013)

Obwohl Prognosen über eine so innovative Branche schwierig sind, könnte es in Zukunft zu den folgenden Entwicklungen kommen:

ETPs für spezifische Strategien: Ein Wachstum von ETPs, die eine bestimmte Anlagetechnik replizieren. Beispielsweise ein Merger-Arbitrage-ETP, das versucht, die Preisunterschiede bei übernommenen Unternehmen auszunutzen.

Indexexperimente: Da ETPs Indizes nachbilden, ist es nur natürlich, dass parallel zum Wachstum der ETPs die Zahl und Vielfalt der Indizes zunimmt. So wie ETP-Anbieter versuchen, ihre Produkte zu differenzieren, schaffen auch Indexanbieter eine größere Auswahl von Indizes, die von den ETPs nachgebildet werden können.

Regulierung: Der Retail Distribution Review in Großbritannien ist möglicherweise nur die erste in einer Reihe von Vorschriften, die sich auf das Wachstum der ETPs auswirken. Durch das Verbot von Provisionen und die Vorschrift für Berater, den gesamten Markt für Vermögensanlagen zu berücksichtigen, dürfte der ETPMarkt an Bedeutung gewinnen, vor allem unter den Privatanlegern und auch unter Finanzvermittlern.

Der eigentliche Erfolg der ETPs war jedoch vermutlich die Demokratisierung der Geldanlage. ETPs haben Privatanlegern Zugang zu Anlagen und zunehmend auch zu Strategien verschafft, die zuvor nur institutionellen Investoren wie Banken oder Hedgefonds offenstanden. Wenn die ETP-Anbieter so innovativ bleiben, prognostizieren wir, dass die Branche den Privatanlegern auch weiterhin immer neue Investmentmöglichkeiten zur Verfügung stellen wird.

1 Source: Bloomberg (August 2013).
2 BlackRock ETP Landscape: Industry Highlights (January 2013).
3 McKinsey & Company, The Second Act Begins for ETFs (August 2011).

ETPs und Steuern

Viele potenzielle Anleger haben Fragen hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von ETPs. Da sich der Steuerstatus jedes einzelnen Anlegers jedoch anders gestaltet, können hier nur allgemeine Informationen über die mögliche Steuerbelastung durch ETPs gegeben werden.


Der nachfolgende Überblick entspricht dem Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung (Oktober 2013) und bezieht sich ausschließlich auf Anleger in Deutschland. ETF Securities empfiehlt potenziellen Anlegern, vor einer Anlage den Rat eines unabhängigen Anlage- und Steuerberaters einzuholen.

ETPs sind oft wie Fonds strukturiert. Infolgedessen müssen sämtliche ETPs hinsichtlich der Bestimmungen des deutschen Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) analysiert werden. Einige ETPs, beispielsweise OGAW16-konforme ETFs, fallen klar in den Anwendungsbereich des KAGB und erfordern eine jährliche Berichterstattung bezüglich der relevanten Steuerinformationen, um die Steuertransparenz aus deutscher Sicht zu gewährleisten. Andere ETPs, beispielsweise börsengehandelte Rohstoffprodukte, fallen außerhalb des Anwendungsbereichs des KAGB. Anleger sollten in Bezug auf die Auswirkungen des KAGB auf Investitionen in börsengehandelte Produkte den Rat eines Steuerberaters einholen.

Bei bestimmten ETPs muss ein Jahresbericht zur Verfügung gestellt werden, um die Steuertransparenz des Emittenten aus deutscher Sicht zu gewährleisten. Steuertransparenz ist wichtig, weil bei den Anlegern Strafsteuern erhoben werden können, wenn diese die erforderlichen Informationen nicht bereitstellen. Bei der Steuererklärung müssen ebenfalls Informationen bezüglich Aktiengewinn und Zwischengewinn bereitgestellt werden, da diese Auswirkungen auf die Steuerbelastung der Anleger haben können. Anleger sollten in Bezug auf die Steuertransparenz bei börsengehandelten Produkten sowie in Bezug auf die Art und Weise, wie die Informationen verwendet werden können oder sollen, den Rat ihres Steuerberaters einholen. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Investmentsteuergesetz in naher Zukunft geändert wird, da die Grundsätze der sogenannten AIFM-Richtlinie17 ebenfalls in Deutschland umgesetzt werden.

Deutschland erhebt eine Abgeltungssteuer von 25 % (26,38 % unter Einschluss des Solidaritätszuschlags) auf den Verkauf von Wertpapieren sowie auf den Zins- und Dividendenertrag von Privatanlegern. Die Veräußerung der meisten ETPs unterliegt der Abgeltungssteuer.

16 Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere.

17 Alternative Investment Fund Managers Directive.