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Auswirkungen der Zentralbankpolitik
Verarbeitendes Gewerbe sorgt für Verlangsamung
13. Mar 2019
Kevin Flanagan, Head of Fixed Income Strategy


Mit Beginn des letzten Monats des ersten Quartals wünschen Anleger Antworten auf bestimmte Fragen in Bezug auf die wirtschaftliche Verfassung der Eurozone. Es wurde bereits viel darüber geschrieben und es herrscht Konsens darüber, dass 2019 eine Verlangsamung eintreten dürfte. Interessant ist dabei, auf welche Art von Verlangsamung die Anleger sich einstellen sollten.

 

Jüngst gab die EU-Kommission ihre Prognose ab, die im Kern den Konsenserwartungen entspricht. Für 2019 rechnet sie in der Eurozone mit einem Rückgang des BIP-Wachstums um 0,5 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent, was im Wesentlichen mit der allgemeinen Schätzung der Ökonomen von 1,4 Prozent übereinstimmt. Die Prognosen einzelner Ökonomen liegen allerdings unterhalb der Marke von 1,0 Prozent, wobei die niedrigste Einschätzung 0,8 Prozent beträgt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich mittlerweile ebenfalls geäußert und den Zinsausblick auf ihrer Sitzung vergangene Woche von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent gesenkt.

 

Abbildung 1: Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone 

 

Quelle: Bloomberg. Stand: 22. Februar 2018.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

 

Interessanterweise präsentiert sich die Ausgangssituation auf Basis der einzelnen Länder nicht gerade ermutigend. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone verbesserte sich im 4. Quartal um gerade einmal 0,2 Prozent, was im Grunde den Zahlen des 3. Quartals entsprach und die laufende Verlangsamung bestätigte. Für die eigentliche Enttäuschung jedoch sorgten die Zahlen aus Deutschland: 0,0 Prozent im 4. Quartal gegenüber -0,2 Prozent im 3. Quartal. Mit diesem Ergebnis schlitterte Deutschland haarscharf an einer technischen Rezession vorbei. Noch härter traf es Italien, das sowohl für das 3. als auch für das 4. Quartal nur negative Ergebnisse vorweisen konnte. 

 

Derzeit rechnen wir weiterhin nicht damit, dass die Eurozone 2019 eine Rezession erleben wird.  Als einen der entscheidenden Wirtschaftsindikatoren behalten wir die monatlichen PMI-Berichte im Auge. Für Februar verbesserte sich der „vorläufige“ zusammengesetzte Index für die Eurozone gegenüber dem Vormonat geringfügig von 51,0 auf 51,4 Punkte – der erste Anstieg seit August vergangenen Jahres. Üblicherweise wird die Unterbrechung eines Abwärtstrends als leicht ermutigendes Signal gewertet. Nachfolgend betrachten wir dieses Konjunkturbarometer etwas genauer. Der Gesamtindex setzt sich aus zwei Teilkomponenten zusammen – eine für das verarbeitende Gewerbe und eine für den Dienstleistungssektor. Wie die Grafik zeigt, haben sich die beiden Komponenten im Februar in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Der Teilindex für den Dienstleistungssektor stieg auf ein Drei-Monats-Hoch von 52,3, während der Index für das verarbeitende Gewerbe erneut nachgab und mit 49,2 nicht nur unter den Grenzwert von 50 (Wendepunkt zwischen Expansion und Kontraktion), sondern auch auf das niedrigste Niveau seit Juni 2013 sank.

 

Auf Länderebene ergab sich für Deutschland und Frankreich jeweils ein höherer Wert für den PMI-Gesamtindex. In Frankreich verbesserten sich die Zahlen sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor im Vergleich zum Januar, in Deutschland war die Entwicklung beider Komponenten wie im Gesamtindex für die Eurozone gegenläufig, wobei das verarbeitende Gewerbe ein Tief von 47,6 markierte.

 

Fazit

 

Die leichte Verbesserung des PMI für die Eurozone schürt die Hoffnung, dass es in diesem Jahr nicht zu einer Rezession kommen wird – vorausgesetzt, der eingeschlagene Kurs kehrt sich in den kommenden Monaten nicht um. Nicht mehr leugnen lässt sich allerdings, dass sich das Wirtschaftswachstum mittlerweile deutlich verlangsamt, was in erster Linie der Schwäche im verarbeitenden Gewerbe geschuldet ist. Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB 2019 von Zinserhöhungen absehen. Dafür spricht auch die angepasste Forward Guidance, in der nun nicht mehr von unveränderten Zinsen „mindestens bis zum Sommer“, sondern „mindestens bis Ende 2019“ die Rede ist.

 

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