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Macro Alerts
Berücksichtigen Sie die Volatilität und ihre Einflussfaktoren, wenn Sie börsengehandelte Short-Produkte (ETPs) verwenden
24 Nov 2016
Viktor Nossek , Director of Research


Die Verwendung von Short-ETPs stellt ein effektives Sicherungsinstrument dar, doch es ist entscheidend, die Volatilität der ETPs und die (gehedgte) Anlagedauer zu berücksichtigen. Generell gilt: Je höher (geringer) der Leverage-Faktor, desto weniger (mehr) Kapitaleffizienz erzielt man. Geht die gehedgte Anlagedauer über einen Tag hinaus, ist ein erneutes Rebalancing des gehedgten Engagements notwendig, um die Long Position dauerhaft zu schützen. Grund dafür sind die relativ großen Auswirkungen, die die tägliche Aufzinsung auf Renditen von Short-ETPs haben kann, wenn die Eigentumsdauer mehr als einen Tag beträgt. Nochmals: Generell gilt, je länger die Haltedauer, desto wahrscheinlicher ist es, dass die kumulative Rendite von Short-ETPs von der erwarteten Rendite abweicht. Die Abweichung der tatsächlichen von den erwarteten Renditen eines Short-ETP ist von seiner Volatilität abhängig, die effektiv durch Folgendes bedingt ist:

1) Durch die Art des Marktumfelds/der Marktstimmung: Ist der Markt volatil oder stabil oder tendiert er in eine Richtung?

2) Durch die zugehörige Assetklasse: Handelt es sich bei den Basisinstrumenten um Anleihen, Aktien, Rohstoffe etc.?

3) Durch den Leverage-Faktor: Weist das Engagement einen 2-fachen, 3-fachen, 4-fachen, 5-fachen Hebel oder ein größeres (oder geringeres) Vielfaches verglichen mit dem Basisinstrument auf?

Marktverhältnisse

In einem volatilen Marktumfeld, in dem ein Anlagekurs steigt und fällt, besteht die Tendenz, dass Short-ETPs kumulative Renditen erzielen, die mit der Zeit schneller verfallen als die Renditen der zugrunde liegenden Benchmarks. Bei Abwärts- bzw. Aufwärtstrends tendieren gehebelte Short-ETPs dazu, kumulative Renditen zu erzielen, die mit der Zeit schneller steigen als die Renditen der Benchmarks. In der Finanzkrise beispielsweise stellten sich hoch bewertete Staatsanleihen als anfällig für Systemrisiken im Bankensektor heraus. Sie verursachten größere Kursbewegungen als in der folgenden Phase der Zinssenkungen und der quantitativen Lockerung, die das Vertrauen in den Markt wiederherstellten. Diese Ereignisse verringerten die empfundenen Risiken für Anleihen und verminderten infolgedessen die Volatilität. Daher müssen Anleger zuallererst an die Beschaffenheit des Marktumfelds denken, in dem sie investieren, wenn sie die Volatilität und deren Auswirkungen auf Short-ETPs bewerten.

Die Assetklasse

Ein weiterer wichtiger Faktor, der sich auf die Erträge von Short-ETPs auswirkt, ist die Volatilität der Assetklasse. Staatsanleihen mit hoher Bonität gelten als sicherer Hafen, Sie weisen eine sehr viel geringere Volatilität auf beispielsweise Aktien oder Rohstoffe. Grafik 1 bildet die Volatilität auf zwei Arten ab: Erstens als einzelne Messgröße einer Standardabweichung (auf Jahresbasis umgerechnet) der historischen wöchentlichen Renditen (orangefarbene Rauten). Zweitens als Streuung der historischen wöchentlichen Renditen (das oberste und das unterste Dezil und eine Standardabweichung über und unter dem Durchschnitt).

Aus dieser Grafik lässt sich ablesen, dass bei allen zugrunde liegenden Benchmarks der Boost ETPs die britischen Staatspapiere zu denen mit der geringsten Volatilität gehören. An den orangefarbenen Rauten in Grafik 1 lässt sich beispielsweise erkennen, dass die britischen Staatspapiere mit 10-jähriger Laufzeit eine Standardabweichung von 6,3 % aufweisen , ca. 3 mal geringer als die der wichtigsten Aktienmärkte und ca. 5 mal geringer als die meisten einzelnen Rohstoffe. Da sich die Messgröße an sich begrifflich schwer fassen lässt, lässt sich die Volatilität wie folgt eher intuitiv beschreiben: Die Standardabweichung britischer Staatspapiere mit 10-jähriger Laufzeit von 6,3 % entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 20 %, dass Anleger auf wöchentlicher Basis mindestens 1 % gewinnen oder verlieren.

Der Leverage-Faktor

Wird der Leverage-Faktor berücksichtigt, treten die Gewinne/Verluste deutlicher hervor. Anleger, die ein Short-ETP mit einem Hebel von 3 auf britische Staatspapiere mit 10-jähriger Laufzeit – wie z. B. 3GIS [1] – über eine relativ kurze Eigentumsdauer von einer Woche halten, wären höchstwahrscheinlich Risiken ausgesetzt, wobei verglichen mit ähnlichen Risiken für die zugrunde liegende Benchmark (d. h. britische Staatspapiere mit 10-jähriger Laufzeit) die Kursbewegung nach oben und nach unten ca. 3 mal größer ist.

In den hellblau hervorgehobenen Bereichen der Grafik 1 wird die Volatilität von britischen Staatspapieren mit 10-jähriger Laufzeit mit dem Short-ETP mit einem Hebel von 3 verglichen. Stellt man den Zusammenhang mit der Volatilität anderer (nicht gehebelter) Aktienklassen her, wäre die Volatilität von Short-ETPs mit einem Hebel von 3, orientiert an britischen Staatspapieren mit 10-jähriger Laufzeit, mit der Volatilität der wichtigsten (nicht gehebelten) europäischen Aktienmärkte vergleichbar, z. B. FTSE 100 und EURO STOXX 50.

Daran zeigt sich, dass die Auswirkungen einer täglichen Aufzinsung auf Short-ETPs, die an Staatstiteln mit hoher Bonität orientiert sind, deutlich geringer sind als auf Short-ETPs, die an Aktien- oder Rohstoff-Benchmarks orientiert sind. Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Volatilität in erster Linie durch die Volatilität des Vergleichsindex, an dem sich das Short-ETP orientiert, erhöht wird. Ein Leverage-Faktor größer als 1, stellt dann schon an sich den zusätzlichen Faktor dar, der die Volatilität erhöht.

Wenn Anleger dies vollständig nachvollzogen haben, ziehen sie ggf. in Erwägung, gehebelte Short-ETPs als Mittel zu verwenden, um Absicherungen rund um Assetklassen zu erstellen.

Quelle

[1] 3GIS ist der Ticker für Boost 10Y Gilt 3x Short Daily ETP.


Macro Alerts, Short & Leverage


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