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Macro Alerts
Japan: Ausblick auf das 4. Quartal 2016 – vom Gegen- zum Rückenwind
31 Okt 2016
Jesper Koll , Head of Japan bei WisdomTree


Die Aussichten für japanische Risikoanlagen – Aktien und Immobilien – beginnen sich zu verbessern. Für den verbleibenden Zeitraum bis zum Jahresende rechnen wir mit einem positiven Ausbrechen aus der relativ engen Spanne, in der sich der Aktienmarkt seit Mitte Juli bewegt hatte, d. h. 1.270 bis 1.350 Punkte beim TOPIX (Bloomberg).

Insbesondere dürften die Entwicklungen folgender Binnenmarktfaktoren vom Negativen ins Positive umschlagen:

Für die Gesamtwirtschaft:

1) Politischer Kurs der Wachstumsförderung mit groß angelegtem Konjunkturprogramm und ungebrochener geldpolitischer Unterstützung

Premierminister Abe und die Mitglieder seines Kabinetts haben ein staatliches Konjunkturpaket in der Rekordhöhe von 28 Billionen Yen beschlossen. Dieser Betrag entspricht nahezu 6 % des BIP. Laut Bloomberg soll dieses Programm in den kommenden 12 bis 24 Monaten umgesetzt werden. Zwar wird nur ein Teil des Konjunkturpakets der Nachfrageseite zugute kommen, der Nettoeffekt sollte sich in den nächsten zwölf Monaten aber auf rund 0,7 bis 1 % der Binnennachfrage belaufen. Ab Oktober/November dürften sich erste konkrete Signale positiver Effekte der Ausweitung des Konjunkturpakets in Marktdaten niederschlagen. Zudem sollten die Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2017, deren Beginn für Ende Oktober geplant ist, weitere Belege für das ungebrochene Engagement der Abe-Regierung für die Ankurbelung der Konjunktur liefern. Auf der Agenda stehen derzeit insbesondere Steuererleichterungen für Familien mit doppeltem Einkommen.

2) Zunehmende Signale eines Anziehens der Binnennachfrage, ausgelöst von einer allmählichen positiven Entwicklung der Unternehmensinvestitionen

Bisher stellten Unternehmensinvestitionen gewissermaßen das fehlende „Kettenglied“ in der „Abenomics“-Politik dar. Diese Entwicklung kehrt sich nun offenbar um, es zeigen sich immer deutlichere Signale einer rascheren Erhöhung der Kapitalintensität. Der angespannte Arbeitsmarkt erzwingt für kleine und mittlere Unternehmen eine Verlagerung in Richtung kapitalintensiverer Produktionsstätten. Die Fintec-Revolution bietet erstmals die Grundlage für höhere Ausgaben japanischer Finanz- und Logistikunternehmen. Zudem zeigt sich eine wachsende Nachfrage nach Ersatzinvestitionen für veraltete Maschinen und Ausrüstungen – hierbei machen sich kleine und mittlere Unternehmen die derzeit auf einem Rekordtief befindlichen Finanzierungskosten zunutze.

3) Angespannter Arbeitsmarkt zeigt erste Auswirkungen in Richtung einer Stärkung der „Kaufkraft der Menschen“ – es kommt sowohl nominal als auch real zu Einkommenssteigerungen

Der angespannte Arbeitsmarkt führt nun nicht mehr nur zu Lohn- und Gehaltssteigerungen (derzeit nominal um 2 %, d. h. eine im Vergleich zur Situation vor zwölf Monaten doppelt so hohe Steigerungsrate), sondern auch zu einer höheren Qualität der Arbeitsplätze: Erstmals seit nahezu 20 Jahren nimmt der Anteil der Vollzeitbeschäftigung wieder zu (Quelle: Statistische Daten der Bank of Japan, BoJ). Unter dem Strich ergibt sich folglich sowohl nominal als auch real eine kontinuierliche Einkommenssteigerung. Zu beachten ist, dass dieses Phänomen nicht zyklischer, sondern aufgrund der demografischen Entwicklung in Japan struktureller Natur ist. Der aus unserer Sicht beste Indikator ist hier die Entwicklung des Wohnungsbaus; dieser Bereich verzeichnete in den vergangenen sechs Monaten einen anhaltenden Aufwärtstrend.

Für den Aktienmarkt:

1) Attraktive Bewertungsniveaus sind nun begleitet von einem klaren Bekenntnis zu einer besseren Kapitalsteuerung, d. h. Dividendenzuwachs und zunehmende Aktienrückkäufe

Trotz des seit 2012 ersten Jahres mit einem Rückgang der bereinigten Ergebniszahlen – für das am 31. März 2017 endende Geschäftsjahr wird von einem Gewinnrückgang um etwa 10 % ausgegangen – erhöhen Unternehmensleitungen nach wie vor Dividenden und weiten Aktienrückkäufe aus. Aus unserer Sicht stellt das klare Bekenntnis zu einer besseren Kapitalsteuerung für Japan einen wichtigen positiven Faktor dar. Wenn – wie von uns vermutet – in der bevorstehenden Berichtssaison weitere Erhöhungen von Dividenden und Ausweitungen von Aktienrückkaufprogrammen bekannt gegeben werden, könnte dies für japanische Aktien unseres Erachtens einen konkreten Impuls darstellen (die Berichtssaison beginnt Ende Oktober).

2) Dynamik der Anpassungen von Gewinnprognosen sollte sich positiv auswirken, da die Unternehmen ihre Annahmen zu Wechselkursen adjustiert haben

Der negative Effekt des Anziehens des Yen ist nun in den Gewinnprognosen der Unternehmen eingepreist. So rechnen die großen japanischen Autohersteller im noch bis Ende März 2017 laufenden Geschäftsjahr durchschnittlich mit einem Kurs von ¥ 100/USD. Zudem hatte der Verfall der Energie- und Rohstoffpreise auch die Handelsunternehmen zu deutlichen Anpassungen nach unten gezwungen – dieser ungünstige Einfluss besteht jetzt nicht mehr. Darüber hinaus hat die durch die Negativzinspolitik der BoJ hervorgerufene negative Ergebnisentwicklung bei den Banken ihren Tiefpunkt hinter sich gelassen. Insgesamt rechnen wir in den kommenden Monaten mit einer Ankurbelung der Dynamik der Anpassung von Gewinnprognosen.

3) Insbesondere Banken, aber auch allgemein Finanzunternehmen wollen von dem Bekenntnis der BoJ zu einer steileren Zinskurve profitieren

Die BoJ hat sich zur Umkehr ihrer Politik im Bankenbereich deutlich von ihrer bisherigen Position wegbewegt. Das im September verabschiedete neue Rahmenwerk nennt als Ziel ausdrücklich die Förderung einer steileren Zinskurve, die sich wiederum positiv auf die Gewinnmargen von Banken und anderen Finanzunternehmen auswirken sollte. Wenn man nun noch von einer positiven Entwicklung des Investitionszyklus ausgeht, dürften Unternehmen im Banken- und Finanzsektor aus unserer Sicht zu Top-Performern werden.

Für diese Entwicklung bestehen nach unserer Auffassung vor allem zwei Risiken:

  1. Der sowohl durch höhere Finanztransfers als auch durch die wachsende Beschäftigung im Privatsektor geförderte Anstieg der Haushaltseinkommen kurbelt eher die Rücklagenbildung als die Ausgabenseite an.
  2. Ein Verfall des US-Dollar, d. h. zunehmende Befürchtungen einer im Jahr 2017 in den USA beginnenden Rezession.

Quelle: Bloomberg 


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