In die Renaissance der europäischen Rüstungsindustrie investieren
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die europäische Verteidigungsindustrie durchläuft einen Paradigmenwechsel.
- Die Europäische Verteidigungsindustriestrategie zielt auf die Vereinigung und Stärkung des europäischen Verteidigungssektors ab und positioniert europäische Verteidigungswerte für langfristiges Wachstum.
- Regierungen müssen ihre Verteidigungsausgaben weg von externen Akteuren (wie den USA) hin zu europäischen Herstellern verlagern.
- Der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) wurde mit dem Ziel aufgelegt, das Aufwärtspotenzial der mehrjährigen Expansion des europäischen Verteidigungssektors zu nutzen.
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Viele sagten, es sei unmöglich und würde nie geschehen. Aber die europäische Verteidigungsindustrie durchläuft einen Paradigmenwechsel. Die geopolitische Landschaft hat sich drastisch verändert – verzögertes Handeln ist keine Option mehr. Angesichts der zunehmenden globalen Instabilität und des Wiedereinzugs von Präsident Trump ins Weiße Haus müssen die europäischen Staats- und Regierungschefs entschlossen handeln, um Sicherheit, strategische Autonomie und eine widerstandsfähige Verteidigungsindustrie zu gewährleisten. Das ist keine kurzfristige Reaktion, sondern der Beginn eines mehrjährigen Investitionszyklus, von dem die europäische Rüstungsindustrie stärker profitieren wird als Verteidigungsunternehmen in den USA.
Ein Wendepunkt: Die Europäische Verteidigungsindustriestrategie
Europa verlässt sich seit Jahrzehnten zu sehr auf die Verteidigungskapazitäten der USA. Daher ist die europäische Verteidigungsindustrie zersplittert und auf Zulieferer außerhalb der EU angewiesen. Angesichts der Ungewissheit über die militärischen Zusagen der USA forcieren die Länder Europas eigene Pläne zum Aufbau einer stärkeren, eigenständigeren Verteidigungsindustrie, die den sicherheitspolitischen Herausforderungen von heute und morgen gewachsen ist.
Die Europäische Verteidigungsindustriestrategie (European Defence Industrial Strategy, EDIS) ist der bisher ambitionierteste Versuch Europas, seine Verteidigungskapazitäten umzugestalten1. Die Strategie zielt auf die Vereinigung und Stärkung des europäischen Verteidigungssektors ab. Dazu räumt sie der gemeinsamen Beschaffung, Innovation und Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten Priorität ein.
Zu den dringenden Maßnahmen, die diesen Wandel vorantreiben, gehören:
- Wiederaufbau der europäischen Rüstungsproduktion: Mindestens 50 % der EU-Rüstungsbeschaffung müssen bis 2030 von europäischen Herstellern stammen und bis 2035 auf 60 % ansteigen. Das ist wichtig, um die Abhängigkeit von Lieferanten außerhalb der EU, insbesondere aus den USA, zu verringern.
- Ausbau des innereuropäischen Handels mit Verteidigungsgütern: Die EU strebt an, den Handel mit Verteidigungsgütern innerhalb des Blocks auf 35 % des Gesamtwerts des Verteidigungsmarkts auszuweiten und so eine solidere, stärker integrierte industrielle Basis zu fördern.
- Verstärkte Zusammenarbeit bei der Beschaffung: Derzeit werden nur 18 % der EU-Rüstungsgüter gemeinsam beschafft. Bis 2030 muss dieser Anteil auf 40 % steigen, um niedrigere Kosten, eine bessere Interoperabilität und eine widerstandsfähigere Lieferkette zu gewährleisten. .
- Umlenkung der Verteidigungshaushalte nach Europa: Regierungen müssen ihre Verteidigungsausgaben weg von externen Akteuren (wie den USA) hin zu europäischen Herstellern verlagern. Dadurch werden die mit der Abhängigkeit vom Ausland verbundenen Risiken gemindert.
- Anreize zur Erhöhung der Investitionen: Die EU prüft steuerliche Anreize für die gemeinsame Beschaffung und die Befreiung von der Mehrwertsteuer, um eine schnellere und umfassendere europäische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zu fördern.
Diese Maßnahmen zielen insgesamt darauf ab, eine eigenständigere und robustere europäische Verteidigungsindustrie aufzubauen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Lieferanten außerhalb der EU zu verringern.
Politisch gelenkte Kapitalallokation in europäische Verteidigungsunternehmen
Während die US-Rüstungsindustrie in der Vergangenheit eine starke Wertentwicklung vorweisen konnte, sind europäische Rüstungsaktien aufgrund des anhaltenden Investitionszyklus und des strukturellen Politikwechsels nun für ein überdurchschnittliches langfristiges Wachstum positioniert. Der US-Verteidigungshaushalt bewegt sich bereits nahe an Rekordwerten, was das zukünftige Aufwärtspotenzial für Aktien begrenzt. Darüber hinaus will die Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE2) die Kosten senken, wobei die Verteidigungsausgaben zunehmend im Visier sind. Europa hingegen steht am Anfang eines mehrjährigen Aufrüstungszyklus, der beträchtliche Perspektiven für europäische Auftragnehmer bietet. Europäische Verteidigungsunternehmen verzeichnen einen rekordverdächtigen Auftragsbestand, der ein stabiles, langfristiges Umsatzwachstum gewährleistet. Rheinmetall verbuchte ein Book-to-Bill-Verhältnis3 von 1,8 und übertraf damit den Wert von 1,7 aus dem Jahr 2023, was die robuste Nachfrage nach seinem Portfolio an Munition und Kampffahrzeugen widerspiegelt4. Der Auftragseingang von Saab belief sich auf insgesamt 79,2 Milliarden Kronen. Das kommt einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,8 gleich, wobei 80 % auf internationale Kunden entfallen. Im Vergleich dazu ist die Auftragslage bei US-Rüstungsunternehmen zwar weniger stark, aber mit einem Durchschnittswert von 1,2 immer noch gut5.
Abbildung 1: Verteidigungsaktien in den USA gegenüber Europa – Book-to-Bill-Trends

Quelle: Unternehmensmeldungen, WisdomTree, Bloomberg, Stand: 31. Dezember 2024. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Die Anlagechance im europäischen Verteidigungssektor erschließen
Angesichts der lange Zeit unzureichenden Investitionen Europas in seine Verteidigung wurde der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) mit dem Ziel aufgelegt, das Aufwärtspotenzial der mehrjährigen Expansion im europäischen Verteidigungssektor zu nutzen.
Der börsengehandelte Fonds (Exchange-Traded Fund, ETF) investiert ausschließlich in europäische börsennotierte Unternehmen, die in der Verteidigungsindustrie Europas engagiert sind (dazu gehören Hersteller von ziviler Verteidigungsausrüstung, Bauteilen und Produkten, Verteidigungselektronik und Ausrüstung für die Weltraumverteidigung). Jedem ausgewählten Unternehmen wird ein Exposure Score von 1 bis 3 zugewiesen, der sich nach dem Umsatzengagement in Verteidigungsaktivitäten richtet.
- Exposure Score 3: Unternehmen mit einem Anteil von mehr als 50 % an Verteidigungsaktivitäten
- Exposure Score 2: Unternehmen mit einem Anteil von 25 % bis 50 % an Verteidigungsaktivitäten
- Exposure Score 1: Unternehmen mit einem Anteil von 10 % bis 25 % an Verteidigungsaktivitäten
Der ETF ist nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet und um den Exposure Score bereinigt. Somit werden Unternehmen mit höheren Umsatzerlösen im Verteidigungsbereich stärker gewichtet, sodass der ETF ein besseres Anlagevehikel für den europäischen Verteidigungstrend darstellt als nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes. Für Unternehmen, die zu mehr als 50 % im Verteidigungsbereich tätig sind, gilt eine Obergrenze von 12,5 %, während für alle anderen Wertpapiere eine Obergrenze von 7,5 % Anwendung findet. Diese Obergrenzen stellen die höchste Gewichtung dar, die jeder Indexbestandteil bei der Neugewichtung des Index haben kann.
Die OGAW-„20/35“-Diversifizierungsregel, die besagt, dass eine Komponente auf bis zu 35 % ansteigen kann und der Rest auf 20 % begrenzt sein sollte, ermöglicht uns die Entwicklung einer sehr gezielten Verteidigungsstrategie in einem OGAW-ETF, der einen OGAW-konformen Index abbildet.
Im Vergleich dazu bietet der VanEck Defence UCITS ETF (DFNS) ein Engagement in globalen, d. h. überwiegend US-Unternehmen, die in der Militär- oder Verteidigungsindustrie tätig sind, während der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) eine stärker fokussierte, nicht verwässerte Anlage in europäischen Verteidigungswerten darstellt.
In einer Zeit, in der Anleger aktiv nach Engagements in Europas jahrzehntelangem Aufrüstungszyklus suchen, bietet WisdomTree eine einzigartige und differenzierte Möglichkeit, in dieses historische Wiederaufleben der Verteidigungsindustrie zu investieren. Der WisdomTree Europe Defence UCITS Index hat ein mittleres Engagement von 50 % in europäischen Unternehmen und ein geringeres mittleres Engagement in den USA, wodurch das Portfolio so positioniert ist, dass es von den steigenden Verteidigungsausgaben in Europa profitiert.
Abbildung 2: Umsatzengagement in den USA gegenüber Europa
Abbildung 2a: Umsatzengagement in Europa

Abbildung 2b: Umsatzengagement in den USA

Quelle: WisdomTree, FactSet, Stand: 28. Februar 2025. „X“ steht für das arithmetische Mittel des Umsatzengagements der Bestände. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Der WisdomTree Europe Defence UCITS Index überschneidet sich nur geringfügig mit dem VanEck MarketVector Global Defence Industry Index und der Benchmark MSCI World Aerospace and Defence Index und bietet somit einen differenzierten Ansatz für eine Anlage im europäischen Verteidigungssektor.
Abbildung 3: Geringe Überschneidung nach Gewichtung gegenüber dem VanEck MarketVector Global Defence Industry Index
Überschneidung nach Gewichtung
Überschneidung bei Top-10-Positionen WisdomTree gegenüber VanEck
Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Daten zu den Beständen mit Stand: 28. Februar 2025. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf künftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert sinken.
Die simulierte Wertentwicklung seit der frühesten gemeinsamen Historie unterstreicht die Outperformance des WisdomTree Europe Defence UCITS Index gegenüber dem VanEck MarketVector Global Defence Industry Index sowie den MSCI World und Europe Aerospace and Defence Indizes.
Abbildung 4: Simulierte Backtesting-Performance seit der frühesten gemeinsamen Historie

Quelle: WisdomTree, Bloomberg, vom 31. Oktober 2024 bis zum 28. Februar 2025. Die Renditezahlen für Zeiträume von mehr als 1 Jahr sind annualisiert. Die Berechnungen des WisdomTree Europe Defence UCITS Index (WTEUDEFN) enthalten Backtesting-Daten und verstehen sich in EUR. Die historischen Renditen der anderen Indizes sind ebenfalls in EUR berechnet. Die Berechnungen basieren auf Renditen in EUR. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Positionierung für die Zukunft der europäischen Verteidigung
Unter Berücksichtigung der fundamentalen Kennzahlen bietet der WisdomTree Europe Defence UCITS Index im Vergleich zum VanEck MarketVector Global Defence Industry Index mit die höchsten langfristigen Wachstumsschätzungen6. Während Anleger die jüngste Rallye bei europäischen Verteidigungswerten mit Vorsicht betrachten, werfen die KGWV-Schätzungen (Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis) ein Licht auf die vergleichsweise niedrige Bewertung des WisdomTree Europe Defence UCITS Index im Vergleich zu seinen Pendants.
Abbildung 5: Vergleich der Fundamentaldaten
Abbildung 5a: Geschätztes langfristiges Wachstum

Abbildung 5b: KGV (zukunftsgerichtet, 12 Monate)

Abbildung 5c: KGWV

Quelle: WisdomTree, FactSet, Bloomberg, Stand: 28. Februar 2025. Die Bestände der Vergleichswerte wurden von Bloomberg bezogen. Die Fundamentaldaten stammen von FactSet. Die KGWV basieren auf dem zukünftigen KGV und dem geschätzten langfristigen Wachstum. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Aus unserer Analyse der langfristigen Prognosen zum Gewinnwachstum der WisdomTree-Strategie gegenüber Vergleichswerten im Vergleich zur historischen Performance der letzten zwölf Monate geht hervor, dass der WisdomTree Europe Defence UCITS Index neben der Wertentwicklung auch ein großes Wachstumspotenzial aufweist, das ihn vor seinen Konkurrenten positioniert.
Abbildung 6: Geschätztes langfristiges Gewinnwachstum gegenüber der 12-Monats-Rendite

Quelle: WisdomTree, FactSet, Bloomberg, Stand: 31. Januar 2025. WisdomTree. Die Renditen basieren auf dem Zeitraum vom 28. Februar 2024 bis zum 28. Februar 2025. Die Berechnungen des WisdomTree Europe Defence UCITS Index (WTEUDEFN) enthalten Backtesting-Daten und verstehen sich in USD. Die historischen Renditen der anderen Indizes sind ebenfalls in USD berechnet. Angaben zum Backtesting: WTEUDEFN verwendet die statischen Datensätze zum 31. Oktober 2024, die im Backtesting-Verfahren nicht rückwirkend neu definiert werden. Zu diesen Datensätzen gehören das anfängliche Universum der Unternehmen und ihre Umsatzdaten, die Klassifizierung der Kategorien und die ESG-Bewertung der Unternehmen sowie die Anforderungen an die Marktkapitalisierung und das tägliche Dollar-Volumen. Die Berechnungen erfolgen mit der Bloomberg PORT-Funktion und auf GTR-Basis (Gross Total Return, Gesamtrendite brutto). Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.
Europas geändertes Vorgehen bei den Verteidigungsausgaben ist keine vorübergehende, sondern eine strukturelle Entwicklung. Angesichts eines mehrjährigen Aufschwungs im europäischen Verteidigungssektor bietet sich Anlegern die seltene Gelegenheit, an einer der bedeutendsten industriellen Umwälzungen unserer Zeit teilzuhaben. Um das Potenzial zu erschließen, kommt es jedoch entscheidend auf die Wahl des Anlagevehikels an.
1 Europäische Kommission: Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament und den Rat, Stand: August 2024.
2 Department of Government Efficiency.
3 Das Book-to-Bill-Verhältnis ist eine wichtige Kennzahl in der Verteidigungs- und Fertigungsindustrie, mit der der Auftragseingang im Verhältnis zum Umsatz gemessen wird.
4&5 Unternehmensmeldungen, WisdomTree, Bloomberg, Stand: 31. Dezember 2024.
6 WisdomTree, FactSet, Stand: 28. Februar 2025.
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