Goldpreise nach Annäherung an Rekordmarken auf dem Rückzug
18 Mar 2022Der Kursanstieg bei Gold im Laufe des Februars, die Erreichung eines Höhepunkts am 8. März und das darauf folgende Abflauen zeigen, dass die Kurse nicht notwendigerweise auf jeden Fall steigen, sondern akut auf die neuesten Entwicklungen in Bezug auf Russland und die Ukraine reagieren. Die Investoren flüchten sich typischerweise in Gold, wenn geopolitische oder andere erhebliche Störungen das Risiko für das weltweite Wirtschaftswachstum erhöhen. Der andauernde Konflikt droht, eine dauerhafte Unterbrechung der Lieferketten zu verursachen, was sich wiederum negativ auf das Wachstum auswirken wird. Unseres Erachtens führt dies für die Zentralbanken zu einem Dilemma. Die US-Notenbank und andere Zentralbanken müssen ihre Geldpolitik nicht nur verschärfen, während sich das Wachstum verlangsamen könnte, sondern auch im Zuge erhöhter geopolitischer Risiken. Die Kombination aus geopolitischen Risiken und reduziertem Spielraum für die Zentralbanken bei der Verschärfung ihrer Geldpolitik trotz einer steigenden Inflation führt theoretisch zu einem äußerst vorteilhaften Umfeld für Gold. Unserer Ansicht nach spiegeln die aktuellen Kurse ein solches Szenario nicht wider.
Inflation und geopolitische Risiken treiben Gold auf Rekordhochs
11 Mar 2022Gold gilt seit jeher als wirksame geopolitische Absicherung, doch besonders dann, wenn die Investoren die geopolitische Lage als Bedrohung für das Wirtschaftswachstum einstufen. Angesichts des andauernden Konflikts, der den Inflationsdruck durch unterbrochene Lieferketten und steigende Rohstoffpreise noch erhöht, nehmen die Investoren zur Risikoabsicherung zunehmend Gold auf. Kommt es in dem Konflikt nicht bald zu einer Lösung, könnten auch große Zentralbanken wie die US-Notenbank gezwungen sein, die Verschärfung ihrer Geldpolitik für dieses Jahr zu überdenken. Eine über einen längeren Zeitraum hohe Inflation in Verbindung mit einer entgegenkommenden Haltung der Zentralbanken könnte Gold weitere Unterstützung leisten.
Ölmärkte aufgrund des amerikanischen und britischen Einfuhrverbots gegen Russland weiterhin volatil
11 Mar 2022Die USA haben Importe von Öl und anderen Energieprodukten aus Russland verboten und Großbritannien hat bekannt gegeben, russische Importe bis Ende des Jahres auslaufen zu lassen. Das Verbot soll zusätzlichen Druck auf Russland ausüben, es wurden aber keine Sanktionen gegen russische Energieexporte verhängt. Die Ölpreise schwanken weiter, da die Marktteilnehmer weiterhin auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Europa ist diesem Schritt noch nicht gefolgt. Rund 41 % der Gasimporte durch die Europäische Union und 27 % der Ölimporte stammen aus Russland (laut der Europäischen Kommission).
Gewinne bei Energiewerten trotz negativer Aktienstimmung
04 Mar 2022Energieaktien sind die einzige Branchengruppe im S&P 500 Index, die seit Jahresbeginn positive Zuwächse verzeichnen konnten (Stand 2. März 2022). Alle anderen Sektoren befinden sich im Minus, wobei es bei Wachstumswerten zu den höchsten Verlusten kommt. Dies bestätigen auch die höheren Verluste im technologielastigen NASDAQ 100 Index im selben Zeitraum. Das Schicksal von Energieaktien ist natürlich an die Ölpreise gekoppelt, die kurzfristig wiederum mit dem Konflikt in der Ukraine in Verbindung stehen. Die Volatilität auf den Aktienmärkten ist weiterhin hoch. Der CBOE Volatility Index (VIX) erreichte Anfang März seinen höchsten Stand in über einem Jahr.
Ölpreisanstieg: Märkte kalkulieren Versorgungsausfall aus Russland ein
04 Mar 2022Die Ölpreise steigen angesichts des anhaltenden Kriegs in der Ukraine weiter an, da die Märkte beginnen, die Folgen eines Versiegens des russischen Ölangebots einzupreisen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, die Lage auf den Energiemärkten sei äußerst ernst und die weltweite Energiesicherheit in Gefahr. Laut Interfax exportierte Russland im Januar und Februar pro Tag 4,6 Millionen Barrel. Um ein solches Volumen auszugleichen, muss die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ihre gesamten Kapazitätsreserven mobilisieren.
Gold steigt zum ersten Mal seit Juni letzten Jahres über 1900 USD/oz
25 Feb 2022Die Geopolitik hat in den letzten Wochen auf mehrere Rohstoffe Einfluss genommen. Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wie Öl, Erdgas, Nickel und Weizen, bei denen das Risiko von Angebotsengpässen besteht, profitierte Gold von seinen defensiven Eigenschaften. Gold wird seit jeher von Investoren als Schutz vor erhöhten wirtschaftlichen Risiken wie geopolitischen Spannungen oder wirtschaftlicher Unsicherheit genutzt. Aufgrund der fortgesetzten Spannungen zwischen Russland und der Ukraine ist Gold zum ersten Mal seit Mitte letzten Jahres über 1900 USD/oz gestiegen.
Geopolitik beeinflusst Industriemetalle, langfristige Fundamentaldaten aber weiter entscheidend
25 Feb 2022Die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine haben auch Industriemetalle nicht unberührt gelassen. Betroffen sind u. a. die Rohstoffe Nickel und Aluminium, für die Russland ein wichtiger Lieferant ist. Sollten sich die Spannungen legen, werden diese Metalle unvermeidlich einen Teil ihres Glanzes verlieren. Die Backwardation-Situation beider Metalle, die für Industriemetalle ansonsten ungewöhnlich ist, reicht aber sehr viel weiter in die Zukunft. Durch eine Kombination aus zu niedrigen Investitionen im weltweiten Bergbausektor und einer steigenden Nachfrage nach Basismetallen ergibt sich bei Metallen in den nächsten Jahren das Risiko einer Unterversorgung. Dies hat dazu geführt, dass sich die Terminkurven mehrerer Industriemetalle in Backwardation befinden. Auch Zinn war im letzten Jahr aus demselben Grund unter den Rohstoffen mit der besten Performance und legt auch zu Beginn des Jahres 2022 weiter zu.
Geopolitischer Handel bei Rohstoffen sinkt aufgrund nachlassender Spannungen
18 Feb 2022Rohstoffe, bei denen in den letzten Wochen eine geopolitische Risikoprämie eingepreist worden war, notierten am 15. Februar mit leichten Verlusten. Grund dafür war die Nachricht, dass Russland möglicherweise einen Teil der Truppen von der Grenze zur Ukraine abziehen wird. Bei mehreren Rohstoffe, u. a. Öl, Erdgas, Palladium und Weizen, wurde im Fall eines ernsten Konflikts das Risiko von Angebotsengpässen eingepreist. Falls sich die Situation noch weiter entspannt, könnten sich die Preise abkühlen und die Aufmerksamkeit des Markts könnte sich wieder auf die Fundamentaldaten richten.
Inflation auf den Aktienmärkten weiterhin ein heißes Thema
18 Feb 2022Laut FactSet (Stand 14. Februar) führten 75 % der Unternehmen im S&P 500 die „Inflation“ in ihren Ergebniskonferenzen für das vierte Quartal an. Das Gewinnwachstum bleibt jedoch weiterhin auf Kurs. Außerdem vermeldete FactSet am 11. Februar für Unternehmen im S&P 500 in vier aufeinanderfolgenden Quartalen ein Gewinnwachstum von 30 % sowie ein Gewinnwachstum von mehr als 45 % für das gesamte Jahr. Diese überdurchschnittlichen Wachstumsraten sind auf eine Kombination aus höheren Gewinnen im Jahr 2021 und einen einfacheren Vergleich mit niedrigeren Gewinnen im Jahr 2020 aufgrund der negativen Auswirkungen von COVID-19 auf einige Branchen zurückzuführen.
Substanzwerte entwickeln sich im bisherigen Jahresverlauf besser als Wachstumswerte
11 Feb 2022Wachstumsaktien verzeichneten im Januar hohe Verluste, da die Märkte mehrere Zinsanstiege durch die US-Notenbank in diesem Jahr einpreisten. Substanzwerte sind davor hingegen durch Aktien mit niedrigerer Duration relativ abgeschirmt, d. h. Aktien mit einem höheren heutigen Cashflow (im Gegensatz zu später) sind gefragt. Die Investoren sind besonders an dividendenausschüttenden Unternehmen interessiert. Der Drang, sich in Zeiten steigender Zinsen in Anleihen zu engagieren, ist weniger ausgeprägt, wenn die Investoren aus ihren Aktienengagements eine Rendite erwirtschaften können.