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Macro Alerts
Privatisierung der Japan Post und Demokratisierung des Finanzsektors
18 Nov 2015
WisdomTree


  • Die Privatisierung der japanischen Post könnte als Startschuss für eine echte Revolution im Öffentlichen Dienst und des Finanzsektors generell gelten.
  • Sie entspricht einem breiteren Wandel in der fundamentalen Allokation des Staatsvermögens und sollte zu einem Aufschwung der gesamten Wirtschaft führen.
  • Diese Entwicklung dürfte auch für eine anhaltende positive Stimmung bei japanischen Risikoanlagen sorgen.

Nach unserer Meinung treffen japanische Risikoanlagen - Aktien und Immobilien - seit mehreren Jahren auf eine optimistische Stimmung in den Märkten.  Unser Optimismus im Hinblick auf Japan stützt sich auf unsere Meinung, dass die fundamentale Allokation des Staatsvermögens - Kapital, Land und Arbeitskräfte - beginnt, sich zu ändern. Wenn unsere These zutrifft, dürfte unter dem Strich ein genereller Produktivitätsanstieg in der gesamten Wirtschaft eintreten, insbesondere jedoch bei den Eigenkapitalrenditen.

In unserer strukturell optimistischen These spielt die Politik eine wichtige Rolle. Die gute Nachricht ist, dass unter dem allgemeinen Oberbegriff „Abenomics“ derzeit immer mehr und konkretere politische Initiativen zum Tragen kommen. Konkret markiert die kürzliche Privatisierung der Japan Post den Beginn eines echten Privatisierungsschwungs. Er bestätigt, dass Japan es mit seiner politischen Agenda für mehr Markt und mehr Privatsektor ernst meint.

Japans größtes Netzunternehmen im Öffentlichen Dienst

Die Privatisierung der japanischen Post könnte als Startschuss für eine echte Revolution im Öffentlichen Dienst im Allgemeinen und des Finanzsektors im Besonderen gelten. Schließlich ist Japan Post der größte Arbeitgeber und betreibt mehr Filialen und Geldautomaten als alle privaten Banken zusammen. Außerdem ist sie der zweitgrößte Inhaber von Staatsanleihen (nach der Bank of Japan). Zwar stammen rund 90 % des Konzerngewinns derzeit aus seinen beiden Finanzunternehmen Postbank und Postversicherung, jedoch sind die Sparten insgesamt gut über den gesamten japanischen Dienstleistungssektor diversifiziert, mit bedeutenden Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Logistik und Hotels.

Beispielsweise entspricht der Umfang der Immobilienanlagen des Japan Post-Konzerns dem der bedeutenden privaten Immobilienunternehmen. Das Portfolio ist gut diversifiziert. Die Postämter in besten Lagen bieten ein enormes Potenzial für Neuerschließungen. Die guten Rating-Noten des Japan Post-Konzerns mit seinem diversifizieren Portfolio an Liegenschaften schaffen das Potenzial, japanische Immobilien-Treuhandvermögen (J-REIT) aufzulegen. Hier bieten sich zahlreiche Chancen, von Büros über Hotels, im Gesundheitswesen, Mietwohnungsbau und Logistik. Man sollte die Bedeutung nicht unterschätzen: Aufgrund ihrer Größe und Tiefe können die Unternehmen der Japan Post-Gruppe Veränderungen im gesamten inländischen Dienstleistungssektor Japans auslösen.

 Die Demokratisierung der Finanzen erreicht Japan

Der unmittelbarste Effekt der Privatisierung der Japan Post wird sich in den Finanzdienstleistungen zeigen. Per Ende März 2015 belief sich die Bilanzsumme der Postbank auf 209 Billionen Yen und entspricht in etwa den der drei Megabanken. Während die Postbank jedoch einen sehr hohen Marktanteil am Markt für Einlagen hält, ist ihr Anteil am Kreditmarkt winzig.

Darüber hinaus dominieren die japanischen Staatsanleihen JGBs) ihr Wertpapierportfolio. Die Unternehmensleitung hat das klare Ziel gesetzt, dies zu ändern. Das Anlageteam wird derzeit recht aggressiv aufgebaut, insbesondere durch die Berufung des ehemaligen Vice Chairman von Goldman Sachs in Japan in die Position des Chief Investment Officers (CIO) zu Beginn des laufenden Jahres.

Die Unternehmensspitze setzt sich immer wieder für die Förderung einer aktiven und diversifizierten Anlagekultur ein. Das spricht für eine Neutarierung des Portfolios mit weniger Staatsanleihen und mehr japanischen Aktien und weltweiten Wertpapieranlagen. In dieser Hinsicht scheint die japanische Postbank dem Vorbild des Government Pension Investment Fund (GPIF), einem öffentlichen Pensionsfonds, zu folgen. Er tauschte seine Führungsetage aus (und berief kürzlich ebenfalls einen neuen, hoch qualifizierten CIO) und änderte Ende 2014 drastisch seine Asset-Allokation.

Die Folgen gehen über das positive Potenzial einer neuen Nachfragequelle für japanische Aktien und weltweite Wertpapiere, die nicht auf Yen lauten, hinaus. Aufgrund seines riesigen Netzes mit 24.000 Filialen besitzt die Japan Post-Gruppe das Potenzial, eine echte Demokratisierung der Finanzdienstleistungen in Japan voranzutreiben. Die Konzernspitze setzt ganz offen auf die Nutzung dieses Filialnetzes, um potenziell neuartige Finanzprodukte für Privatanleger auf den Markt zu bringen.

Anlagen der Privatkunden werden neu gewichtet

Zusammengefasst: Die Privatisierung der Japan Post kann letztendlich die lange erwartete Verschiebung im Vermögen der japanischen Privatanleger weg von Einlagen bewirken (derzeit bestehen mehr als zwei Drittel des Finanzvermögens aus Geld- oder Sichteinlagen). Zusammenhang: Eine Verschiebung der Vermögensallokation der Postbank um 1 % führt zu 2 Billionen Yen Neukäufen. Sollte dazu noch eine Verschiebung von lediglich 0,25 % des gesamten Immobilienvermögens kommen, erhöhte sich die Neuanlagen um weitere 4,29 Billionen Yen. Die Größe ist massiv, denn sie summiert sich zu einer Verschiebung in Höhe der GPIF-Asset-Allokation in Richtung Aktien über die letzten 15 Monate. Sicher ist, dass wir uns erst am Beginn des Privatisierungsprozesses befinden. Die derzeit einsetzende Mobilisierung neuer Portfolioprodukte und Strategien wird sich über mehrere Jahre erstrecken. Wichtig ist jedoch, dass jetzt eine konkrete Route sichtbar wird und dass die Demokratisierung des japanischen Finanzsektors begonnen hat. Anleger, die diese Meinung teilen, sollten den folgenden OGAW-ETF in Erwägung ziehen:

Sofern nichts anderes angegeben ist, sind alle Daten von WisdomTree Europe und Bloomberg. 


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