PRESSEMITTEILUNGEN
Hoffnung auf Impfstoff senkt Zweifel an Ölnachfrage, Gold aber möglicherweise überverkauft
Tuesday 10th November '20
Gestern (Montag, 9. November) löste die Nachricht über einen potenziellen Impfstoff für COVID-19 bei Aktien und Öl eine Rallye aus, während es bei Gold und Silber zu hohen Verlusten kam. Die Ölpreise werden auch heute auf einem erhöhten Niveau gehandelt, da die Angst um einen Zusammenbruch der Nachfrage abebbt, die den Ölkomplex im vergangenen Monat zurückgehalten hat. Gold und Silber konnten hingegen einen Teil ihrer Verluste wieder gutmachen. Es ist wahrscheinlich, dass die gestrigen Schwankungen bei den Metallen überhöht waren. Am Freitag, den 6. November, sah es danach aus, dass Gold andere defensive Anlagen wie US-Treasuries überholen könnte, doch am Montag, den 9. November, erschien Gold angesichts des Ausverkaufs, zu dem es bei dem Edelmetall gekommen war, gegenüber US-Treasuries zu günstig. Nimmt man US-Treasuries als Maßstab, muss Gold noch etwas aufholen. Unseres Erachtens wird Silber zwangsläufig im Windschatten von Gold folgen. Wir sind nicht der Ansicht, dass die Nachricht über einen Impfstoff die Herausforderung, der sich die Zentralbanken und finanzpolitischen Institutionen gegenübersehen, unmittelbar lindern werden. Der Zeitraum der geldpolitischen Freizügigkeit wird sich wohl noch fortsetzen, was unseres Erachtens den Goldpreis positiv beeinflussen wird.
Falls eine Erleichterung der Lockdown-Bedingungen durch den Impfstoff beschleunigt werden kann, dürfte sich dies unserer Ansicht nach günstig auf die Ölnachfrage auswirken. Wir bezweifeln jedoch, dass der Impfstoff in naher Zukunft in großen Mengen zur Verfügung stehen wird. Deshalb bleibt der Handlungsdruck für die Organisation Erdöl-exportierender Länder (OPEC) bezüglich einer weiteren Angebotsverknappung bestehen. Die Sitzung der Organisation Ende dieses Monats wird entscheidend sein, um dies unter Beweis zu stellen.