PRESSEMITTEILUNGEN
Saudi-Arabiens Rolle für eine bleibende Ölpreisdynamik entscheidend
Thursday 21st January '21
Die Ölpreise haben ihre starke Entwicklung im Januar fortgesetzt und konnten ihre Gewinn seit Anfang November weiter ausbauen. In den letzten beiden Monaten geht es bei den Ölpreisen steil bergauf, da erwartet wird, dass die positiven Impfstoffnachrichten die Nachfrage beleben werden. Gleichzeitig werden die Organisation Erdöl-exportierender Länder (OPEC) und ihre Partnerländer (zusammen OPEC+) ihre derzeitigen Quoten bis ins erste Quartal 2021 verlängern (anstatt sie zurückzufahren, wie ursprünglich geplant). Die Preise erhielten im Januar weitere Unterstützung, als Saudi-Arabien zusätzliche freiwillige Produktionskürzungen bekannt gab, um die Last eines weiteren Nachfrageschocks nach dem letzten OPEC-Treffen zu schultern. Als faktischer Chef der OPEC wird das Land seine Produktion im Februar und März freiwillig pro Tag um eine Million Barrel senken. Der Grund dafür ist allerdings, Russland und Kasachstan eine Erhöhung ihrer Fördermengen in diesen beiden Monaten zu ermöglichen, wodurch die Produktion der OPEC größtenteils gleich bleibt. Aufgrund des kalten Winters in Russland und Kasachstan kommt es in den beiden Ländern zu einer erhöhten Inlandsnachfrage, die Exporte werden den Erwartungen zufolge jedoch nicht steigen. Bei der globalen Nachfrage wird es aufgrund der erneuten COVID-Lockdowns aber wahrscheinlich wieder zu einem Einbruch kommen. Deshalb hängen die aktuellen Zuwächse bei den Ölpreisen unseres Erachtens stark davon ab, dass Saudi-Arabien weiterhin notwendige Kürzungen auffängt. Angesichts der im letzten Monat deutlich gewordenen Spannungen zwischen den VAE und Saudi-Arabien, wissen wir, dass diese Annahme auf wackeligen Beinen steht. Doch für den Moment hat das entschiedene Handeln Saudi-Arabiens die Ölpreise wieder auf ein Niveau von vor dem verhängnisvollen OPEC-Treffen im März 2020 angehoben.