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Trends der demografischen Vielfalt
Indien: Beobachtungen vor Ort
17. Apr 2019
Gaurav Sinha, Asset Allocation Strategist


Es gibt viele makroökonomische Indikatoren, anhand derer wir die wirtschaftliche Lage in einem Land verfolgen können. Beobachtungen vor Ort sind jedoch durch nichts zu ersetzen. Vor Kurzem verbrachte ich eine Woche in Indien. Im Folgenden berichte ich von meinen Beobachtungen während der Reise. 

 

Willkommen in Indien!

 

Der Ankunftsterminal T3 am Internationalen Flughafen Delhi sieht wie jeder moderne Flughafen aus. Auf dem Weg zur Gepäckausgabe geht man auf Rollsteigen an eleganten Lounges und zahlreichen batteriebetriebenen Fahrzeugen vorbei. Einen Moment lang hatte ich das Gefühl, in einem westlichen Land angekommen zu sein. Die riesigen anmutigen Mudra-Silberstatuen an der Passkontrolle ließen dann allerdings keinen Zweifel mehr darüber aufkommen, dass ich mich in Indien befand.

 

Gepäckausgabe und Bodentransport

 

Delhi verfügt über eine hochmoderne U-Bahn, mit der ich komfortabel bis zu meinem Hotel fuhr. Diese Option kostete mich auch weniger als eine teure Taxifahrt. 

 

An jeder Station wird der Status der Züge angezeigt. Die Verbindungen zwischen Delhi und den angrenzenden Städten und Vorstädten sind hervorragend. So wie in New York (oder jeder anderen Großstadt) bietet das U-Bahn-System eine problemlose Verbindung zwischen Flughafen und Bahnhof. Man kann sogar das Gepäck direkt am Bahnhof für einen Flug vom Flughafen aufgeben.

 

Gurgaon – eine Satellitenstadt Delhis mit über 250 Fortune-500-Unternehmen – verfügt zudem über eine U-Bahn-Verbindung zwischen Büros, die an das U-Bahn-Netz Delhis angebunden ist. Diese U Bahn fährt von Gebäude zu Gebäude. Kürzere Pendelzeiten tragen zur Steigerung der Produktivität bei. 

 

Inlandsverbindungen und Tier-2-Städte

 

Selbst die Flughäfen kleinerer Städte (z. B. Prayagraj und Varanasi) werden heute viel besser geführt als früher. Vor einigen Jahren waren diese Flughäfen winzig. Wo früher ein Gebäude mit zwei Räumen stand, befindet sich heute ein riesiger Komplex. In den Städten selbst sieht man oft mehrspurige Straßen. Streckenweise ziehen sich sogar sechs Spuren direkt durch die Stadt. Überall sieht man gewundene Überführungen mit U-Bahn-Linien im Hintergrund. Noch vor ein paar Jahren habe ich nicht einmal halb so viele Überführungen gesehen. Es ist erstaunlich, wie schnell sie gebaut wurden.

 

Egal, wo man sich im Raum Delhi befindet – überall trifft man nicht nur auf kleine Basare, sondern auch auf enorme Einkaufszentren mit Showrooms von italienischen und französischen Luxusmarken. Allein in Gurgaon gibt es 26 große Einkaufszentren, wobei eines davon eine kilometerlange Geschäftezeile in jedem Stock umfasst. Globale Marken waren schon immer in Indiens größeren Städten präsent, heute erobern sie auch die kleineren Orte. Ob Modenmarken wie „Prada“ oder „Gucci“ oder Fast-Food-Ketten wie „Subway“ oder „Pizza Hut“ und ihre Online-Liefer-Apps – ich war nie weit entfernt von den Marken, die ich auch in New York City sehe.

 

Wirtschaftliche Lage 

 

Neben diesen Beobachtungen vor Ort möchte ich auch auf Veränderungen hinweisen, die sich in Indiens Wirtschaft in den letzten paar Jahren ereigneten. 

 

Als Premierminister Narendra Modi 2014 einen klaren Wahlsieg erzielte, stellte dies einen strukturellen Wandel im Abstimmungsverhalten Indiens dar. Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten konnte eine einzelne politische Partei in dem normalerweise stark zersplitterten und fragmentierten koalitionsbasierten politischen System des Landes eine klare Mehrheit erringen. Die Erwartungen waren enorm hoch und die Modi-Regierung enttäuschte nicht. Was Indien in den letzten Jahren erreicht hat, ist wirklich erstaunlich. In den vergangenen fünf Jahren wurden Tausende von Reformen umgesetzt, ich möchte aber hier nur die grundlegendsten Veränderungen hervorheben. 

 

Über jede der folgenden „Veränderungen“ könnte ein eigener detaillierter Artikel geschrieben werden:

 

Finanzielle Veränderungen

 

Das komplizierte indische Steuersystem wurde mit der Steuer auf Waren und Dienstleistungen vereinfacht und vereinheitlicht. 17 unterschiedliche bei jedem Kauf auszuweisende Steuerpositionen wurden so in einer nationalen Steuer zusammengefasst. Das Land wurde dadurch eine wahrhaft einheitliche Wirtschaftszone.

 

  • Das neue Insolvenzgesetz wurde eingeführt, um die Liquidation und die Rückzahlung notleidender Darlehen zu beschleunigen.
  • Mikrokredite wurden durch eine staatlich unterstützte Behörde für die Vergabe von Mikrokrediten gefördert, da fast 86 % der Gesamtbeschäftigung auf den nicht organisierten Sektor entfallen.
  • Durch die Bereitstellung kostenloser Lebensversicherungen wurde ein Anreiz für Spareinlagen bei Banken gesetzt. Dies fördert die finanzielle Integration aller Menschen.

Sozioökonomische Veränderungen 

 

Es wurde eine auf biometrischen Daten basierende eindeutige Identifikation mit „Adhaar“ bzw. mit Fingerabdrücken und Netzhautscans der 1,3 Milliarden Einwohner eingeführt. 

 

  • Durch die Verknüpfung von biometrischer Identifikation mit Bankkonten und Handys sind Bankwesen, Identifikation und Konnektivität miteinander verbunden. Dadurch ist Indien eine potenzielle Goldmine für Daten, bei der keine Vermittlungsleistungen von Dritten in Anspruch genommen werden müssen und Abflüsse ins staatliche Sozialsystem reduziert werden.

Schaffung von Arbeitsplätzen

  • Die Einrichtung verschiedener Wirtschaftszonen und staatlich unterstützter halbprivater Unternehmen soll das Know-how im Fertigungsbereich verbessern.
  • Start-up-Unternehmen und kleinere Geschäfte, die weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen, erhalten erhebliche Steuervergünstigungen.

Fokus auf Infrastruktur

  • In den letzten fünf Jahren wurden in Indien durchschnittlich etwa 27 Kilometer Straße pro Tag gebaut.
  • Außerdem erreichte Indien in den vergangenen fünf Jahren eine Stromversorgung von 100 % auch für die kleinsten Dörfer.

Ich könnte noch viele andere Reformen und strukturelle Veränderungen aufzählen, aber dazu müsste ich ein ganzes Buch schreiben! Ich hoffe, dass Ihnen dieser Beitrag einen Eindruck davon vermittelt hat, wie schnell dieser Teil der Welt wächst.  

 

2013 belegte Indien noch Rang 142 im „Ease of Doing Business“-Ranking der Weltbank, das 190 Länder umfasst. Heute steht es auf Rang 77. Kein Land konnte sich bisher um 30 Plätze verbessern. Doch Indien erreichte genau das allein im Jahr 2017 (von 130 im Jahr 2016 auf 100 im Jahr 2017). Seither wird dieses Land so ernst genommen wie noch nie zuvor.

 

Für Investoren, die diese Meinung teilen, könnten folgende Produkte von Interesse sein:

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