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Schwellenmärkte

Schwellenmarktengagements: Wie lässt sich die Spreu vom Weizen trennen?

22. Oct 2018
Christopher Gannatti , Head of Research


Als Pionier in den Bereichen Modern Alpha™-Strategien und Währungsabsicherung ist WisdomTree bei smarten Engagements für Investoren führend. In Kundengesprächen haben wir ein vermehrtes Interesse an unterschiedlichen Strategien für ein Engagement auf Schwellenmärkten festgestellt. Dies kommt zu einer Zeit, in der Schwellenmarktwährungen aufgrund von Befürchtungen bezüglich des Handels, Sanktionen und zahlreichen anderen globalen makroökonomischen Problemen unter immens hohem Druck stehen.  

 

Sollten alle Schwellenmarktengagements über einen Kamm geschert werden? Gibt es im aktuellen Umfeld eine Möglichkeit, um Schwellenmärkte mit niedrigerem Risiko und besseren Fundamentaldaten von solchen mit höherem Risiko und schlechteren Fundamentaldaten zu trennen?

 

Aufschlüsselung der Schwellenmärkte in ihre Bestandteile 

 

Die meisten Investoren behandeln Schwellenmärkte als einheitliche Anlageklasse. Für einzelne Länder bestehen jedoch mehr oder weniger hohe Risiken, wie dies auch bei jeder anderen Region der Fall ist. In der Europäischen Union bestehen beispielsweise grundlegende Unterschiede zwischen der deutschen und der italienischen Wirtschaft. Ähnlich verhält es sich auf den Schwellenmärkten, auf denen sich die indische und die brasilianische Wirtschaft grundlegend voneinander unterscheiden.

 

Deshalb wird im Zusammenhang mit den größten Bedrohungen für Schwellenmarktaktien – handelsbezogene und geopolitische Risiken – über bestimmte Länder wie China und die Türkei sehr viel häufiger berichtet als beispielsweise über Indien und Südkorea.

 

Wenn sich die US-Regierung einzelne Handelsüberschüsse ansieht, ist es wahrscheinlich, dass sie hierfür mit einem Chart wie dem in Abbildung 1 gezeigten beginnt.   

 

Bei einem chinesischen Handelsüberschuss von mehr als 375 Milliarden USD erkennt die US-Regierung, dass eine Schließung der Gesamtlücke zu China um 10 % viel mehr einbringen würde, als 100 % der jeweiligen Lücken zu Malaysia, Südkorea oder vor allem Indien zu schließen.1

 

Hierbei möchte ich hervorheben, dass nicht alle chinesischen Aktien gleichermaßen von den Handelsstreitigkeiten betroffen sind. Investoren sollten sich jedoch auf Sektoren und Unternehmen konzentrieren, die von dem herausragenden Binnenwachstum Chinas profitieren, wie etwa die Informationstechnologie, die im Rahmen der neuen chinesischen Wirtschaft zunehmend in den Fokus rückt. Traditionelle Produktions- und Industrieunternehmen sollten hingegen gemieden werden. 

 

Abbildung 1: US-Handelsdefizit 2017 für gehandelte Güter gegenüber Handelspartnern in den Schwellenmärkten

 

Quelle: U.S. Census Bureau, Stand: 30. Juni 2018.

 

Die Währung spielt eine wichtige Rolle

 

Währungen sind fast ausschließlich von der globalen Risikobereitschaft (und makroökonomischen Faktoren wie Inflation und Zinsunterschieden) abhängig. Deshalb sind sie, sobald in Bezug auf breite Schwellenmärkte eine negative Stimmung aufkommt, aufgrund von Kurzschlussreaktionen der Investoren in der Regel zuerst betroffen. Aktien, die teils von der globalen Risikobereitschaft und teils von den Gewinnen und dem Wirtschaftswachstum abhängig sind, können sich hingegen weiterhin durch eine gute Performance auszeichnen. 

 

Deshalb bewegen sich Schwellenmarktwährungen – angetrieben von der globalen Risikobereitschaft – tendenziell miteinander, während Aktien weiterhin von den Währungen abgegrenzt werden und alternative Renditen bieten können. 

 

Das Chart in Abbildung 2 zeigt, wie sich die indische Rupie im vergangenen Quartal (seitdem die Besorgnis um die Handelsstreitigkeiten eskaliert ist) allgemein im Gleichschritt mit anderen Schwellenmarktwährungen bewegt hat. Im selben Zeitraum ließ sich bei indischen Aktien (d. h. MSCI India), dargestellt in Abbildung 3, eine erhebliche Abweichung gegenüber breiten Schwellenmarktaktien (d. h. MSCI Emerging Markets Index) feststellen. Die Outperformance indischer Aktien, dargestellt in Abbildung 3, ist sogar noch interessanter, wenn man beachtet, dass sie in US-Dollar ausgewiesen wird und die negativen Auswirkungen einer Abwertung der Rupie in diesem Zeitraum enthält.

 

Abbildung 2: Performance des MSCI Emerging Markets Index Währungsrisikos und indische Rupie gegenüber dem US-Dollar

 

 

Quellen: Bloomberg, MSCI. Abgedeckter Zeitraum: 1. April 2018 bis 31. August 2018.

Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich. Die Index-Performance gibt nicht die tatsächliche Fonds- oder Portfolio-Performance wieder. Ein Fonds oder Portfolio kann deutlich von den im Index enthaltenen Wertpapieren abweichen. Bei der Index-Performance wird die Wiederanlage der Dividenden unterstellt, sie spiegelt jedoch nicht die Managementgebühren, Transaktionskosten oder andere Auslagen, die durch ein Portfolio bzw. einen Fonds verursacht werden würden, und auch keine Maklerprovisionen auf Transaktionen in Fondsanteilen wider. Solche Gebühren, Auslagen und Provisionen können zu einer Senkung der Rendite führen.

 

Abbildung 3: Performance des MSCI Emerging Markets Index gegenüber der Performance des MSCI India Index

 

 

Quellen: Bloomberg, MSCI. Abgedeckter Zeitraum: Sonntag, 1. April 2018 bis Freitag, 31. August 2018. 
Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich. Die Index-Performance gibt nicht die tatsächliche Fonds- oder Portfolio-Performance wieder. Ein Fonds oder Portfolio kann deutlich von den im Index enthaltenen Wertpapieren abweichen. Bei der Index-Performance wird die Wiederanlage der Dividenden unterstellt, sie spiegelt jedoch nicht die Managementgebühren, Transaktionskosten oder andere Auslagen, die durch ein Portfolio bzw. einen Fonds verursacht werden würden, und auch keine Maklerprovisionen auf Transaktionen in Fondsanteilen wider. Solche Gebühren, Auslagen und Provisionen können zu einer Senkung der Rendite führen.

 

Was hat bei der Performance von Schwellenmarktaktien in diesem Jahr für Überraschungen gesorgt?

 

Zunächst tut unseres Erachtens ein einfaches, nach der Marktkapitalisierung gewichtetes Schwellenmarktengagement den Portfolios von Investoren extrem unrecht, da die Investoren hierdurch dem potenziellen Risiko höherer Aktienbewertungen ausgesetzt werden. 

 

Wir (und andere) konnten beobachten, wie der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl zwischen Ende Dezember 2017 und Ende August 2018 von rund 66 USD auf rund 79 USD gestiegen ist. Dies hat dazu geführt, dass der Energiesektor innerhalb des MSCI Emerging Markets Index im bisherigen Jahresverlauf zum Sektor mit der besten Performance in diesem Index aufgestiegen ist2.

 

Der WisdomTree Emerging Markets Equity Income Index – der sich auf Aktien mit den mitunter höchsten Dividendenrenditen auf den Schwellenmärkten konzentriert – hat einen Großteil des Abwärtsrisikos, das 2018 bisher zu beobachten war, abgemildert3:

  • WisdomTree Emerging Markets Equity Income Index: -2,09%
  • MSCI Emerging Markets Index: -7.18%

Schwellenmärkte als Anlageklasse kommen in der Presse oft schlecht weg, weil sich ihre niedrigere Performance in ausgewählten Sektoren, Regionen oder Währungen konzentriert. Meines Erachtens können Investoren, die ein gutes Schwellenmarktengagement aktiv anstreben – und ein schlechtes Schwellenmarktengagement meiden –, von dem langfristigen Wachstum profitieren, das die Schwellenmärkte bieten. 

 

Quelle

1 U.S. Census Bureau, Stand: 30. Juni 2018.

2 Bloomberg, Zeitraum vom 31. Dezember 2017 bis 31. August 2018.   

3 Bloomberg, Zeitraum vom 31. Dezember 2017 bis 31. August 2018.

 

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