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Auswirkungen der Zentralbankpolitik

Werden bei Fixed Income weltweit neue Wege beschritten?

15. Oct 2018
WisdomTree


Auf beiden Seiten des Atlantiks war der Anleihenmarkt zu Beginn des Monats Oktober von extrem hoher Volatilität geprägt. Das übergeordnete Thema waren höhere Renditen – sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Lag die Ursache für diesen erneuten Zinsanstieg in bahnbrechenden Entwicklungen und was würde das für die Zukunft bedeuten? Hier einige Kernpunkte: 

 

US-Schatzanweisungen

  • - Die 10-jährige US-Schatzanweisung durchbrach ihren Höhepunkt von 3,11%1  vom Mai 2018 und verzeichnete mit knapp 3,25 % ihren höchsten Stand seit 2011. Obwohl einige der Hauptfaktoren wirtschaftlicher Natur und eine Umkehrung der „italienischen Flucht in Qualitätswerte“ gewesen sein können, waren die Kommentare des Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, möglicherweise entscheidend, in denen er den Markt als „kämpferisch“ einschätzte.
  • Die Kommentare Powells schienen oberflächlich betrachtet zwar auf keine Änderung der geldpolitischen Einstellung der US-Notenbank hinzuweisen, er erklärte jedoch in Bezug auf künftige Erhöhungen der Fed Funds Rate, dass „wir möglicherweise einen neutralen Zins überschreiten werden“ – eine offensivere Haltung, als der Markt dies bisher eingepreist hatte2.
  • - Die Schlagzeilen zum Arbeitsmarktbericht für September fielen gemischt aus, wobei die auf 3,7 % gefallene Arbeitslosenquote –der niedrigste Stand seit 1969 –, die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog3
  • Unserer Ansicht nach, und wahrscheinlich auch der der US-Notenbank nach, ist der nennenswerteste Aspekt weiterhin der durchschnittliche Stundenverdienst, der um einen jährlichen Satz von +2,8 % gestiegen ist, bzw. um –0,1 % unter dem des letzten Monats lag. Wenn der durchschnittliche Stundenverdienst die Schwelle von + 3,0 % überschreitet, könnten die Inflationserwartungen erneut zur Sprache kommen.

EUR-Staatsanleihen

  • Der aktuelle Ausverkauf bei US-Schatzanweisungen schwappt auch auf den Euro-Anleihenmarkt über. Allein dieser Faktor trug zur Umkehrung der italienischen Flucht in Qualitätswerte bei.
  • 10-jährige deutsche Bundesanleihen stehen zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels bei 0,56 % bzw. bei einem Plus von 14 Basispunkten gegenüber dem Tief der letzten Woche, 10-jährige britische Gilts verzeichneten 1,69 %, ein Plus von 17 Basispunkten gegenüber dem Tief der letzten Woche, und 10-jährige italienische Staatsanleihen (BTPs) 3,39 %, ein Plus von 56 Basispunkten gegenüber dem Niveau vor den verstärkten Befürchtungen eines Downgrades.
  • Der Spread zwischen der 10-jährige Staatsanleihe und der 10-jährigen BTP-Anleihe hatte sich um 70 Basispunkte auf +303 Basispunkte ausgeweitet (Downgrade-Befürchtungen) und hat sich seit diesem Hoch auf 19 Basispunkte zurückgezogen.
  • Zurück zu Italien: Berichte darüber, dass die Defizitziele für 2020 und 2021 auf 2,1 % bzw. 1,8 % des BIP gesenkt worden seien, sorgten bei den Investoren zunächst für Erleichterung, doch herrscht weithin ein hohes Maß an Skepsis. Das Ziel für 2019 blieb bei 2,4 %. Die Angst vor einem Downgrade mag im Vergleich zu noch vor ein paar Tagen nicht mehr so stark präsent sein, das Risiko, eine Stufe nach unten zu rutschen, bleibt aber weiterhin bestehen. S&P bewertet die Bonität Italiens mit „BBB-stabil“, doch das Rating von Moody’s lautet bereits „Baa2-negativ“ – dieses Thema ist also noch nicht vom Tisch.
  • Weitere Sorge bereitet der sogenannte „Doom-Loop“, also die Verbindung zwischen der Höhe der italienischen Schulden, die sich im Besitz von italienischen Banken befinden, und dem Ausmaß, mit dem sich der aktuelle Ausverkauf negativ auf die Kapitalpuffer auswirken könnte. Der Anstieg bei den italienischen Schulden, die sich im Besitz italienischer Banken befinden, steht im Gegensatz zu dem in anderen Ländern innerhalb der Eurozone.

Fazit

 

Schlussfolgerung USA: Folgende Perspektive sollte in Betracht gezogen werden: Bei der technischen Analyse anhand der Fibonacci-Retracements entsprach eine Verzinsung der 10-jährige US-Schatzanweisung von 3,32 % vor der Finanzkrise der 50-%-Retracement-Marke. Anhand einer strengen Zehn-Jahres-Periode würde die nächste Marke bei 3,45 % liegen, einem Retracement von 76,4 %. Wir erwarten, dass eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember sowie mindestens zweimal im Jahr 2019 mehr als wahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite könnten negative wirtschaftliche/inflationäre Überraschungen und/oder negative Nachrichten aus Italien bei den Renditen der 10-jährigen US-Schatzanweisung einen Rückwärtstrend auslösen.

 

Schlussfolgerung EUR: Die Volatilität scheint sich in den nächsten paar Wochen zu halten, da die Märkte auf potenzielle Bonitätsmaßnahmen warten. Von S&P wird gegen Ende dieses Monats ein neuer Bericht erwartet. Angesichts des aktuell „stabilen“ Ausblicks, hat S&P die Wahl zwischen einer Senkung des Ausblicks auf „negativ“ und/oder einem tatsächlichen Downgrade des Ratings. Vielleicht wird sich ein wichtiger Unsicherheitsbereich auflösen, sobald S&P seine Meinung kundgetan hat, doch leider steht noch die Ansicht von Moody’s aus und auch bei der italienischen Saga vom Budget und den Banken scheint es sich noch nicht um ein abgeschlossenes Kapital zu handeln.

 

Sofern nicht anders vermerkt, ist Bloomberg die Datenquelle. Stand: 5. Oktober 2018.

 

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Quelle

1 Bloomberg, zum Stand von 3,11 % kam es am 17. Mai 2018.

2 Cox, Jeff. „Powell Says we’re a long way from neutral on interest rates, indicating more hikes are coming.“ CNBC. 4. Oktober 2018.

3 Badkar, Mamta, et al. „US Unemployment Rate Hits Lowest Level Since 1969.“ FT. 5. Oktober 2018.


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