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Education
Investments mit Exchange-Traded Products hebeln
10. Oct 2018
Christopher Gannatti , Head of Research


Investoren wird schon immer empfohlen (und sie wissen es auch aus eigener Erfahrung), langfristig zu denken. Der Ansatz „buy and hold“ (dt.: kaufen und behalten) gilt schon seit Langem als zentrales Investmentprinzip. Es ist jedoch auch möglich, Ihre „buy and hold“-Strategie durch kurzfristiges, taktisches Trading zu ergänzen und dadurch möglicherweise Ihre Renditen aufzubessern. 

 

Seit vielen Jahren setzen versierte Investoren Hebelprodukte (Leveraged Products) ein, um ihre Sichtweise der Marktrichtung und des Momentums einfließen zu lassen und dadurch ihre Gewinne potenziell zu erhöhen.  

 

Was ist ein Hebel?

 

Für einen Hebel werden üblicherweise Finanzinstrumente oder Darlehen genutzt, um den potenziellen Ertrag eines Investments zu erhöhen. Man beachte hierbei, dass sowohl Short- als auch Long-Positionen gehebelt werden können. Je nach Sichtweise können die Erträge also optimiert werden, wenn die Märkte oder Anlageklassen sich nach oben oder auch nach unten bewegen. 

 

Wir konzentrieren uns für unsere Zwecke auf den Hebel für Long-Positionen. Er ermöglicht es Ihnen, 2, 3 oder sogar 5 Euro für jeden einen Euro, den Sie haben, zu investieren. Wie soll das funktionieren?

  • Sagen wir, ein Investor hat 250 Euro auf seinem Konto, möchte aber 500 Euro investieren. Er kann 250 Euro von einem Makler leihen. Nehmen wir für unser Beispiel an, dass er den Betrag kostenfrei aufnehmen kann und in das Unternehmen ABC investiert.  
  • Wenn die Aktien von ABC um 20 % zulegen, hat der Investor 600 Euro. Nachdem er sein Darlehen von 250 Euro zurückgezahlt hat, bleiben ihm 350 Euro: ein Gewinn von 100 Euro. Würde der Investor nur sein eigenes Geld investieren, würde er einen Ertrag von nur 50 Euro erwirtschaften (ein Zuwachs von 20 %, von 250 auf 300 Euro).  
  • Dass ein Gewinn von 100 Euro attraktiver ist als einer von 50 Euro, steht außer Frage.
  • Verliert die Aktie hingegen an Wert, erleidet auch der Investor Verluste – und zwar höhere Verluste, als wenn er nur sein eigenes Geld investiert hätte. Entscheidend in unserem Beispiel ist, dass er, unabhängig von der Performance, trotzdem die geliehenen 250 Euro zurückzahlen müsste. Obwohl der Hebel Ihre Renditen also unter Umständen verbessert, erhöht sich mit ihm auch das Risiko.
  • Machen wir dies anhand unserer anfänglichen Annahmen deutlich: 250 Euro auf dem Konto und ein Darlehen von 250 Euro. Ein Ausgangswert von 500 Euro. Der Markt begibt sich in eine schwierige Periode und das Konto fällt um 20 %, woraufhin sich noch 400 Euro auf dem Konto befinden. Da die 250 Euro immer noch zurückgezahlt werden müssen, bleiben dem Investor noch 150 Euro – gegenüber der ursprünglichen Position ein Verlust von 100 Euro. Hätte der Investor keinen Hebel angewendet, wäre er mit 250 Euro eingestiegen und nach dem Rückgang von 20 % wären ihm noch 200 Euro auf seinem Konto verblieben. Faktisch lässt sich der Verlust von 50 Euro (ohne Hebel) mit dem Verlust von 100 Euro (mit Hebel) vergleichen.  

So setzen Investoren einen Hebel ein

 

Ein Hebel ermöglicht Ihnen ein Engagement bei geringem Kapitaleinsatz, Sie können ihn jedoch auch zur Umsetzung von Sichtweisen mit hohem Überzeugungsgrad, zur Erhöhung Ihrer kurzfristigen Renditen und zur Ausnutzung von Anomalien bei den Marktpreisen nutzen. Ein Beispiel aus dem echten Leben wäre, wenn Sie der Meinung sind, dass ein Markt, eine Branche oder ein Unternehmen von Ereignissen wie Wahlen oder erwarteten Veränderungen der Geldpolitik profitieren könnte.

 

Früher benötigten Investoren ein Marginkonto, um einen Hebel nutzen zu können – und wenn das Investment deutliche Verluste erlitt, war es möglich, mehr als das ursprünglich investierte Kapital zu verlieren. Exchange-Traded Products (ETPs) machen die Nutzung eines Hebels heute einfacher.

 

Gehebelte ETPs

 

Gehebelte ETPs ermöglichen es Investoren, mithilfe von börsengehandelten, liquiden, kostengünstigen und besicherten Finanzprodukten auf gehebelte Renditen zuzugreifen. Wie andere ETPs auch, sind gehebelte ETPs passive Investments, die die Rendite einer zugrunde liegenden Benchmark bzw. Anlage nachbilden. Für diese ETPs müssen Investoren nicht direkt Kapital aufnehmen, Optionen handeln oder über ein Marginkonto verfügen. Außerdem können sie nicht mehr als den ursprünglich investierten Betrag verlieren. Gehebelte ETPs bieten zudem den Vorteil, dass sie einfach, präzise, zugänglich, transparent und liquide sind.

 

Für gehebelte ETPs steht eine Vielzahl von Anlageklassen, wie Aktien, Fixed Income, Rohstoffe und Währungen, zur Auswahl. Oft sind sie mit einem Hebelfaktor von 2, 3 oder 5 erhältlich. Beispielsweise bedeutet ein täglich um den Faktor 2 gehebeltes Engagement, dass das Produkt das Doppelte der täglichen prozentualen Veränderung des nicht gehebelten Indexstands widerspiegelt (vor Gebühren).  

 

Was den Renditezeitraum betrifft, werden ETPs täglich zurückgesetzt. Das bedeutet, dass Gewinne oder Verluste in den Kurs eines ETPs am Ende jedes Handelstags eingerechnet werden und ein neuer Richtwert ermittelt wird, von dem aus zukünftige Renditen berechnet werden. Durch die tägliche Zurücksetzung wird, unabhängig vom Zeitpunkt des Investments, ein relativ konstantes Hebelverhältnis für alle Investoren in dem ETP sichergestellt. Wenn Sie gehebelte ETPs über lange Zeiträume hinweg halten, können Aufzinsung und Volatilität die erwartete Rendite verzerren.  

 

Sehen wir uns anhand eines täglich um den Faktor 2 gehebelten ETPs an, wie sich die Aufzinsung auf die Renditen von gehebelten ETPs auswirkt. Zu Beginn des Tages steht der Kurs des ETPs bei 10 Euro und der Index bei 100 Euro. Am Ende des Tages stellt sich die Situation folgendermaßen dar:

  • Der Index hat um 3 % zugelegt und steht nun bei 103 Euro.
  • Die Rendite des ETPs beträgt 6 % (2 x 3 %). Der Kurs des ETPs beträgt 10,60 Euro.

Das ETP wird nun zurückgesetzt und alle zukünftigen Renditen gelten ab sofort für den neuen Richtwert von 10,60 Euro. Am Ende des zweiten Tages stellt sich die Situation folgendermaßen dar:

  • Die Benchmark ist erneut um 3 % von 103 Euro auf 106,09 Euro gestiegen.
  • Die Rendite des ETPs beträgt 6% (2 x 3%). Sein Preis ist von 10,60 Euro auf 11,24 Euro gestiegen.

Im Laufe der beiden Tage hat die Benchmark um 6 % zugelegt, während das um den Faktor 2 gehebelte ETP eine Rendite von ca. 12,4 % erwirtschaftet hat. In nur kurzer Zeit ist die Rendite des ETPs von der des Index um den Hebelfaktor (2) abgewichen.

 

Sehen wir uns nun an, was bei einer sinkenden Benchmark passieren würde:

  • Der Index ist um 3 % rückläufig (ausgehend von 100) und steht nun bei 97 Euro.
  • Die Rendite des ETPs beträgt –6 % (2 x –3 %). Der Kurs des ETPs beträgt 9,40 Euro.  

Das ETP wird nun zurückgesetzt und alle zukünftigen Renditen gelten ab sofort für den neuen Richtwert von 9,40 Euro. Am Ende des zweiten Tages könnte sich die Situation folgendermaßen darstellen:

  • Der Index ist wiederum um 3 % rückläufig und fällt von 97 Euro auf 94,09 Euro.
  • Die Rendite des ETPs beträgt –6 % (2 x –3 %). Der Kurs des ETPs beträgt 9,118 Euro. 

Im Laufe der beiden Tage verlor der Benchmark-Index 5,91 % (begann bei 100, fiel auf 94,09 Euro). Das um den Faktor 2 gehebelte ETP verzeichnete eine Rendite von ca. 8,82 %. Dieser Verlust ist um fast 3 % höher, als wenn nur die kumulative Veränderung des Index analysiert werden würde. Im Endeffekt verstärkt der Hebel den Verlust, da die Rendite des Index doppelt auf das neue Basisniveau angewendet wird.

 

Natürlich sind, wie wir bereits angesprochen haben, mit gehebelten ETPs Risiken verbunden. Interessierte Investoren sollten ihre gehebelten ETP-Investments aktiv überwachen und verwalten. Potenzielle Verluste können im Fall von Short- und/oder Leveraged ETPs im Vergleich zu Investments, die keine derartigen Strategien verfolgen, verstärkt werden. Deshalb sind sie nur für Investoren gedacht, die die mit einem Short- und/oder Leveraged-Engagement verbundenen Risiken verstehen und kurzfristig investieren möchten.

 

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