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Börsenhandel: Wichtiger als Sie denken

01. Oct 2018
Jason Guthrie, Director of Capital Markets


Kritiker von Exchange Traded Funds (ETFs) führen immer wieder an, dass der „Intra-Day“-Handel für langfristig orientierte Anleger nicht interessant ist. Dies basiert auf der Ansicht, dass die Preisänderung eines Fonds innerhalb eines Tages verglichen mit den voraussichtlichen Renditen über einen mehrjährigen Haltezeitraum unwesentlich ist. Warum sollte man sich also mit dem Intra-Day-Handel befassen, wenn dies eine Änderung des Geschäftsmodells bedeuten würde? Ich teile zwar die Meinung, dass die meisten Anleger kein Interesse daran haben, mit dem Day-Trading zu beginnen, aber es gibt drei wichtige Gründe, warum Anleger von der Fähigkeit, an der Börse zu handeln, profitieren könnten:

 

1) Sie ist da, wenn man sie braucht:

Was wäre, wenn Sie zum Beispiel eine Stunde vor der Veröffentlichung einer Wirtschaftsmeldung bemerken, dass Sie ungünstig positioniert sind und Sie daher ein bestimmtes Exposure erwerben müssen oder wenn der Markt an einem bestimmten Tag abrutscht und Sie sofort Risiko abstoßen müssen? Gerade in diesen Momenten ist es wichtig, schnell Geschäfte tätigen zu können. Es ist besser, diese Möglichkeit zu haben und nicht zu brauchen als sie zu brauchen und nicht zu haben.

 

2) Senkung der Transaktionskosten:

Es ist gut dokumentiert, dass die Transaktionskosten für ETFs mit einem aktiven Sekundärmarkt im Vergleich zu ihren zugrunde liegenden Wertpapieren niedriger sind. Dies ist eine Folge des Wunsches der Anleger, an einem bestimmten Tag Kauf- und Verkaufsgeschäfte durchzuführen, indem sie im Wesentlichen miteinander handeln und somit vermeiden, dass ein autorisierter Marktteilnehmer für die Geschäfte mit den zugrunde liegenden Wertpapieren in Anspruch genommen werden muss. Mehrmals am Tag zu handeln mag für bestimmte Arten von Anlegern attraktiv sein, nicht aber für einen langfristigen Anleger. Allerdings kann er schneller an Größe gewinnen, wenn viele verschiedene Anleger in Bezug auf einen bestimmten ETF aktiv sind. Der Transaktionskostenvorteil kommt dann allen Anlegern zugute, ganz gleich, wie oft (oder selten) sie davon Gebrauch machen wollen.

 

3) Zentrale Anlaufstelle

Mit der Zulassung an einer Börse sind alle ETFs über das Aktienmarktsystem zugänglich und weisen somit eine übliche operative Struktur auf. Sobald ein Anleger die Voraussetzungen für den Handel mit Aktien an einer bestimmten Börse geschaffen hat, hat er Zugang zu jedem ETF, der dort jemals notiert worden ist oder sein wird. 

 

Wenngleich der letzte Punkt unwesentlich erscheinen mag, ist er wohl das Element der ETFs, das Anlegern den größten Mehrwert geboten hat, nicht etwa wegen der damit verbundenen einfachen operativen Abwicklung, sondern vielmehr wegen der dadurch geschaffenen einheitlichen Wettbewerbsbedingungen und der daraus resultierenden kompetitiven Marktdynamik.

 

Danach kam der Wettbewerb 

 

Wenn wir über die bedeutenden Vorteile der ETFs nachdenken, wie mehr Transparenz, niedrigere Kosten und Produktinnovation, spricht absolut nichts dagegen, dass Investmentfonds diese ihren Anlegern nicht auch bieten könnten, was die Frage aufwirft, warum sie es nicht getan haben.  

 

Bislang war es so, dass Anleger ohne gemeinsame Infrastruktur in der Regel über eine Fondsplattform oder eine große Beratungsfirma – im Wesentlichen Instanzen, die zwischen dem Fondsanbieter und dem letztendlichen Begünstigten einer Anlage vermittelten – Zugang zu Fonds erhielten. Dies bedeutete auch, dass sich der Wechsel von einem Anbieter zu einem anderen sehr schwierig gestaltete, wenn dies über das jeweilige Setup eines Anlegers nicht angeboten wurde. Infolgedessen konzentrierte sich die Investmentfondsbranche auf diese Instanzen, da der Schlüssel zum Erfolg darin lag, an so vielen Stellen wie möglich angemeldet zu sein, was zu der Rabattkultur führte, die die Kulturregulierer in ganz Europa nun zu beenden versuchen.   

 

Im Zuge dessen kamen die ersten ETF-Anbieter auf, die günstige passive Bausteine für die Massen boten. Ihr anfänglicher Erfolg resultierte aus einem stärkeren Schwerpunkt der Anlage-Community auf die Asset-Allokation. Erfolg sorgt für Wettbewerb, es kamen also weitere Anbieter hinzu. Aufgrund des Aktienmarkts, der gemeinsamen Plattform, über die auf ETFs zugegriffen werden kann, blieb nur eine Möglichkeit offen, die Aufmerksamkeit der Anleger zu gewinnen. Ihnen wurde genau das geboten, was sie wollten: mehr Transparenz, niedrigere Kosten und Produktinnovation.  

 

Investmentfondsanbieter besaßen auf den Plattformen, über die sie angeboten wurden, ein Oligopol. Aufgrund des begrenzten Wettbewerbs gab es für sie keinen Anreiz dafür, kundenorientierte Innovation zu liefern. Jeder ETF muss mit jedem anderen ETF konkurrieren, und die einzige Möglichkeit, einen Wettbewerbsvorsprung zu erringen, besteht darin, in den Augen der Anleger besser abzuschneiden als die Konkurrenz.

 

Wenngleich der erste ETF wahrscheinlich nicht vorhatte, ein solches Umfeld zu schaffen, ist diese unbeabsichtigte Folge ein primärer Antriebsmotor des Anlegerfokus der Branche, der wiederum größtenteils für das in den letzten 10 Jahren beobachtete Wachstum und Anlegervertrauen verantwortlich ist.  Vielleicht haben Sie nicht vor, täglich an der Börse zu handeln, aber ich bin davon überzeugt, dass Sie wesentlich besser dran sind, wenn die Möglichkeit offensteht.

 

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