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Auswirkungen der Zentralbankpolitik

Geldpolitik in Europa

24. Sep 2018
WisdomTree


Mitte September 2018 war in Europa Zentralbankwoche, da sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Bank of England (BOE) am selben Tag, dem 14. September, ihre Sitzungen zur Geldpolitik abhielten. Zwar wurde mit keinen der Ergebnisse aus diesen Sitzungen Neuland beschritten, sie lieferten für die Anleihenmärkte in Großbritannien und der Eurozone jedoch einen Leitfaden für die Zukunft. Insbesondere scheint es zu diesem Zeitpunkt, dass die Geldpolitik für den Rest dieses Jahres und bis ins Jahr 2019 hinein festgelegt wurde.

 

Beginnen wir mit der BOE. Nach der Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der vorherigen Sitzung Anfang August wurden dieses Mal keine Änderungen umgesetzt. Auch das Kaufprogramm für Wertpapiere wurde in gleichem Maße fortgesetzt. Dass eine weitere Verschärfung ausblieb, war sicherlich wenig überraschend, da diese Art von Ergebnis von den Märkten erwartet wurde.

 

Wie sieht es künftig aus? Die britischen Entscheidungsträger schienen, was den kurzfristig Zeitrahmen anbelangt, etwas optimistischer gestimmt zu sein und korrigierten das geschätzte BIP-Wachstum für das dritte Quartal um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Doch über das Hier und Jetzt hinaus und hinein ins Jahr 2019 war die Beurteilung von erhöhter Unsicherheit um Brexit wie auch von einem erhöhten Risiko aus Richtung des Handels und der Schwellenmärkte (EM) gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz besteht gemäß dem aktuellen geldpolitischen Kurs immer noch der Bedarf für eine fortgesetzte Verschärfung der Geldpolitik, künftige Zinserhöhungen sollten jedoch „begrenzt und stufenweise“ erfolgen.

 

Nun zur EZB. Auch hier kam es zu keinen überraschenden Ergebnissen, da der zuvor bekanntgegebene Zeitplan für die fortgesetzte Schmälerung und Beendigung des quantitativen Lockerungsprogramms weiterhin Gültigkeit hat. Ebenso besteht weiterhin die Absicht, die Bilanz konstant zu halten, wenn neue Käufe beendet werden. Dies wird durch die Reinvestition der Erlöse aus fälligen/zurückgezahlten Anleihen erreicht. EZB-Präsident Mario Draghi kommentierte in der Pressekonferenz nach der Sitzung, dass die Entscheidungsträger noch nicht diskutiert hätten, wie diese Reinvestitionsstrategie letztendlich aussehen werde. Interessanterweise gab es im Vorfeld Spekulationen, dass die EZB ihre eigene Version der „Operation Twist“ der US-Notenbank umsetzen würde, wobei fällige Erlöse eher in langfristige als in kurzfristige Laufzeiten investiert würden. Draghi erwähnte jedoch, dass dazu noch keine Gespräche stattgefunden hätten. Mit anderen Worten: Dieses Thema ist noch nicht vom Tisch.

 

Ähnlich wie die BOE, bestätigte auch die EZB die Risiken, die sich z. B. im Handel aus dem „Protektionismus“ ergeben. Erwähnt wurden hierbei insbesondere die Schwellenländer Türkei und Argentinien. Auch Probleme in der Fiskalpolitik kamen zur Sprache, die sich zweifellos auf das fortgesetzte Haushaltsdrama in Italien bezogen. Die durch die EZB geschätzte Inflation blieb unverändert, die Zentralbank korrigierte ihr geschätztes Wirtschaftswachstum jedoch sowohl für dieses Jahr als auch für 2019 um 0,1 Basispunkte nach unten.

 

Fazit

Wo stehen nun also die Märkte für Festverzinsliche in Großbritannien und Europa? Draghi betonte erneut den weiteren Bedarf für „signifikante Impulse“ im weiteren Verlauf, um die Inflationsziele der EZB zu erreichen. Die BOE scheint sich hingegen auf einem Pfad der langsamen Zinserhöhungen zu befinden, wobei ihr eigenes Kaufprogramm für Wertpapiere weiterläuft. Mit anderen Worten sehen beide Zentralbanken in naher Zukunft scheinbar keinen dringenden Anlass für eine Änderung ihres geldpolitischen Kurses in Richtung einer eher „kämpferischen“ Haltung. Dies wurde durch die Haltung der EZB unterstrichen, die die Zinsen zumindest bis Ende des Sommers 2019 konstant halten will. In einem solchen Investmentumfeld scheint deshalb ein scharfer Renditeanstieg bei Anleihen oder Gilts unwahrscheinlich. In der Zwischenzeit scheint die US-Notenbank auf der anderen Seite des Atlantiks dazu bestimmt zu sein, weiterhin den „Anführer“ an der Front der geldpolitischen Normalisierung zu spielen. Es wird weithin erwartet, dass sie die Zinsen am 26. September und möglicherweise noch einmal im Dezember erhöhen wird.

 

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